SURSEE: Der Spagat zwischen zwei Musikwerken

Das Vokalensemble Pro Musica Viva führt das Passionskonzert «Der Tod Jesu» auf. Der Verein sieht dies als Höhepunkt seiner Geschichte.

Ernesto Piazza
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Die Sängerinnen und Sänger des Vokalensembles Pro Musica Viva proben für «Der Tod Jesu». (Bild Nadia Schärli)

Die Sängerinnen und Sänger des Vokalensembles Pro Musica Viva proben für «Der Tod Jesu». (Bild Nadia Schärli)

«Dieses Konzert ist bisher die grösste Herausforderung», sagt Präsident Moritz Estermann. «Der Tod Jesu» von Carl Heinrich Graun stelle für alle Beteiligten eine hohe Hürde dar. Trotzdem hat sich ein 21-köpfiges Ensemble an die Aufgabe gewagt. Das Passionskonzert vom Wochenende soll zum bis­herigen Höhepunkt der 13-jährigen Vereinsgeschichte werden. Der Verein ist in Sursee beheimatet und will auf der Luzerner Landschaft wahrgenommen werden.

Die gesangliche Basis des Ensembles für die beiden Auftritte bilden 11 Frauen – aufgeteilt in sechs Sopran- und fünf Altstimmen – und 10 Männer – zusammengesetzt aus fünf Tenor- und fünf Bassstimmen. Zu den Sängerinnen und Sängern des Vokalensembles kommen bei den Projekten jeweils, je nach Werkwahl, instrumentale Kammermusikformationen und Solisten dazu. Diesmal wird das Ensemble von insgesamt 16 Musikern begleitet.

Werk der Aufklärung

Andreas Felber steht dem Ensemble als künstlerischer Leiter vor. Er spricht in der Beschreibung des Konzerts von einem Werk der Aufklärung, das exemplarisch für die Zeit zwischen Barock und Klassik steht. Das musikalisch-ästhetische Erlebnis erkläre die Aktualität seines Werks ebenso wie die grosse Intensität des Ausdrucks der Komposition.

Für Pro Musica Viva ist das Passionskonzert «Der Tod Jesu» mit dem bisher grössten finanziellen Aufwand von rund 35 000 Franken verbunden. Dieser Umstand habe auch damit zu tun, dass der Chor sich über die Jahre hinweg qualitativ entwickelt und gefestigt habe, sagt Vorstandsmitglied Erwin Broch. Oder anders gesagt: Die Ansprüche an den Chor sind gestiegen. «Wir dürfen bestimmt sagen, dass das Ensemble sich nunmehr etabliert hat und in der ganzen Luzerner Landschaft mutig auftritt.»

Pro Musica Viva weist eine feste Besetzung auf. Das Vokalensemble führt in der Regel pro Jahr jeweils zwei Projekte – ein weltliches und ein geistliches Werk – auf. «Wir grenzen uns ebenfalls von einem Kirchenchor oder einem Männerchor ab», betont Broch. Diese Aussage unterstreicht auch, dass für jedes Projekt immer nur sieben bis acht Proben stattfinden. Die ersten drei bilden die sogenannte Einführungsphase. Nach einer Pause von vier bis sieben Wochen, in denen sich die Sängerinnen und Sänger selber den nötigen Schliff verpassen, folgen die weiteren Proben im Rahmen einer Schlussphase.

Chor hat eine Warteliste

Pro Musica Viva erfreut sich nicht nur einer stetig zunehmenden Beliebtheit bei den Zuhörern, wie Broch sagt. Der Verein hat auch keine Personalsorgen. Es besteht sogar eine kleine Warteliste.

Wie beurteilt der künstlerische Leiter Andreas Felber das Vokalensemble? «Ich empfinde es als sehr lernwillig und enthusiastisch.» Und die Messlatte liege bereits beim Eintritt bei einer beachtlichen Höhe. «Bei uns ist das Vorsingen eine Bedingung», sagt Broch. Felber ist zudem überzeugt, dass eine Gruppierung dieser Grösse einen Schwerpunkt in der A-cappella-Musik setzen sollte. «Der Vorstand legt jeweils die Richtung fest. Der künstlerische Leiter wählt die Werke aus», sagt Estermann. Daher ist es gut möglich, dass für Pro Musica Viva diese Musik künftig vermehrt zum Thema wird.

Hinweis

Weitere Informationen: www.promusicaviva.ch