STUDIUM: Die Uni verwendet alte Prüfungsaufgaben

Glück für 103 Studenten der Uni Luzern. Sie mussten mehrheitlich die gleichen Aufgaben lösen wie ihre Kollegen vor zwei Jahren.

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«Müssen wir die Fragen 3, 7 und 9 auch beantworten? Die waren nämlich letztes Jahr nicht dabei.» (Karikatur Jals)

«Müssen wir die Fragen 3, 7 und 9 auch beantworten? Die waren nämlich letztes Jahr nicht dabei.» (Karikatur Jals)

Unistudent Lorenz Achermann* staunte an der Abschlussprüfung zur Methoden-Vorlesung nicht schlecht: Vor ihm lagen quasi dieselben Aufgaben, die er am Vortag von einem Mitstudenten per E-Mail zugeschickt bekommen hatte. «Es war eine alte Übungsprüfung, die Studenten vor zwei Jahren zur Vorbereitung auf den Test zur Verfügung gestellt wurde», sagt Achermann rückblickend. Hätte er gewusst, dass es so kommt, hätte er sich den Lösungsweg genauer gemerkt.

«Die Universität hat grobfahrlässig gehandelt»
Daniel Arold, Studiengangmanager des Soziologischen Seminars der Universität Luzern, bestreitet, dass die Prüfung vollkommen indentisch war. «Mindestens drei der insgesamt 16 Fragen unterscheiden sich.» Laut Arold wurde die Prüfung nach dem üblichen Verfahren zusammengestellt. Das heisst: Die Prüfungsfragen werden jeweils vom Dozenten aus einem Fragenkatalog von 80 bis 90 Aufgaben ausgewählt. Die zuständige Dozentin ist in den Ferien und kann zur Auswahl der Fragen keine Stellung nehmen.

Trotz günstiger Ausgangslage ist Student Achermannverärgert über die angetroffene Prüfungssituation. «Für uns war es zwar ein Vorteil, dass ein Grossteil der Prüfungsfragen identisch war mit jenen vor zwei Jahren. Aber eigentlich hat die Universität hier grobfahrlässig gehandelt.» Seiner Meinung nach zeigt dies, dass die Methodenausbildung in Luzern keinen hohen Standard aufweist.

Und die Ironie der Geschichte: Die Studenten erzielten nur unmerklich bessere Noten als ihre Vorgänger. 2007 lag der Notendurchschnitt bei einer 4,7; 2008 war er nur um einen Zehntel höher nämlich bei einer 4,8.

Sa?a Rasic

*Name geändert

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.