SURSEE: «Du wirst uns allen fehlen»

Weit über 1000 Angehörige, Freunde, Weggefährten und Bewunderer haben am Montagmorgen in Sursee Abschied von Otto Ineichen genommen. Bundesrat Johann Schneider-Ammann würdigte den Verstorbenen als «Motivator und Vorbild mit Lebenslust».

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Sohn Mark Ineichen trauert um seinen Vater Otto Ineichen. (Bild: Keystone)

Sohn Mark Ineichen trauert um seinen Vater Otto Ineichen. (Bild: Keystone)

Rund 1500 Trauergäste wollten es sich am Montag nicht nehmen lassen, in Sursee dem verstorbenen FDP-Nationalrat Otto Ineichen die letzte Ehre zu erweisen. Unter den Anwesenden waren auch viele politische Schwergewichte wie die beiden Bundesräte Johann Schneider-Ammann und Didier Burkhalter, Nationalratspräsident Hansjörg Walter, die Luzerner Ständeräte Georges Theiler und Konrad Graber, Regierungspräsidentin Yvonne Schärli, die Luzerner Regierungsräte Robert Küng und Marcel Schwerzmann sowie zahlreiche weitere nationale und kantonale Politikerinnen und Politiker.

Hunderte unter freiem Himmel

Die Trauerfeier wurde in der katholische Pfarrkirche St. Georg in Sursee von Thomas Ruckstuhl (44), Regens des Priesterseminars St. Beat in Luzern und Bundeshausseelsorger, zelebriert. Eröffnet wurde die Predigt mit Gedanken an den Verstorbenen: «Otto hat vielen Menschen Türen geöffnet. Sein Herz schlug für die Menschen.»

Weil die 800 Plätze in der Kirche bei weitem nicht ausreichten, wurde der Gottesdienst  auch auf zwei Grossleinwände ins Städtli sowie ins Stadttheater in Sursee übertragen. Hunderte Bürgerinnen und Bürger nahmen dort von dem wohl bekanntesten Surseer Abschied. Otto Ineichen war am 6. Juni, zwei Tage vor seinem 71. Geburtstag, an Herzversagen gestorben.

 

