Sursee: Blitzschachturnier lockt Dutzende ins Rathaus

In Sursee hat am Samstag das dritte Blitzschachturnier stattgefunden. Dabei zeigte sich, wer der schnellste Denker ist.

Chiara Zgraggen
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Das Blitzschachturnier im Rathaus Sursee bringt die Teilnehmer ins Grübeln.

Das Blitzschachturnier im Rathaus Sursee bringt die Teilnehmer ins Grübeln.

Corinne Glanzmann, Sursee, 7. Dezember 2019

Viel mehr als das Klacken von Holzfiguren ist an diesem Samstag aus dem Saal im Obergeschoss des Surseer Rathauses nicht zu hören. Dort findet nämlich das dritte Blitzschachturnier des Schachclubs Sursee statt. Beim Augenschein vor Ort läuft die dritte Runde des Turniers. Angestrengt schauen die Spieler aufs Brett. Schnell wie eine angreifende Schlange verrücken sie die Figuren, nehmen den Bauern oder das Pferd des Gegenübers weg und betätigen die Zeituhr. Die Zeit ist ein wichtiger Faktor des heutigen Turniers. Pro Partie hat jeder Spieler nur sieben Minuten Zeit, um seiner Strategie zu folgen oder diese spontan zu ändern.

An einem Tisch sitzt die elfjährige Lisanne. Am frühen Morgen verweilte sie noch am Frühstückstisch, jetzt sitzt sie einem gut 40-jährigen Gegner gegenüber. Nach vierzehn Minuten kann sie als Gewinnerin vom Tisch aufstehen. Zielgerichtet läuft sie zum Kassier des Clubs und verkündet stolz ihr Ergebnis. «Das Spielen macht mir unglaublich Spass», erzählt sie mit funkelnden Augen. Sie, die seit zwei Jahren im Schachclub ist und nicht daran glaubt, den Sieg heute nach Hause nach Rain zu holen.

Die elfjährige Lisanne Schläpfer ist eine der jüngsten Teilnehmerinnen.

Die elfjährige Lisanne Schläpfer ist eine der jüngsten Teilnehmerinnen.

Corinne Glanzmann, Sursee, 7. Dezember 2019

Fleissarbeit ist gefragt – Talent allein reicht nicht

Wie Ramon Suter, Kassier des Schachclubs Sursee, erzählt, hat der Verein wie so manch anderer Probleme mit Überalterung. Doch es sei ihnen mittlerweile gelungen, das Steuer herumzureissen. So bietet der Verein seit diesem Jahr eine Juniorenabteilung mit Kursen an, welche gemäss Suter auf viel Zuspruch stossen würden. Dennoch sagt er:

«Während ihrer Pubertät verlieren wir viele junge Spieler.»

Einen Grund sieht er darin, dass andere Sportarten wie Fussball mehr Prestige mit sich brächten. Zudem brauche es für das Training, das gerne vier Stunden dauern kann, viel Fleiss. Talent allein reiche nicht.

Die Schachspieler konzentrieren sich auf ihre Partie.

Die Schachspieler konzentrieren sich auf ihre Partie.

Corinne Glanzmann, Sursee, 7. Dezember 2019

Die Resultate finden Sie unter: http://chess-results.com/tnr496304.aspx?lan=0&art=1&rd=9 .