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SURSEE: Baumschlag bewegt Gemüter

Im Willematt-Park ­sollen der Verlauf der Sure verlegt und Bäume gefällt werden. Das sorgt in der Bevölkerung des Städtlis für Ärger.
Mario Wittenwiler
Hier vor dem City-Park soll die Sure (im Bild durch Äste verdeckt) um zwei Meter verlegt werden. Auch Bäume sollen weichen.

Hier vor dem City-Park soll die Sure (im Bild durch Äste verdeckt) um zwei Meter verlegt werden. Auch Bäume sollen weichen.

Die Überbauung City-Park in Sursee sorgt für Unmut: Ein Anwohner, der nicht namentlich genannt werden möchte, hatte gegen den Bauplan Einsprache eingereicht. «Obwohl per Gesetz sechs Meter Wasserabstand gefordert sind, mass ich an zwei Stellen lediglich vier Meter», sagt er. Da der Stadtrat nur kostenpflichtig auf seine Einsprache eingehen wollte, habe er diese zurückgezogen.

«Die gesetzlich vorgeschriebenen Abstände der Neubauten zur Sure werden bereits heute wie auch im Revitalisierungsprojekt eingehalten», schreibt Sylvia Durrer in einem Antwort-Mail auf Anfrage unserer Zeitung. Genau diese Argumentation bezweifelt der grüne Kantonsrat Andreas Hofer, der in der Nähe der Überbauung wohnt: «Ich finde das Projekt sehr grenzwertig, es wird nicht mit gleichen Ellen gemessen», so Hofer. «Gut möglich, dass die Tiefgarage einmal überflutet wird. Die Überbauung befindet sich nämlich in einer eingezeichneten Gefahrenzone.»

Sure soll verschoben werden

Gleich neben dem City-Park befindet sich das Fellmann-Areal, im Volksmund auch «Willematt-Park» genannt. Auch für diesen gibt es ein Bauprojekt, das die Gemüter bewegt. Bis am 21. Mai liegt das Baugesuch bei der Stadt auf. Die Finanzierung wird durch die Marianne-&-Peter-Ehret-Stiftung ermöglicht.

Das Projekt sieht unter anderem vor, dass die Betonmauern der alten Sure im Bereich Unterer Graben, auf der Höhe, wo früher die Gärtnerei Wüst stand, abgebaut werden. Danach sollen die Ufer abgeflacht werden. Weiter soll der Verlauf der alten Sure weiter oben, wo sie bis heute in ihrem natürlichen Bett fliesst, um rund zwei Meter stadteinwärts verschoben werden. Insgesamt sollen 29 Bäume und Sträucher gefällt werden, wobei 37 Bäume und Sträucher im Park und neben der Sure neu gepflanzt werden. Dass eine Reihe alter Bäume gefällt werden soll, welche bis zu 30 Meter hoch sind, sorgt im Städtli für Kopfschütteln. Auch die Änderung des Surenverlaufs kommt nicht bei allen gut an. Durch die Verlegung der Sure würde der Park in der heutigen Form rund 850 Quadratmeter seiner Fläche verlieren. Dafür kommen zwar auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei Wüst 1500 Quadratmeter neue Parkfläche für die Öffentlichkeit hinzu. Manch einem Städlibewohner drängt ein Verdacht auf: Will man hier, weil beim Bau der Mehrfamilienhäuser der Wasserabstand möglicherweise eben doch nicht eingehalten wurde, dies unter dem Deckmantel eines Revitalisierungsprojekts in Ordnung bringen? «Das Revitalisierungsprojekt der Sure steht in keinem direkten Zusammenhang mit dem City-Park», erklärt Sylvia Durrer von der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif), welche das Projekt seitens des Kantons begleitet. Wasserbauprojekte sind per Gesetz in der Verantwortung des Kantons. In diesem Fall delegierte dieser die Bauherrschaft an die Stadt Sursee.

Open-Air-Kino bedroht

Das Bauprojekt sieht weiter eine Flutmulde vor, welche von der neuen in die alte Sure führt. Heute kommt es bei starkem Regen vor, dass die neue Sure überläuft und sich Wasser im Park ausbreitet. «Mit der Flutmulde wird das überlaufende Wasser kanalisiert werden», erklärt Franz Hürlimann vom Tiefbauamt Sursee.

«Eine solche Flutmulde ist unnötig», sagt Robi Schnyder, Veranstalter des jährlichen Open-Air-Kinos im Park. «Um das Wasser zu kontrollieren, gibt es schon ein Wehr oberhalb der Strasse». Er hofft, dass er von der Stadt in den nächsten Wochen die Zusage erhält, das Open-Air-Kino auch dieses Jahr im Park durchzuführen. Total gefährdet ist das Open-Air-Kino aber nicht: Schnyder: «Im Notfall hätten wir eine Alternative.»

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