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SURSEE: Das sind die grössten Verkehrsprobleme

Die Stadt sucht nach Lösungen für ihre Verkehrsprobleme. Das eigentliche Nadelöhr bildet in Sursee die Ringstrasse mit ihren drei Kreiseln.
Ernesto Piazza
Die Verkehrssituation in und um Sursee. (Bild: Grafik Neue LZ)

Die Verkehrssituation in und um Sursee. (Bild: Grafik Neue LZ)

Ernesto Piazza

Rund 24 000 Fahrzeuge frequentieren in Sursee täglich die Ringstrasse. Vor allem zu den Rushhour-Zeiten kommt es beim eigentlichen Surseer Verkehrshotspot täglich zu massiven Staus. Speziell am Morgen und am Abend vermögen auch die an dieser Verbindung liegenden Kreisel Schlottermilch, Bifang und Chotten nicht für die gewünschte Entlastung zu sorgen (siehe Grafik).

Bauprojekte sollen Lage entschärfen

Mit diversen Bauprojekten versuchen die Stadt Sursee und der Kanton Luzern die aktuelle Verkehrssituation zu entschärfen. Beispielsweise durch den aktuellen Ausbau des Chottenkreisels – oder mit dem Provisorium Münsterkreisel. Beim Münsterkreisel dränge die Stadt vorerst nicht auf einen weiteren Ausbau, sagt der Surseer Bauvorsteher Bruno Bucher. Der Kanton entscheide jedoch, in welcher Priorität und in welcher Dimension – mit oder ohne Bypässe – der definitive Endausbau als Betonkreisel erfolge. Das Projekt ist im kantonalen Bauprogramm 2015 bis 2018 im Topf A (siehe Box), in dem mit dem Bau bis 2018 begonnen werden soll, enthalten.

Um der äusserst angespannten Verkehrssituation zu begegnen, arbeitet in Sursee der erfahrene Projektleiter Marco Rupp als Zentrumsplaner. Dass sich das Bild in der Stadt Sursee in der nächsten Zeit abrupt im positiven Sinne ändern könnte, verneint der Projektleiter allerdings. Er sagt sogar: «Wir müssen bei der Planung und der Umsetzung realistisch sein. Nirgends in der Schweiz kann die Verkehrsinfrastruktur von der Dimension her auf die Spitzenstunden ausgerichtet werden. Die Kosten für Investitionen und Unterhalt würden den finanziellen Rahmen sprengen.»

Die grosse Herausforderung in Sursee als zweites Zentrum des Kantons beinhalte einerseits den motorisierten Individualverkehr und andererseits den öffentlichen Verkehr. Zudem gehe es um die Velonetzplanung, erklärt Rupp. «Diese drei Komponenten gilt es unter einen Hut zu bringen.» Dabei spricht der Zentrumsplaner primär davon, die Leistungsfähigkeit der Ringstrasse sicherzustellen. «Sie bildet verkehrstechnisch das Rückgrat für Sursee.» Wenn der Fluss bei diesem Hotspot nicht gewährleistet ist, weicht der motorisierte Individualverkehr noch mehr auf die Quartiere aus. Beispielsweise auf die Luzernstrasse: Sie verbindet Sursee mit Oberkirch und wird bereits heute von knapp 10 000 Fahrzeugen täglich befahren. Die Attraktivität der Luzernstrasse beabsichtige man mit Temporeduktionen für den Durchgangsverkehr zu mindern, sagt Marco Rupp.

Sämtliche Varianten prüfen

Weiter versucht man auch, den Verkehr auf den Chottenkreisel zu bringen. Dieser wird momentan mit Bypässen ausgebaut. Dies soll dazu führen, dass die Fahrzeuge vermehrt über die sogenannte Umfahrungsstrasse (von und nach Oberkirch) rollen. Bereits heute wird diese Strasse täglich von rund 12 000 Fahrzeugen benutzt.

Weil die Ringstrasse das eigentliche Nadelöhr in der ganzen Surseer Verkehrsthematik darstellt, wolle man sämtliche Varianten prüfen, sagt Rupp. Das heisst: «Wir müssen beim motorisierten Individualverkehr die Strategie aufarbeiten und die Massnahmen entwickeln.» Diesbezüglich befinde man sich noch in der Analysephase. Für den Zentrumsentwickler ist jedoch bereits jetzt klar: «Die beiden Kreisel Schlottermilch und Bifang müssen aus- beziehungsweise umgebaut werden.» Diese mittelfristige Lösung dürfte sich über einen Zeithorizont von 5 bis 15 Jahre erstrecken.

«Halbstundentakt kommt»

Beim öffentlichen Verkehr (ÖV) liege die Federführung zwar beim Verkehrsverbund Luzern, sagt Marco Rupp. Doch der in jüngster Zeit starke Frequenzausbau bei den Buslinien bringe erwiesenermassen viel zusätzlichen Verkehr auf die Ringstrasse. Trotz bereits erfolgter Takterhöhungen sieht Rupp dieses Angebot noch nicht als ausgereizt an. Rupp spricht unter anderem den momentanen Stundentakt auf der Bahnstrecke Bern–­Luzern mit Halt in Sursee an. «Es braucht zwar noch zwei, drei Jahre: Doch der Halbstundentakt bei Bahn und Bus kommt», so Rupp. Diese Konstellation bringe zudem bessere Anschlüsse Richtung Mittelland. Dennoch spricht sich der Projektleiter aber nicht primär für zusätzliche ÖV-Linien im Raum Sursee aus. Vielmehr müsse es das Ziel sein, das vorhandene Angebot zu optimieren und punktuell zu verbessern, erklärt Rupp.

