STUDIE: «Es braucht mehr Plätze für betreutes Wohnen»

Angesichts immer mehr pflegebedürftiger Personen empfiehlt eine Studie der Hochschule der Region Luzern ein gemeinsames Versorgungskonzept. Für eine bessere Übersicht über die Angebote regt die Studie zudem die Schaffung regionaler Infostellen an.

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Wie ältere Menschen leben, haben Studenten der Hochschule Luzern in einer Studie erforscht. (Archivbild Neue LZ)

Wie ältere Menschen leben, haben Studenten der Hochschule Luzern in einer Studie erforscht. (Archivbild Neue LZ)

Im Jahr 2030 wird fast ein Viertel der Bevölkerung in der Region Luzern über 65 Jahre alt sein. Bis dahin steigt die Zahl der Pflegebedürftigen um mehr als 70 Prozent. Gemäss einer am Montag publizierten Studie der Hochschule Luzern nimmt die Zahl von heute rund 3200 auf rund 5600 Personen zu.

Die Gemeinden seien in der Lage, das Basisangebot für die Betreuung bereit zu stellen. Bei einer ganzen Reihe von Angeboten sei es jedoch sinnvoll, wenn mehrere Gemeinden zusammenspannen, gemeinsam nach Lösungen suchen und diese kommunizieren würden, schreiben die Studienverfasser in einer Mitteilung.

Gemeinsam geregelt werden könnten etwa der Nachtdienst der Spitex, die Palliativ-Pflege, die Entlastung für pflegende Angehörige und Wohnformen für Suchtkranke, Demente oder Psychischkranke. Um den Älteren und ihren Angehörigen die Übersicht über das Pflegeangebot zu erleichtern, empfiehlt die Studie zudem die Schaffung von regionalen Anlaufstellen.

19 Gemeinden untersucht

Die Hochschule untersuchte im Auftrag von 19 Gemeinden aus der Region Stadt und Agglomeration Luzern die Wohnsituation der älteren Bevölkerung.

In der Region Luzern gibt es zurzeit 2579 Plätze in Alters- und Pflegeheimen. Damit stehen jeweils 1000 Personen über 80 Jahren 247 Plätze zur Verfügung. Die Bettendichte entspricht gemäss der Studie etwa dem Schweizerischen Durchschnitt.

Gemäss Einschätzung der Gemeinden sei das Bettenangebot in den Alters- und Pflegeheimen zurzeit insgesamt ausreichend. Alternative Wohnformen hätten aber noch wenig Bedeutung, heisst es in der Mitteilung weiter.

Rund die Hälfte der Gemeinden orte Handlungsbedarf etwa beim betreuten Wohnen, bei Strukturen zur Entlastung von Angehörigen und bei den Plätzen für Demente, Suchtkranke und Psychischkranke.

Alte Italiener und Deutsche bleiben

Insgesamt leben in der untersuchten Region mehr als 200'000 Menschen. 18 Prozent davon sind älter als 65.

Zwischen den Gemeinden existieren grosse Unterschiede. In Weggis ist der Anteil der über 65-Jährigen mit 22 Prozent am höchsten, in Honau mit 6 Prozent am tiefsten.

97,5 Prozent der Personen zwischen 65 und 80 leben in einem Privathaushalt, zwei Drittel von ihnen in einem Zweipersonenhaushalt. Auch bei den über 80-Jährigen wohnen noch 82,5 Prozent in Privathaushalten, fast die Hälfte davon allein.

Der Anteil der Ausländer nimmt in den höheren Altersgruppen stark ab. Gemäss Studie haben bei den 50- bis 55-Jährigen 20 Prozent keinen Schweizer Pass, bei den 65- bis 70-Jährigen sind es weniger als 10 Prozent. Tendenziell würden Italiener und Deutsche nach ihrer Pensionierung eher in der Schweiz bleiben, während Personen aus Südosteuropa ihren Lebensabend eher in ihrer Heimat verbrächten, schreiben die Studienautoren.

sda