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Super für die Gesundheit, noch besser fürs Geschäft

Die Eröffnung der ersten Superfood-Bar in der Stadt Luzern zeigt einmal mehr: Trendiges Essen und Nachhaltigkeit unter einen Hut zu bringen, gleicht einer Gratwanderung.
Ines Häfliger
Wohl bekomm's: Eine Açaì-Bowl. (Bild: PD)

Wohl bekomm's: Eine Açaì-Bowl. (Bild: PD)

«Superfood» boomt. Lebensmittel mit angeblich besonders hohem Nährstoffgehalt wie Chia-Samen oder Goji-Beeren sind mittlerweile nicht mehr aus den Ladenregalen wegzudenken. Ausgehend von den Grossstädten, hat der Trend vor einigen Jahren die Schweiz erreicht. Nun auch Luzern: Seit gestern beglückt die Superfood-Bar «Wild Bowls» die hiesige Fangemeinde von exotischen Food-Bowls.

Gegründet wurde die hippe Einkehrmöglichkeit an der Moostrasse 1 in der Luzerner Neustadt von Dennis Wild und Markus Kragler. Die Foodbar-Besucher haben die Wahl zwischen verschiedenen «Superfood Bowls»: Die Basis bilden jeweils pürierte Açaì-Beeren, Drachenfrüchte oder Kokosnüsse. Garniert wird das Püree mit frischen Früchten und geröstetem Knuspermüesli. Auch Salate und Fruchtsäfte stehen auf der Menükarte.

«Wir setzen auf eine Mischung zwischen lokalem und exotischem Superfood.»

Der unbestrittene Star der Foodbar bleibt aber die Açaì-Beere. Diese ist die Frucht der Kohlpalme, einer in Südamerika heimischen Palmenart. Verkauft und importiert wird die Beere als tiefgefrorenes Püree oder als Pulver – sie ist roh nicht geniessbar. Aufgrund ihres grossen Kerns wird nur die Haut verarbeitet.

Kennen und lieben gelernt haben Dennis Wild und Markus Kragler die nährstoffreiche Bowl während ihren Surfferien in Australien und auf Hawaii. Beide waren auf Anhieb begeistert von Geschmack und Konsistenz des Fruchtpürees. So begeistert, dass sie die Açaì-Bowl auch zuhause in der Schweiz anbieten wollten. Bis vor kurzem tourten die beiden Sunnyboys mit einem Imbisswagen durchs Land. Mit der Eröffnung ihres eigenen Ladenlokals hätten sie auf die positiven Reaktionen der Foodtruck-Kundschaft reagiert, sagen sie. Der 28-jährige Dennis Wild ist zuversichtlich, was die langfristige Nachfrageentwicklung anbelangt: «Der Trend hält sich seit Jahren. Superfoods haben sich bewährt.»

Lange Transportwege sind ein Problem

Doch wie berechtigt ist der Hype wirklich? Vielerorts ist der Boom von exotischen Superfoods oft stärker auf das erfolgreiche Marketing der Unternehmen zurückzuführen als auf wissenschaftlich bewiesene Gesundheitsvorteile. Das wird auch am Beispiel der Açaí-Beere deutlich. Fans der südamerikanischen Frucht schwören auf ihren hohen Nährstoffgehalt und ihre sättigende Wirkung. Tatsache ist aber: Im Vergleich mit heimischen Alternativen zieht die Açaí-Beere jedoch den kürzeren. Viele ihrer Nährstoffwerte sind identisch oder tiefer als jene von Heidelbeeren, Brombeeren und Sanddorn. Insbesondere Letzterer ist eine Vitamin-C-Bombe.

Dennis Wild und Markus Kragler in ihrer Luzerner Superfood-Bar. (Bild: PD)

Dennis Wild und Markus Kragler in ihrer Luzerner Superfood-Bar. (Bild: PD)

Preislich hingegen übertrumpft die Açaí-Beere die lokalen Optionen um ein Vielfaches. Und bezüglich CO2-Ausstoss fällt sie aus Transportgründen gar deutlich ab. Dennis Wild relativiert: «Der Import ist der einzig negative Aspekt. Die positiven Faktoren überwiegen.» Trotz des langen Transportweges tue man der Umwelt mit dem Kauf einer Açaì-Bowl etwas Gutes, ist der Zuger überzeugt: «Die Ernte der Açaì-Beeren schützt den Regenwald vor der Abholzung.»

Da die Kohlpalme natürlicher Bestandteil des südamerikanischen Regenwalds ist und sie schnell Erträge abwirft, ist für den Açaì-Anbau keine Monokultur notwendig. Zudem verzichten die Jungunternehmer auf künstliche Inhaltstoffe und setzen beim Grossteil der Zutaten auf Bioqualität. Wer auf importierte Produkte verzichten möchte, dem bietet «Wild-Bowl» eine Auswahl von regionalen Produkten. «Wir setzen auf eine Mischung zwischen lokalen und exotischen Superfoods», so Wild. «Schliesslich sind Äpfel, Birnen und Brombeeren mindestens genauso gesund wie Bananen oder Avocados.» Das exotische Obst der Umwelt zuliebe ganz von der Karte zu streichen, kommt für Dennis Wild definitiv nicht in Frage: «Dafür sind wir zu grosse Fans der Açaì-Beere.»

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