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Nach emotionaler Versammlung: Der Südpol-Vorstand macht eine Extrarunde

Der Vorstand der Vereins Südpol wird weitere 60 Tage im Amt bleiben. Unterdessen werden neue Leute gesucht. Inzwischen hat auch der betriebliche Leiter Dominique Münch gekündigt.
Pirmin Bossart
Der bestehende Vorstand unter Vizepräsidentin Sabrina Suter (gestreiftes Oberteil) bleibt vorläufig im Amt. Im Bild vorne zu sehen ist Ex-Präsident Roman Steiner. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 5. Juli 2018)).

Der bestehende Vorstand unter Vizepräsidentin Sabrina Suter (gestreiftes Oberteil) bleibt vorläufig im Amt. Im Bild vorne zu sehen ist Ex-Präsident Roman Steiner.
(Bild: Pius Amrein (Luzern, 5. Juli 2018)).

60 stimmberechtigte Mitglieder und rund 20 weitere Kulturaktivisten haben am Donnerstagabend an einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung die Weichen für den Südpol neu gestellt. Vorerst wurden nur die Gleise verlängert. Wie der Zug besetzt sein wird und wohin die Reise führt, muss offen gelassen werden. Sabrina Suter, Vizepräsidentin des Vereins, gab zu Beginn bekannt, dass nun auch der betriebliche Leiter des Südpols, Dominique Münch, auf Ende Jahr gekündigt habe. Und: Die Anzahl der Vereinsmitglieder habe sich seit dem angekündigten Rücktritt des Vorstandes von 45 auf rund 100 mehr als verdoppelt.

Der bestehende Südpol-Vorstand hatte in corpore den Rücktritt angekündigt. Grund waren nicht mehr zu bereinigende Misstöne zwischen Vorstand, Betriebsteam und Mitarbeitenden. Was genau zu diesem Eklat geführt hatte, wurde auch gestern nicht klar. Entsprechende Fragen nach konkreten Beispielen versandeten. Einzelne Voten sprachen sich dafür aus, lieber nach vorne zu schauen. Also konzentrierte man sich auf das, was anstand: Rücktritt und Neuwahlen. Doch dazu kam es gar nicht, weil ein Antrag auf eine Fristverlängerung die Diskussion in neue Bahnen lenkte.

Längere Diskussion entbrannt

Manuel Kühne, Co-Präsident von t. Zentralschweiz (ehemals ACT, Verband der freien Theaterschaffenden) und Irina Lorez, Präsidentin IG Tanz Zentralschweiz, stellten den Antrag, für die Neubestellung eines Vorstandes eine Fristverlängerung von 60 Tagen zu gewähren. Der Grund: „Wir haben in den letzten zwei Wochen intensive Gespräche mit potentiellen Kandidatinnen und Kandidaten für den Vorstand gesucht. Es gibt durchaus fähige und auch Interessierte Personen, doch alle brauchen mehr Bedenkzeit und mehr Informationen, um sich definitiv zu entscheiden“, sagte Kühne.

«Eine Auflösung des Vereins und damit eine Neuausschreibung des Südpols wäre der letzte Schritt.» Die städtische Kulturchefin Rosie Bitterli

Es entbrannte in der Folge eine längere Diskussion, die vom Tagungsleiter und Politologen Olivier Dolder geleitet wurde. Die Sache wurde etwas kompliziert, weil die Antragsteller im Falle einer Ablehnung der Fristverlängerung noch eine weitere Option bereithielten: Danach würde der Vorstand abgewählt und an seiner Stelle ein Übergangsvorstand mit Vertretern der Theater- und Tanzszene eingesetzt. Dieser würde - ebenfalls in den nächsten 60 Tagen - einen definitiven neuen Vorstand bestimmen und ihn Ende August wählen lassen. De beiden Varianten sorgten nicht zuletzt vereinsrechtlich für viele Fragen und Unsicherheiten.

Neuwahl des Südpol-Vorstandes anlässlich der Mitgliederversammlung im Südpol in Kriens. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 5. Juli 2018))
Vorher wurde aber heftig diskutiert und debattiert (Bild: Pius Amrein (Luzern, 5. Juli 2018))
(Bild: Pius Amrein (Luzern, 5. Juli 2018))
(Bild: Pius Amrein (Luzern, 5. Juli 2018))
(Bild: Pius Amrein (Luzern, 5. Juli 2018))
(Bild: Pius Amrein (Luzern, 5. Juli 2018))


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Wie geht es weiter im «Südpol»?

Die Stadt habe Interesse an einer einvernehmlichen Lösung, sagte die städtische Kulturchefin Rosie Bitterli auf Anfrage in die Runde. „Eine Auflösung des Vereins und damit eine Neuausschreibung des Südpols wäre der letzte Schritt. Auch das könnte eine Chance sein, aber das ist nicht unser Ziel. Zudem würde bei einem solchen Szenario auch die Politik mitreden.“ Der Südpol hat de facto nicht nur eine Co-Leitung, die gekündigt hat, sondern steht im Herbst auch vor einer neuen Aushandlung der Leistungsverträge. „Die Zeit dafür ist mit der Fristverlängerung sehr knapp, aber wir suchen einen Weg“, sagte Bitterli.

Personen für neuen Vorstand gesucht

Nach gut einer Stunde fiel die Entscheidung: Die Versammlung beschloss grossmehrheitlich - mit ein paar Gegenstimmen - die Fristverlängerung von 60 Tagen zu gewähren. Das heisst konkret: Der bisherige Vorstand, der eigentlich abtreten wollte, bleibt weitere 60 Tage im Amt. Unterdessen wird die Gruppe um Kühne und Lorez Personen für den neuen Vorstand suchen. Diese werden an einer weiteren Versammlung Ende August zur Wahl gestellt. „Wir sind bereit, auf diese Verlängerung einzutreten“, sagte Sabrina Suter namens des Vorstandes. „Wir werden unsere Aufsichtspflicht weiterhin wahrnehmen, aber sicher keine Entscheide für die weitere Zukunft mehr fällen.“

Laut Patrick Müller ist das Programm des Südpols bis im Juni 2019 aufgegleist. Von daher bestehe noch ein wenig Spielraum für die Suche nach einer Nachfolge: „Wenn die neue Leitung im Januar 2019 die neue Saison zu planen beginnt, ist das machbar.“ Weniger verheissungsvoll klangen die aktuellen Zahlen, die der Vorstand auf Drängen von zwei Mitgliedern hin schliesslich bekannt gab. Das betriebliche Monats-Reporting zeige ein Defizit von 60.000 Franken (statt den budgetierten 7000 Franken Gewinn), sagte Suter. „Aber wenn die Massnahmen greifen, die wir einkalkuliert haben, wird es Ende Jahr eine schwarze Null geben.“

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