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STURZPRÄVENTION: Kriens testet umweltfreundlichen Winterdienst

Die Gemeinde setzt derzeit auf Velowegen und Trottoirs eine verdünnte Salzlösung ein. Sie schont Pflanzen – stösst andernorts aber auf Skepsis.
Vorsicht Eis! Nicht überall ist derzeit gesalzen - und so mancher ist schon auf glatten Wegen gestürzt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Vorsicht Eis! Nicht überall ist derzeit gesalzen - und so mancher ist schon auf glatten Wegen gestürzt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Es war ein Grosskampftag. Am Donnerstag herrschte aufgrund des Schneefalls bei den kommunalen Werkdiensten Hochbetrieb. In Kriens kam dabei ein für die Region ungewöhnliches Gerät zum Einsatz: Ein aus Fribourg zugemietetes Schneeräumungsfahrzeug, das Sole versprüht.

Bei Sole handelt es sich um eine flüssige Lösung, die aufgrund des tiefen Salzanteils von 22 Prozent umweltschonender ist als gewöhnliches Streusalz. Die Gemeinde Kriens setzt Sole diesen Winter testweise auf Fuss- und Velowegen ein. Dies aufgrund eines SP-Postulats, das eine Optimierung des Winterdiensts auf Fuss- und Velowegen forderte (Ausgabe vom 24. Januar 2017). Aktuell setzt die Gemeinde im Winter häufig Splitt ein. Dieser führe jedoch nach der Schneeschmelze zu Problemen, so steige etwa die Rutschgefahr für Velofahrer.

Vorteil: Sole ist gezielter einsetzbar

Wie läuft der Test mit der Sole aus Sicht der Gemeinde? «Wir haben noch keine Auswertung vorgenommen, daher kann ich noch kein Fazit ziehen», sagt Hans Fankhauser, Leiter Werkunterhalt. «Ein Vorteil ist aber, dass man Sole mit einem guten Gerät gezielter sprühen als Salz streuen kann.» Es gebe aber auch Nachteile. «Es braucht andere Infrastrukturen für die Lagerung, etwa Tanks für die Flüssigkeit.» Die Auswertung des Tests findet nach dem Winter statt.

Der aktuelle Test ist übrigens nicht der erste dieser Art. Kriens hat in vergangenen Wintern schon Versuche mit Holzschnitzeln auf Fuss- und Velowegen durchgeführt. «Damit haben wir weniger gute Erfahrungen gemacht, die Schnitzel können Abflüsse verstopfen», sagt Fankhauser.

Stadt blickt interessiert nach Kriens

Aber zurück zur Sole: Am aktuellen Krienser Test ist auch die Stadt Luzern interessiert. «Wir werden Ende Winter gemeinsam mit den Kriensern die Resultate auswerten», sagt Thomas Schmid, Leiter Strasseninspektorat. Im Moment setzt die Stadt herkömmliches Streusalz und Split ein. «Von der Sole erhofft man sich geringere Kosten. Es ist weniger Salz nötig, was zudem die Belastung für Pflanzen und Böden reduziert.»

Doch es besteht bei der Stadt auch eine gewisse Skepsis der Sole gegenüber. «Sie ist nur beschränkt einsetzbar. Man verteilt die Lösung abends präventiv, damit über Nacht die Glätte ausbleibt», sagt Schmid. Bei Niederschlägen sei Sole weniger geeignet. «Wenn die Strasse oder das Trottoir schon nass oder schneebedeckt ist, wird die Lösung weiter verdünnt. Der Salzgehalt ist dann zu tief, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.»

Hinzu komme, dass bei tiefen Temperaturen unter -2 oder -3 Grad die Sole aufgrund des tiefen Salzgehalts gefriert. «Mehr Salz beizumischen ist nicht möglich, weil sonst die Leitungen der Maschinen und Geräte verstopfen», sagt Schmid. Die Option, beide Systeme, also Salz und Sole, für den Winterdienst einzusetzen, hätte wiederum Mehrkosten zur Folge. «Wir benötigten mehr Geräte und daher auch mehr Platz, um diese zu lagern.»

Hohe Kosten für Umrüstung

Kein Thema ist der Einsatz von Sole in Ebikon – aus denselben Gründen, die bei der Stadt für Skepsis sorgen. «Es wären unter anderem neue Streufahrzeuge, Tanks und Fülleinrichtungen nötig», sagt Alois Camenzind, Leiter Werkdienste. «Eine Umrüstung hätte Kosten von schätzungsweise 100 000 Franken zur Folge. Das lohnt sich nicht, weil die Sole das Salz nicht ganz ersetzen kann und man beide Systeme parallel betreiben müsste.» Ebikon setzt neben Salz ebenfalls noch Splitt ein, wenn auch höchst selten. «Splitt richtet Schäden an den Fahrzeugen an und man muss ihn nach dem Winter aufwendig entsorgen.»

Auch Emmen verwendet keine Sole, Horw dagegen reichert diese an. «Wir verwenden bei präventiven Einsätzen Feuchtsalz, das heisst, das Streusalz wird leicht mit Sole angereichert, damit es nicht verweht wird», sagt Peter Gauch, Leiter Werkdienste. Zudem verhindere man, dass die Mischung bei tiefen Temperaturen gefriert. «Das Feuchtsalzen machen wir aber höchst selten – etwa, wenn Eisregen angesagt ist.» Generell versuche man, aus Umweltschutzgründen «so viel wie nötig und so wenig wie möglich» zu salzen, so Gauch. «Das heisst, dass wir an exponierten Stellen wie zum Beispiel bei steilen Strassenabschnitten etwas mehr Taumittel einsetzen.»

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

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