SUBVENTIONEN: Gibt es bald weniger Geld fürs Verkehrshaus?

Der Entscheid des Ständerats, dem Freilichtmuseum Ballenberg mehr Bundesgeld zur Verfügung zu stellen, hat womöglich Konsequenzen für das Verkehrshaus in Luzern.

Jérôme Martinu
Drucken
Teilen
Möglicherweise muss das Verkehrshaus in Luzern schon bald mit weniger Subventionsgeldern des Bundes auskommen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Möglicherweise muss das Verkehrshaus in Luzern schon bald mit weniger Subventionsgeldern des Bundes auskommen. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Fliessen künftig mehr Bundessubventionen auf den Ballenberg im Kanton Bern, könnten diese im Gegenzug für das Verkehrshaus knapper werden, wie Bundesrat Alain Berset gegenüber der Nachrichtensendung «10vor10» am Freitag sagte. Wenn der Bund zum Beispiel 2 Millionen mehr ans Freilichtmuseum Ballenberg zahlen würde, so der Kulturminister, dann «müsste man anderswo 2 Millionen kürzen. Das könnte das Verkehrshaus in Luzern sein oder das Technorama in Winterthur oder andere Institutionen, die der Bund unterstützt.»

Direktor: «Bräuchten 4 Millionen»

Fürs Verkehrshaus wären weniger Bundesmittel als die heutigen 1,6 Millionen Franken pro Jahr problematisch, wie Direktor Martin Bütikofer auf Anfrage sagt. «Um den Leistungsauftrag des Bundes sauber und zeitgerecht zu erfüllen, bräuchte es längerfristig eigentlich 4 Millionen.» Das Verkehrshaus betreibt für den Bund etwa die nationale Mobilitätssammlung. Direktor Bütikofer plädiert darum dafür, «die Subventionen für Museen künftig als Gesamtpaket nach klar messbaren Kriterien zu verteilen. Zum Glück ist der Ballenberg-Entscheid noch nicht definitiv.» Auch der Nationalrat muss zur Subventionsfrage noch Stellung nehmen.

Der Luzerner Ständerat Konrad Graber (CVP) stützt Bütikofers Forderung nach objektiven Beurteilungskriterien. Graber machte sich in der Debatte für zusätzliche Bundesmittel stark: «So wie ich es beurteile, laufen wir Gefahr, dass gewisse Museen, die dem Bund nahestehen, eben über entsprechende Ressourcen verfügen. Und andere Museen, wie zum Beispiel das Freilichtmuseum Ballenberg oder das Verkehrshaus der Schweiz, ( ...) irgendwo Gefahr laufen, vergessen zu gehen.»

Am meisten Besucher

Das Verkehrshaus ist schweizweit das Museum mit den meisten Besuchern. 519'000 waren es etwa im letzten Jahr (inklusive Filmtheater sogar 710 000). Gemäss dem Kulturförderungsgesetz und der Leistungsvereinbarung mit dem Bundesamt für Kultur erhält das Verkehrshaus jährlich 1,6 Millionen Franken, bei einer Bilanzsumme von rund 30 Millionen (2013). Die Innerschweizer Kantone subventionieren das Museum mit rund 232'000 Franken.

Das Freilichtmuseum Ballenberg verzeichnet rund eine Viertelmillion Besucher jährlich. Die öffentliche Hand zahlt 1,225 Millionen Franken: 0,5 Millionen kommen vom Bund, 725'000 von Kantonen. Eine Standesinitiative, in welcher der Kanton Luzern beim Bund 2012 eine verbindliche Zusicherung der Subventionsbeiträge und eine Erhöhung von 1,6 auf 2,9 Millionen für das Verkehrshaus bis 2015 gefordert hatte, war von den eidgenössischen Räten abgelehnt worden.