SÜSSES: Wo Kinderträume wahr werden

Gummibärchen, Rosinen und ganz viel Schokolade: Am gestrigen Kindertag konnten Kinder in die Rolle von Chocolatiers und Bäckern schlüpfen. Doch manche von ihnen fühlten sich eher zu Testessern berufen.

Gabriela Jordan
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Kinder durften beim Stand von Chocolatier Aeschbach ihre eigenen Schokoladentafeln verzieren. (Bild: Dominik Wunderli (3. Mai 2017))

Kinder durften beim Stand von Chocolatier Aeschbach ihre eigenen Schokoladentafeln verzieren. (Bild: Dominik Wunderli (3. Mai 2017))

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Kein Gezappel, kein Gedränge und auch kein Gekreische. Erstaunlich ruhig und diszipliniert warten die Kinder in der Schlange, um beim «Schoggi-Stand» ihre eigene Schokoladentafel verzieren zu dürfen. Am gestrigen Kindertag an der Luga durften sie ihrer Kreativität beim Chocolatier-Aeschbach-Stand nämlich freien Lauf lassen und sich mit Gummibärchen und Zuckerherzen austoben. «Wichtig ist, dass ihr die Dekoration auf die Schokolade tut, solange sie noch flüssig ist», mahnt eine Chocolatière die rund 30 Kinder und gibt ihnen noch einige weitere Instruktionen. Diesen zuzuhören, liegt dann aber doch an den Eltern; die Kinder lugen schon zu den bunten Süssigkeiten auf den Tischen.

Aus einer nicht zu übersehenden Schokoladenmaschine – aus der in einem dicken Strahl Milchschokolade fliesst – erhalten die Kinder dann schön gestaffelt ihre noch flüssige «Schoggi» in einer Tafelform. Chocolatière Edith Forster erklärt, dass die Maschine die Schokolade bei konstant 29 Grad Celsius hält. «So entsteht ein idealer Bruch – sprich, die Schokolade wird nicht gummig, sondern schön knackig.»

Möglichst viel und möglichst bunt

Wenige Augenblicke später können sich die Kinder endlich ihren Kreationen widmen. Dabei zeigt sich durchaus auch mal ihr Wesen: Mal werden Rosinen, Zuckerblümchen und Gummibärchen nach Farbe sortiert und sorgfältig auf die Tafel gereiht, und mal scheint das Ziel «möglichst viel und möglichst bunt» zu lauten. Genauso beobachtet es auch Marianne Cotting, die mit ihren drei Enkeln an die Luga gekommen ist: «Es ist lustig, drei Kinder, und jedes macht etwas völlig anderes.» Michael (8) zum Beispiel reiht Gummibärchen zu einer «Loki» aneinander. «Die schenke ich dem Opa, der mag auch Lokis», sagt er. Mit dieser edlen Absicht scheint er fast der Einzige zu sein; «sälber ässe» ist definitiv höher im Kurs, wie eine kurze Umfrage bei den Kindern ergibt. «Und alles an einem Tag», sagt Pierre (8). «Ein bisschen am Morgen, am Mittag und am Abend», ergänzt ihn sein junger Freund zustimmend.

Bevor die kleinen Kunstwerke im Kühlschrank genug runtergekühlt sind, müssen sich die Kinder schliesslich noch ein wenig gedulden (insgesamt wurden 17 Kilogramm Schokolade verarbeitet). Die drei anwesenden Chocolatiers beschäftigen sie derweil mit einem Quiz, wobei die Kinder etwa erfahren, dass weisse Schokolade nicht aus weissen Kakaobohnen entsteht.

Am Kindertag konnte man sich ausserdem das Gesicht schminken lassen, FCL-Autogramme holen – oder selber einen Zopf backen. Ähnlich wie beim «Schoggi-Stand» erhielten Kinder bei den Zentralschweizer Bäuerinnen in der Halle 12 etwas Zopfteig. Über 100 Kinder durften drauflosrollen und herumkneten. Sie verarbeiteten etwa 12 Kilogramm Teig. Geformt wurden Brezel, Schlangen oder gar Schildkröten. «Iss keinen Teig», sagte ab und zu eine Mutter. «Macht nichts, das Mehl allein ist auch gut», meinte darauf Kyra (6) und schleckte ihre Hand ab. Etwas Zucker und Rosinen auf den Teig – und ab in den Ofen.