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SURSEE: Drei Standorte für Neubau des Kantonsspitals Sursee in engerer Auswahl

Lange wurde darüber gemunkelt, wo das neue Surseer Spital zu stehen kommen soll. Nun ist immerhin klar: Es wird auf dem bisherigen Areal gebaut – oder ganz in der Nähe.
Am heutigen Standort hat das Spital Sursee zu wenig Platz. (Bild: Boris Bürgisser (15. Juni 2016))

Am heutigen Standort hat das Spital Sursee zu wenig Platz. (Bild: Boris Bürgisser (15. Juni 2016))

Yasmin Kunz

yasmin.kunz@luzernerzeitung.ch

Unbestritten ist: Das Spital Sursee benötigt mehr Platz. Schon heute befinden sich etwa die Abteilung für Nierenkranke und jene für die medizinische Onkologie in einem externen Haus. Da die Bevölkerung auch in Zukunft wachsen wird, braucht es einen Plan, damit die Grundversorgung in der Region Sursee auch künftig gewährleistet ist. Dieser steht nun, wie der Spitalrat des Luzerner Kantonsspitals (Luks) und der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) am Mittwoch vor den Medien im Spital Sursee mitteilten.

Für das Spital Sursee hat man total 23 potenzielle Standorte geprüft. Jetzt stehen noch drei zur Auswahl: Der aktuelle Standort an der Spitalstrasse, Sursee Sandgruebe – an der Hauptstrasse beim Business Center Enterprise – und die Schwyzermatt in Schenkon, einer Nachbargemeinde von Sursee. Die Region Sempachersee – über diese Alternative wurde unlängst noch gemunkelt – ist offenbar keine Option mehr. Zu den ausgeschiedenen Standorten gibt Peter Schilliger, Spitalrat und FDP-Nationalrat, keine Auskünfte. «Das wurde mit den Beteiligten so vereinbart.»

42 Betten mehr für das neue Spital

Welcher Standort letztlich das Rennen machen wird, ist unter anderem abhängig von Bewilligungsverfahren und Zonenplänen, wie der Nationalrat aus Udligenswil, der dem Planungsgremium vorsitzt, erklärt. «Aktuell laufen die Diskussionen mit den zuständigen Behörden.»

Derzeit zählt die Klinik in Sursee rund 130 Betten auf einem Areal von 31000 Quadratmeter Grösse. Es ginge aber nicht nur darum, das Haus zu vergrössern, sagt Luks-CEO Benno Fuchs. «Die medizinischen Disziplinen beeinflussen den Spitalbetrieb. Entsprechend muss die Struktur angepasst werden.» Das jetzige Gebäude wurde 1976, also vor mehr als 40 Jahren, gebaut. «Vieles müsste in den kommenden Jahren saniert werden», kommentiert Fuchs den Zustand der Klinik. Trotz geplantem Neubau: Provisorische Investitionen werden in der Übergangsphase notwendig sein – ein Baustart ist frühestens auf 2026 geplant, wie der CEO erklärt. Im Finanzplan 2025 bis 2028 sind pauschal 250 Millionen Franken für Gesamtinvestitionen am Standort Sursee eingestellt. Inbegriffen sind neben dem Neubau auch etwa ein allfälliger Landerwerb oder Rückbauten – aber keine Sanierungen. Die Bauarbeiten dürften rund drei Jahre in Anspruch nehmen. In Wolhusen, ebenfalls ein Standort des Luzerner Kantonsspitals, gilt für den Neubau ein Kostendach von 110 Millionen Franken.

Das neue Spital Sursee soll dereinst 172 Betten umfassen. Das macht den Eindruck einer grossen Erweiterung, doch Peter Schilliger betont: «Wir müssen bei der Planung bereits an die nächste Generation denken.» Die Bevölkerung werde weiter wachsen, und die Menschen würden immer älter.

Je nach Bauart brauche man eine Baufläche von ungefähr 25000 Quadratmetern. Schilliger: «Können wir verdichtet bauen, reicht eine kleinere Fläche aus.» Zum Vergleich: Das Spital Sursee wird von der Kubatur her etwa 1,5-mal grösser sein als das Spital Wolhusen. Die Abklärungen der drei Standorte werden voraussichtlich Ende 2018 abgeschlossen sein.

Gesundheitsdirektor Guido Graf lobt die seriösen Abklärungen und sagt: «Ein Neubau ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance.» Gleicher Ansicht ist auch Roger Wicki, Co-Geschäftsleiter Seeblick, dem Haus für Pflege und Betreuung, welches sich unmittelbar neben dem Spital befindet. Auch er steht vor einer grossen Aufgabe. Grund: Unabhängig davon, wo das neue Spital dereinst gebaut wird, das Pflegeheim Seeblick wird weichen müssen. Wird der Neubau des Spitals am jetzigen Standort realisiert, dann schafft dies dem Gemeindeverband Seeblick noch zwischen sechs und acht Jahre Planungszeit. Falls die Klinik nicht am aktuellen Standort neu gebaut wird, bliebe dem Seeblick mehr Zeit zum Planen. Hat Wicki denn schon Visionen für den Seeblick? «Wir starten dieser Tage mit der Erarbeitung eines Entwicklungsberichts.» Der Seeblick ist ein Gemeindeverband von zwölf Gemeinden. «Vor allem für Geuensee, Knutwil und Schenkon nimmt der Seeblick eine besondere Stellung ein, weil diese nicht über ein eigenes Pflegeheim verfügen.» Dass es also auch künftig eine solche Institution brauchen wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Oder mit den Worten Wickis: «Auf der Landschaft verändert sich das Bevölkerungswachstum etwas langsamer als in der Stadt. In den Jahren 2030 bis 2040 werden wir auf der Landschaft deutlich mehr alte Menschen pflegen und betreuen als heute.» Die Institution Seeblick verfügt über 76 Plätze.

Sursee und Schenkon: Standort ist sekundär

In Sursee ist man erleichtert, gleich zwei Standorte zur Auswahl zu haben. Der Surseer Stadtpräsident Beat Leu (CVP) sagt: «Wir freuen uns, dass alle drei Standorte zentral liegen.» Besonders wichtig sei für ihn der Erhalt medizinischer Dienstleistungen für die Bevölkerung in und um Sursee. Wesentlich seien jetzt seriöse Abklärungen, welcher der beste Standort sei, so Leu. Was, wenn letztlich nicht Sursee das Rennen macht? «Darüber machen wir uns heute noch keine Gedanken.» Dem stimmt auch Patrick Ineichen zu, CVP-Gemeindepräsident der Gemeinde Schenkon. «Es ist sekundär, wo das Spital letztlich steht. Uns ist wichtig, dass die Klinik weiterhin in der Region Sursee bleibt – und das ist mit allen drei Standorten gegeben.»

Die drei möglichen Spitalstandorte in Sursee.

Die drei möglichen Spitalstandorte in Sursee.

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