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Sursee baut neues Quartier

Das zirka 21 000 Quadratmeter grosse Areal der Frischfleisch AG soll überbaut werden. Geplant sind rund 300 Wohnungen. Bis es allerdings soweit ist, sind noch einige Hürden zu nehmen.
Ernesto Piazza
So könnte das Frischfleisch-Areal in Sursee dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung: Lussi+Partner/Nightnurse)

So könnte das Frischfleisch-Areal in Sursee dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung: Lussi+Partner/Nightnurse)

Das Areal der Frischfleisch AG befindet sich nördlich der Stadt Sursee – in deren heutigem Industriequartier. Über den Grünraum der Sure ist es mit dem Zentrum verbunden. Aktuell arbeiten im Unternehmen rund 300 Mitarbeiter. Aufgrund der Entwicklungsvorstellungen der Stadt sollen bestimmte Gebiete in der Industriezone künftig als Wohnquartiere genutzt werden. Dazu gehört auch das zirka 21 000 Quadratmeter grosse Areal der Frischfleisch AG.

Am Montagabend fand im Anschluss an die ordentliche Gemeindeversammlung eine Orientierung zum Projekt und dem entsprechenden Bebauungsplan Surehof (Areal Frischfleisch AG) statt. Dieser liegt seit gestern und bis am 15. Juni auf der Stadtverwaltung zur Einsichtnahme auf.

Neues Quartier in Sursee

Rund 20 Prozent preisgünstiger Wohnraum

Aus dem für diese Überbauung lancierten Architekturwettbewerb ging die Planergemeinschaft Büro Lussi+Partner AG (Architekt), Luzern, sowie Köpfli Partner (Landschaftsarchitekt) als Sieger hervor. Das Projekt umfasst vier unterschiedliche Gebäude, welche gemeinsam ein «U» bilden. Im Zentrum der Siedlung ist ein Hof angedacht, der sich zum Raum der Sure – und damit zu einem Naherholungsgebiet der Stadt – öffnet. Geplant sind rund 300 Wohnungen mit 2 ½- bis 5½-Zimmern – und zwar überwiegend im Miet-, denn im Eigentumssegment. In den Vorschriften wird auch bestimmt, dass rund 20 Prozent preisgünstiger Wohnraum geplant ist. Das heisst: Diese Einheiten sollen keinen Gewinn abwerfen. Die Überbauung beinhaltet etwa 60 verschiedene Wohnformen. Es sei «viel Gemeinschaftsraum» vorgesehen, sagte Hansueli Remund, welcher für die Projektkoordination verantwortlich ist. Geplant ist ausserdem eine Tiefgarage. Vorgesehen sind insgesamt rund 430 Parkplätze. Zudem wird es zirka 1100 Veloabstellplätze geben. Zum finanziellen Rahmen könne man im jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben machen, hiess es.

Durch die Überbauung soll «eine Art neues Quartier» entstehen, so der Projektkoordinator. Es würden Raumstrukturen vorgeschlagen, welche ein Zusammenleben von unterschiedlichen Bewohnern und Generationen ermöglichten, steht im Planungsbericht. Weiter sind Gewerbe- und Dienstleistungsflächen und – im Übergang zum Sureraum – ein Quartiercafé möglich. Er könnte sich sogar einen kleinen Grossverteiler vorstellen, sagte Architekt Thomas Lussi.

Die Erstellung der Wohnungen ist in mindestens zwei Etappen geplant. Bauvorsteher und Stadtrat Bruno Bucher (FDP) sprach von einer «mittelfristigen Entwicklung». Der in den Vorschriften festgeschriebene früheste Baubeginn im Jahre 2024 betrachtet er als «absolut optimistisch.» Dies vor allem auch, weil der Wegzug der Frischfleisch AG in Etappen erfolgen wird und Zeit benötigt, wie am Montagabend bekannt wurde. Die Finanzierung dieses Unterfangens könne aber nur über eine Veräusserung des fraglichen Areals sichergestellt werden, heisst es im Planungsbericht. Dazu seien eine hohe Baudichte und gesicherte planungsrechtliche Grundlagen wichtige Voraussetzungen.

Schützen verursachen noch zu viel Lärm

Was den Verkauf des Areals betrifft, ist bereits eine Lösung gefunden worden. Die Areal Sursee Zug AG hat das Grundstück erworben. Unter dem Namen Areal Hitzkirch Zug AG sicherte sich die Investorenfamilie Ketterer kürzlich bereits die knapp 40 000 Quadratmeter des ehemaligen Granador-Areals auf Hitzkircher und Ermenseer Boden (Ausgabe vom 28. Februar). Christof Meyer, Chief Investment Officer (CIO) der Sayano Familiy Office AG mit Sitz in Wollerau, vertritt die Areal Sursee Zug AG. Er bestätigte die «Mittelfristigkeit des Projekts.» Das wiederum hat auch zur Folge, dass zwischen der Frischfleisch AG und der Investorenseite ein mehrjähriger Mietvertrag mit Verlängerungsoption abgeschlossen wurde. Zudem vereinbarten die Parteien ein Rückkaufsrecht zu Gunsten der Frischfleisch AG. Für die Mitarbeitenden, Kunden und Lieferanten ergeben sich somit bis auf weiteres keine Änderungen.

Bei Baubeginn muss allerdings der angrenzende Pistolenstand entweder «eingehaust» oder unter den Boden verlegt werden. Die Schiesslärm-Emissionen für eine umweltrechtliche Wohnentwicklung seien nicht zulässig, heisst es im Planungsbericht. Verhandlungen zwischen der Schützengesellschaft und der Stadt sind aufgenommen, aber noch nicht abgeschlossen. Man gehe davon aus, sagt Bauvorsteher Bucher, dass diese Lärmquelle bis zum Baubeginn wegfalle.

Lärm könnte aber auch für die Mieter in oberen Etagen ein Thema sein. Denn die in unmittelbarer Nähe liegende Autobahn A2 verursacht «hohe Lärmemissionen», steht im Planungsbericht. Daher wurden bei den besonders betroffenen nördlich gelegenen Wohnungen spezielle Wohngrundrisse entwickelt. Trotz hoher Baudichte wird das Konzept Surehof auf die Realisierung von Hochhäusern (Gebäude über 30 Meter) verzichtet. Die Höhen variieren zwischen 17 und 26 Metern – mit einem Gebäude von 30 Metern an der Sure als Abschluss.

Und wie geht es mit dem Projekt weiter? Im Herbst soll es öffentlich aufgelegt werden. Im Frühling 2019 dürfte die Gemeindeversammlung über die Ortsplanungsrevision befinden – und damit auch über die Umzonung des Frischfleisch-Areals. Im Herbst 2019 wird die Gemeindeversammlung dann über den Bebauungsplan Surehof entscheiden.

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