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SURSEE: Der Surseer Stadtrat kämpft um sein Spital

Ist das Spital bald Geschichte? Die Regierung und die Leitung des Kantonsspitals lassen dies nach wie vor offen. Sicher ist: Der Stadtrat will sich mit allen Mitteln gegen eine Schliessung wehren.
Lukas Nussbaumer
Das Luzerner Kantonsspital Sursee erhält ein Parkhaus. (Bild: PD)

Das Luzerner Kantonsspital Sursee erhält ein Parkhaus. (Bild: PD)

Lukas Nussbaumer

lukas.nussbaumer@luzernerzeitung.ch

Das Communiqué des Surseer Stadtrats liest sich wie eine Kampfansage. «Wir werden alles daransetzen, den Spitalstandort in Sursee zu behalten», schreibt das Gremium. Auslöser für den erstmaligen Gang an die Öffentlichkeit ist eine Zusammenkunft mit der Luzerner Regierung von letzter Woche. Hauptthema: die Zukunft des Spitals in Sursee, über die abschliessend der Regierungsrat entscheidet.

Es geht um eine Zukunft, die seit Mitte Juni des letzten Jahres höchst unsicher ist. Damals teilte die Leitung des Kantonsspitals mit, sie prüfe auch einen Neubau ausserhalb von Sursee, so in Sempach und beim Paraplegikerzentrum Nottwil. Grund für diese Pläne: die mit 130 Betten nicht mehr ausreichenden Kapazitäten in Sursee. Die Spitalleitung liess verlauten, konkrete Angaben zu Standorten und Kosten gebe es «frühestens in einem Jahr». So überrascht sich Stadtpräsident Beat Leu (CVP) damals gegenüber unserer Zeitung von den Absichten der Spitalleitung zeigte, so schwer kann er die Pläne der Regierung heute, siebeneinhalb Monate später, einordnen. «Die Regierung konnte zum Standort noch keine Aussagen machen. Es war alles sehr offen», sagt Leu.

Stapi Leu: «Die Surseer stehen hinter ihrem Spital»

Konkreter sind die Pläne des Stadtrats, wie er sich gegen eine Schliessung wehren würde. Es gebe Gespräche mit dem Spitalrat, welcher die Entscheidungsgrundlagen für die Regierung erarbeite, es fänden Treffen mit Kantonsräten statt, und auch weitere Gänge an die Öffentlichkeit seien eine Option, sagt Leu. «Die Surseer stehen hinter ihrem Spital. Das weiss ich aus den Kontakten, die es bei Veranstaltungen, an Gemeindeversammlungen und im Austausch mit den Parteien gibt.» Würde sich die Regierung gegen Sursee entscheiden, wäre das für die Region laut Leu «ein massiver Verlust». Nicht nur wegen der 700 Arbeitsplätze im Spital selber, sondern auch wegen der vielen Zulieferfirmen und der Attraktivität des Standorts.

Obwohl Leu keine Prognose über den Entscheid der Regierung wagt, überwiegt bei ihm die Zuversicht. «Das Spital hier funktioniert gut. Optimistisch stimmt mich zudem, dass Spitalleitung und Regierung die getätigten Investitionen der letzten Jahre mitberücksichtigen wollen.» Zuletzt, nämlich 2012, wurde in Sursee für 7 Millionen ein neues Parkhaus gebaut. Fünf Jahre zuvor steckte die Spitalleitung 28 Millionen in eine grössere Sanierung.

Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf (CVP) verweist auf die «laufende Evaluation verschiedener Standorte». Eine wichtige Rolle spielen würden dabei die Lage, die Erreichbarkeit mit öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln, aber auch die Erweiterbarkeit und die Kosten. «Wir gehen davon aus, das weitere Vorgehen in der zweiten Jahreshälfte kommunizieren zu können», sagt Graf auf Anfrage.

Die Spitalleitung bestätigt diese Aussagen. Es würden «nach wie vor verschiedene Optionen geprüft. Dazu zählen sowohl der Ausbau am heutigen Standort in Sursee als auch die Verlagerung an einen neuen Ort in Sursee selbst oder in der Region Sempachersee», teilt Spitalratspräsident Beat Villiger auf Anfrage mit. Während des laufenden Verfahrens würden «bewusst keine näheren Angaben gemacht». Das gelte auch für eine Aussage zu den Kosten. «Dafür ist es schlicht zu früh», sagt Villiger.

Der Spitalrat hat sich laut Villiger zum Ziel gesetzt, die Standortevaluation bis in diesem Sommer abzuschliessen. Anschliessend werde das weitere Vorgehen mit dem Gesundheits- und Sozialdepartement sowie dem Regierungsrat besprochen.

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