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SÜDPOL: Konflikt um Flohmarkt eskaliert

Der Flohmarkt im Südpol steht unter einer neuen Führung. Die ehemaligen Organisatoren gaben entnervt ihren Rücktritt.
Gian Kamlesh
Ist ein Treffpunkt für Secondhand-Fans: der Flohmarkt im Kulturzentrum Südpol, der jeweils am ersten Sonntag des Monats stattfindet. (Bild: PD)

Ist ein Treffpunkt für Secondhand-Fans: der Flohmarkt im Kulturzentrum Südpol, der jeweils am ersten Sonntag des Monats stattfindet. (Bild: PD)

Innerhalb von sechs Jahren hat sich der Flohmarkt im Südpol Kriens als regelrechter Geheimtipp für Secondhand-Fans in der Zentralschweiz etabliert. Mit Beginn des neuen Jahres kam es bei der Führung des Marktes allerdings zu einem unerwarteten Wechsel. Per Januar übernahmen die Verantwortlichen des Südpols die organisatorischen Belange des Flohmarkts. Alexander Boos, seit vergangenem Oktober der betriebliche Leiter des Südpols, und eine Freelancerin sind nun dafür verantwortlich. Die ehemaligen externen Organisatoren Stefanie Wyss und Martin Dolder sind freiwillig zurückgetreten. Der Trennung ging ein längerer Streit um die Standpreise voraus.

«Mehr Umsatz war nicht unser Ziel»

Als Hauptgrund geben Stefanie Wyss und Martin Dolder auf Anfrage unserer Zeitung die veränderte Preispolitik der neuen Leitung des Südpols an. Sie werfen den Verantwortlichen vom Südpol vor, aus einer «soziokulturellen Veranstaltung eine kommerzielle Veranstaltung» gemacht zu haben. Seit Dezember 2013 hätten die Verkäufer in der Halle für ihre Stände pro Tisch je 23 Franken und draussen pro Laufmeter 10 Franken bezahlen müssen. In der Vergangenheit seien 18 Franken beziehungsweise 8 Franken verlangt worden. «Eine solch massive Preiserhöhung ohne jeglichen Mehrwert zu Lasten unserer Verkäufer kam für uns nicht in Frage.»

Viel zu verdienen gab es für die ehemaligen Organisatoren des Flohmarkts ohnehin nicht: Monatlich gaben sie den Erlös von 900 Franken aus den vermieteten 50 Ständen in der Halle an den Südpol ab. Selber Gewinn machten sie nur durch die Vermietung der Aussenstände. «Das ganze war sehr vom Wetter abhängig, manchmal verdienten wir auch gar nichts», erklärt Wyss. Zusätzlich erhielten Wyss und Dolder gratis Zugang zu allen Veranstaltungen des Südpols. Sie prangern auch an, dass über ihre Köpfen hinweg die Marktordnung verändert wurde. Zum Beispiel, dass die Begrenzung von maximal zwei Teilnahmen pro Jahr aufgehoben werden sollte.

Veranstaltung war defizitär

Auf Anfrage erklärt Alexander Boos, dass die Preiserhöhung die Schlussfolgerung einer Nachberechnung der Kosten des Flohmarkts im vergangenen Herbst war. Der betriebliche Leiter wehrt sich gegen den Vorwurf, dass man aus dem florierenden Flohmarkt einen Goldesel machen wolle: «Wir haben nie einen Rappen am Flohmarkt verdient.» So hätten die Erträge des Flohmarkts die Kosten für den Auf- und Abbau nicht decken können. «Es darf nicht sein, dass wir unsere Subventionsgelder in den Flohmarkt stecken. Diese sind für Tanz und Theater vorgesehen.» Mit den neuen Preisen für die Standmiete befindet sich der Südpol, laut eigenen Angaben, im gesamtschweizerischen Mittelfeld. So gäbe es auch keine Beschwerden auf Seiten der Verkäufer.

Erlös geht an Veranstaltungen

Entgegen der Behauptung der ehemaligen Organisatoren, dass die Marktordnung verändert worden sei, betont Boos, dass zwar «Anpassungen vorgenommen, inhaltlich aber nichts verändert wurde.» Die Trennung empfand der betriebliche Leiter indes als unbefriedigend, da der Lösungsfindungsprozess von Stefanie Wyss und Martin Dolder abgebrochen worden sei. «Es wurden verschiedenste Vorschläge ausgetauscht, dementsprechend war ich von der plötzlichen Demission sehr überrascht.» Ein Treffen hätte, aufgrund der vollen Terminkalender der Beteiligten, zu keinem Zeitpunkt stattfinden können. Weitere Änderungen am Flohmarktkonzept seien gemäss Boos nicht vorgesehen. Ob die Preiserhöhung seinen Zweck erfüllen werde, liesse sich erst in einem Jahr sagen: «Sollten wir Gewinne erzielen, dann fliesst der Erlös in andere Kulturveranstaltungen.»

Flohmarkt wird es nicht geben

Einen neuen Flohmarkt in der Stadt Luzern zu organisieren, ist für die ehemaligen Organisatoren im Moment kein Thema. «Dafür sind die administrativen Hürden, wie sie die Stadt Luzern auferlegt, zu hoch», so Wyss ernüchtert.

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