SURSEE: Die lokale Politprominenz bekommt ihr Fett weg

Bei den Narrenläufern drehte sich in den Soorser Beizen alles um bissige Reime und freche Sprüche. Sogar der amerikanische Präsident Donald Trump machte im Städtli die Aufwartung.

Ernesto Piazza
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Comedian «De Ruedi» (rechts) begeisterte das Publikum im «Schweizerheim» sowohl als Donald Trump wie auch als Ueli Maurer. (Bild: Dominik Wunderli (Sursee, 23. Februar 2017))

Comedian «De Ruedi» (rechts) begeisterte das Publikum im «Schweizerheim» sowohl als Donald Trump wie auch als Ueli Maurer. (Bild: Dominik Wunderli (Sursee, 23. Februar 2017))

Ob die Landesgrenze überschreitend oder mit lokalem Anstrich versehen: Einmal mehr tischten in Soorser Beizen die Narrenläufer in der gewohnt amüsant-bissigen Art Episoden auf. So lief im Restaurant Schweizerheim der unverwüstliche, einheimische Fasnachts-Stand-up-Comedian «De Ruedi» erneut zur Hochform auf. Am Donnerstagabend war er sogar doppelsprachig unterwegs. Dabei kam SVP-Bundesrat Ueli Maurer die spezielle Ehre zu, als Übersetzer für den amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu wirken. Gekonnt verstand es Ruedi, zwischen verschiedenen lokalen Schauplätzen zu switchen, nationale, kommunale Politiker und sonstige Stadtbekannte in seine Bütten­rede einzubinden.

Die Gruppe Haarscharf war vor allem mit Soorser-Themen unterwegs. Michael Widmer sei neu im Stadtrat und verantwortlich für die Finanzen, doch bereits gebe es erste Diskrepanzen. Knackpunkt sei das viel zu kleine Pensum. Deshalb wolle er beim Fernsehsender 3+ die Einschaltquoten als neuer Bachelor steigern. Auch den kriselnden FC Sursee nahm die Gruppe auf die Schippe. «Gönd id Chele go Orgele übe, das passt besser zu euch Pfiffe». Kantonsratspräsident Andreas Hofer nahmen sie «haarscharf» unter die Lupe. «Am Obe a de Gmeinsversammlig werd de Züsli (unter diesem Namen ist Andreas Hofer in Sursee bekannt, Anmerkung der Redaktion) ganz rammlig.» Bei der Rechnung werde er aber sicher die «Klappe» halten, denn seine Präsidentenfeier habe die Stadt Sursee berappen müssen.

Im Volg Dorfladen das Kind taufen lassen

Der Abbau des Service Public mit der Schliessung von Poststellen im Luzernerland bekam von «Urbi@orbi» sein Fett weg. Doch die Kirche sei ebenfalls von einem Übel betroffen, erläuterten die drei «Geistlichen». Gläubige würden dem Verein davonlaufen. Deshalb ihr Vorschlag: Im Volg Dorfladen solle man künftig nicht nur Briefmarken kaufen können, sondern gleich noch das Kind taufen lassen.

Das Schauspiel um die «Salle blamable», wie die Gruppe das jahrelange Hickhack um neuen Kulturraum in der Stadt Luzern nannte, war bei «Urbi@orbi» mit ein Thema. Den demokratischen Nachholbedarf beim Vatikan und bei Papst Franziskus prangerten die «Gewandeten» genauso an, wie in dem Zusammenhang die Gebaren des türkischen Präsidenten Erdogan.

Für «Heinivater’s Jagdtrophäen» ist der Lehrplan 21 «der absolute Grössenwahn». Denn jetzt würden die Kinder schon mit 10 Jahren den Businessplan kennen lernen. Die Zahl zehn war für die Gruppe zudem Anlass zu einem kleinen Seitenhieb gegenüber «de Ziitig». Sie habe die «Chelemüüs» anlässlich dieses Jubiläums grossartig erwähnt. «Do chönd mer üs met Zwänzg jo glatt verschlaufe.» «Pizza e Pasta consulting» befassten sich umfassend mit dem neuen Kottenkreisel. Beliebte Sujets bei den Narrenläufern waren auch «Lion King» (Sursees Stadtpräsident Beat Leu) oder Andy Birrer, der Präsident des Gewerbevereins. Und selbstverständlich durften die Zwangsferien bei den Luzerner Schulen oder der mögliche Verlust des Soorser Spitals nicht fehlen.

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch