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Superreiche Ausländer kaufen das Luzerner Hotel Spatz

Eine sehr wohlhabende deutsche Unternehmerfamilie hat kürzlich das Hotel Spatz gekauft. Der Betrieb soll laut Käuferschaft künftig wie bisher weitergeführt werden.
Thomas Heer
In neuen Händen: das Restaurant/Hotel Spatz an der Obergrundstrasse. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 17. Januar 2019)

In neuen Händen: das Restaurant/Hotel Spatz an der Obergrundstrasse. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 17. Januar 2019)

Sven Stindt blickt auf turbulente Wochen zurück. Der Pächter vom Restaurant/Hotel Spatz wandte in den letzten viereinhalb Jahren viel Energie und Herzblut für seinen Betrieb auf. Er hat das Gastrounternehmen auf die Erfolgsspur zurückgeführt und steigerte die Bettenauslastung von 47 auf hohe 82 Prozent. Lange trug er sich mit dem Gedanken, die Liegenschaft an der Obergrundstrasse selber zu kaufen. Schliesslich hatte ihm der frühere Besitzer ein Vorkaufsrecht zugebilligt.

Aus dem Kauf wurde für Stindt nun aber letztlich nichts. Der Pächter hätte wohl auf die Schnelle vier oder fünf Millionen Franken auftreiben müssen. Kein einfaches Unterfangen, wenn man dabei womöglich auf die finanzielle Hilfe einer Bank angewiesen ist. Vor wenigen Tagen nun ist das Hotel/Restaurant Spatz an einen neuen Besitzer übergegangen. Und zwar handelt es sich beim neuen Eigner um eine Aktiengesellschaft. Diese ist im Besitz einer sehr wohlhabenden deutschen Industriellen-Familie. In verschiedenen Wirtschaftsmagazinen wird ihr Vermögen auf einen zehnstelligen Frankenbereich geschätzt.

Investitionen im mittleren Segment

Als Firmenzweck der oben erwähnten AG wird im Handelsregister unter anderem Folgendes aufgeführt: «Erbringung von Dienstleistungen in der Gastronomie und in der Hotellerie.» Auf die Frage, wie es mit dem Gastrobetrieb in Zukunft weitergehen wird, sagt die Präsidentin des Verwaltungsrates Eva Ebstein: «Es sind keine Veränderungen geplant.» Gemäss Zonenplan wäre es möglich, die Immobilie durch eine Aufstockung zu vergrössern. Das heisst, zu den heute 16 Zimmern könnten noch zusätzliche Räume gebaut werden. «Solche Pläne aber bestehen nicht», sagt Ebstein.

Als Aussenstehender und Nichtfachmann kann man sich fragen, weshalb sehr reiche ausländische Investoren auf die Idee kommen, eine Immobilie wie das Hotel Spatz zu erwerben. Hinter dem Kauf steckt offenbar eine Strategie. Eva Ebstein sagt dazu: «Wir glauben an den Tourismus in der Schweiz. Wir investieren bewusst nicht im hochpreisigen Segment, sondern in einem Bereich mit Dienstleistungen zu einem vernünftigen Preis.» So kostet eine Übernachtung im Hotel Spatz zirka 150 Franken.

Neben dem Gastrobetrieb beim Eichhof gehört Ebstein auch das Boutique Hotel Belle Epoque mitten in der Berner Altstadt. Zusammen mit ihrem Gatten übernahm die Unternehmerin das Haus im Jahr 2011.

Im Jahr 2012 kam es zum Kauf von Chronoswiss

Bereits ein Jahr später akquirierte das Ehepaar Ebstein die Firma Chronoswiss und verlegte den Geschäftssitz von München in die Stadt Luzern. Das Unternehmen stellt hochwertige mechanische Uhren her und beschäftigt mittlerweile 20 Personen. Chronoswiss unterhält im Gebiet Löwenplatz eine öffentlich zugängliche Manufaktur. An diesem Ort ist es für die Besucher möglich, den Uhrmachern bei ihrer Tätigkeit zuzusehen.

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