450 000 Franken vom Kanton

Der öffentliche Verkehr geniesst auch in Sursee hohe Priorität. Der Bahnhof Sursee soll in den nächsten Jahren um- und ausgebaut werden. Mittlerweile liegt der Lead bei der Projektplanung des neuen Bahnhofs bei der Stadt. Der Masterplan ist unterschrieben und das Konzept vorhanden. Aktuell steht der Start für ein Vorprojekt unmittelbar bevor. Daran beteiligt sich der Kanton mit 450 000 Franken. Die Realisierung des neuen Bahnhofs Sursee ist für 2019 geplant. Mit der angedachten Lösung soll der Durchgangsverkehr möglichst von diesem Platz ferngehalten werden.

Velonetz soll definiert werden

Als dritte Komponente erwähnt Marco Rupp die Velonetzplanung. Zur Diskussion steht in Sursee beispielsweise, das Zentrum über sogenannte Korridore zu erschliessen. Aufgrund der wichtigsten so zu erschliessenden Standorte wie Schule, Altstadt, Bahnhof oder Freizeitanlagen soll das konkrete Velonetz im Sinne von Pro Velo definiert werden.

Premium-Route Velo möglich

In diesem Zusammenhang ist für Marco Rupp auch eine sogenannte Premium-Route Velo durchaus ein Thema. Diese könnte über oder neben der Ringstrasse und weiter über die Chris­toph-Schnyder-Strasse/Merkurstrasse nach Oberkirch führen. Im Oktober sollen 12 bis 15 Personen aus allen Sursee-plus-Gemeinden eine mögliche Velonetzstrecke miteinander abfahren und dabei die Schwachstellen beurteilen. Auf diese Weise lasse sich ein künftiger Verlauf der Route besser eruieren und später auch bearbeiten, sagt Rupp.

Zu diesen Gemeinden gehören Geu­ensee, Oberkirch, Mauensee, Schenkon, Knutwil und Sursee. Die Gemeinden haben sich entschlossen, die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung gemeinsam zu koordinieren (Ausgabe vom 2. Juli). Dazu unterzeichneten sie zusammen mit dem Regionalen Entwicklungsträger der Region Sursee-Mittelland (RET) ein entsprechendes Agreement.

Weiteres Bevölkerungspotenzial

Momentan hat Sursee zirka 9500 Einwohner und rund 12 500 Beschäftigte. Aktuell liesse sich in Sursee, ohne einen weiteren Quadratmeter einzuzonen, nochmals eine Bevölkerungszunahme von 20 bis 30 Prozent realisieren, so Rupp. Die Nachfrage nach diesem Wohnraum sei vorhanden. Doch bei allem Wachstum: «Die Nachhaltigkeit soll im Vordergrund stehen», sagt Rupp. Die Aspekte Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft müssten in einem möglichst optimalen Einklang miteinander stehen.

Kantonsrat stoppte Talstrasse

nus. Neben Sursee ächzen auch andere Gemeinden auf der Landschaft unter dem Verkehr. So etwa die Seetaler Gemeinden Hochdorf, Ballwil und Eschenbach. Sie hätten mit der rund 100 Millionen Franken teuren Talstrasse entlastet werden sollen. Der Kantonsrat stoppte das Projekt am 5. November 2014 jedoch und sorgte mit 56 zu 41 Stimmen dafür, dass die Talstrasse Geschichte war.

Wolhusen darf weiter hoffen

Zu längeren Diskussionen führte gleichentags die seit Jahrzehnten geplante Südumfahrung von Wolhusen, ebenfalls ein 100-Millionen-Projekt. SP, Grüne und GLP wollten die Umfahrung aus dem Strassenbauprogramm kippen, scheiterten jedoch deutlich: Das Parlament lehnte ihren Streichungsantrag mit 70 zu 27 Stimmen ab.

Beromünster erhält Umfahrung

Grosse Gewinnerin der Debatte um das Strassenbauprogramm war die Gemeinde Beromünster. Der Kantonsrat hiess am 3. November 2014 den Antrag der Regierung, die knapp 9  Millionen Franken teure Westumfahrung zu priorisieren, gut. Das heisst, dass mit dem Bau der in Topf A verschobenen Strasse bis 2018 begonnen wird. Schneller als ursprünglich geplant realisiert werden soll auch die Ostumfahrung: Das 16-Millionen-Projekt wurde von Topf C in Topf B verschoben, soll also ab 2019 gebaut werden.

Das sind die drei Töpfe des Strassenbauprogramms:

  • Im Topf A befinden sich 74 Projekte, die bis 2018 begonnen werden sollen. Kostenpunkt: 266 Millionen.
  • Topf B umfasst 36 Projekte im Umfang von 307 Millionen, die bis 2018 geplant werden sollen.
  • Im Topf C befinden sich alle übrigen Projekte, die nach 2018 angegangen werden. Kostenpunkt: 878 Millionen.

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