Ein grosses Portrait erinnert in der Pfarrkirche St. Georg an den verstorbenen Otto Ineichen. (Bild: Keystone)
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Auch Regierungsvetreter des Kantons Luzern erweisen dem Verstorbenen die letzte Ehre. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die Trauerfeier wird ins Städtli übertragen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Blumenschmuck in der Pfarrkirche St. Georg in Sursee erinnern an Otto Ineichen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die Trauerfamilie Ineichen auf dem Weg zur Trauerfeier in der Pfarrkirche St. Georg. (Bild: René Meier/luzernerzeitung.ch)
Otto Ineichens Ehefrau Hilde. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)
Regierungspräsidentin des Kantons Luzern, Yvonne Schärli und Regierungsrat Robert Küng auf dem Weg zur Trauerfeier für den verstorbenen Otto Ineichen. (Bild: Keystone)
Die Bundesräte Johann Schneider-Ammann, links, und Didier Burkhalter sind aus Bern zur Trauerfeier angereist. (Bild: Keystone)
Sonja Döbeli, FDP-Vizepräsidentin des Kantons Luzern, Rolf Born, FDP-Fraktionschef und FDP-Kantonsrat Guido Durrer. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Theo Fischer, Alt-Nationalrat CVP aus Sursee (rechts). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Charly Freitag, FDP-Wahlkreis-Präsident Sursee und Gemeindepräsident von Beromünster. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Daniel Gloor, FDP-Kantonsrat und Unternehmer aus Sursee mit Gattin Ariann. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Nationalrat Christian Wasserfallen, links, Nationalrätin Maya Graf und der Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes und Nationalrat Hansjörg Walter. (Bild: René Meier/luzernerzeitung.ch)
Der Luzerner Regierungsrat Max Pfister auf dem Weg zur Trauerfeier. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)
Der Luzerner CVP-Nationalrat Leo Müller. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Der Luzerner CVP-Ständerat Konrad Graber. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Der Zürcher FDP-Ständerat Felix Gutzwiller und die Luzerner alt-Ständerätin Helen Leumann. (Bild: Keystone)
Die Urner Nationalrätin und Präsidentin der FDP-Fraktion Gabi Huber. (Bild: René Meier/luzernerzeitung.ch)
Rita Sigg, Ehefrau des ehemaligen Botschafters in China, Uli Sigg, (Bild: Keystone)
Nationalratspräsident Hansjörg Walter begrüsst die Luzerner Regierungspräsidentin Yvonne Schärli. (Bild: Keystone)
Der Surseer Stadtpräsident Ruedi Amrein mit Gattin. (Bild: René Meier/luzernerzeitung.ch)
CVP-Präsident Christophe Darbelley (Mitte). (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
FDP-Präsident Philipp Müller, links, und Vincenzo Pedrazzini, Präsident der FDP Kanton Schwyz. (Bild: René Meier/luzernerzeitung.ch)
Verschiedene Fahnendelegationen erweisen Otto Ineichen die letzte Ehre. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Eine Studentenvereinigung erweist Otto Ineichen die letzte Ehre. (Bild: Keystone)
Viele Blumen und ein Bild von Otto Ineichen erinnern an den verstorbenen Politiker. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
In der Pfarrkirche St. Georg sind zahlreichen Kränze niedergelegt. (Bild: Keystone)
In der Pfarrkirche St. Georg sind zahlreichen Kränze niedergelegt. (Bild: Keystone)
Thomas Ruckstuhl, Regens des Bistums Basel, hält die Messe. (Bild: René Meier/luzernerzeitung.ch)
Thomas Ruckstuhl, Regens des Bistums Basel, hält die Messe. (Bild: Keystone)
Mark Ineichen hält eine Dankesrede für seinen Vater. (Bild: René Meier/luzernerzeitung.ch)
Mark Ineichen trauert um seinen Vater. (Bild: Keystone)
Mark Ineichen trauert um seinen Vater. (Bild: Keystone)
Bundesrat Johann Schneider-Ammann nimmt Abschied von seinem Parteikollegen Otto Ineichen. (Bild: Keystone)
Bundesrat Johann Schneider-Ammann würdigt während der Trauerfeier das Lebenswerk des verstorbenen Otto Ineichen. (Bild: Keystone)
Die Pfarrkirche St. Georg in Sursee ist während dem Trauergottesdienst bis auf den letzten Platz gefüllt. (Bild: Keystone)
Die Pfarrkirche St. Georg ist bis auf den letzten Platz gefüllt. (Bild: Keystone)
Die Feier wird musikalisch umrahmt. (Bild: Videostill René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Zahlreiche Personen verfolgen die Trauerfeier auf Grossleinwänden im Städtli. (Bild: Keystone)
Die Trauerfeier wird im Städtli auf Grossleinwand übertragen. (Bild: Keystone)
Zahlreiche Personen verfolgen die Trauerfeier auf Grossleinwand im Städtli. (Bild: René Meier/luzernerzeitung.ch)
Die Pfarrkirche St. Georg ist bis auf den letzten Platz besetzt. (Bild: Keystone)
Zuschauer der Trauerfeier im Städtli suchen unter den Sonnenschirmen Schutz vor dem zwischenzeitlichen Regen. (Bild: Michel Finke/luzernerzeitung.ch)
Otto Ineichens Ehefrau Hilde, rechts,  wird von ihren Söhnen aus der Kirche begleitet. (Bild: Keystone)
Mark Ineichen verlässt in Begleitung seiner Ehefrau die Pfarrkirche St. Georg. (Bild: Keystone)
Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist verlässt dieTrauerfeier. (Bild: Keystone)
In der Pfarrkirche St. Georg in Sursee erinnert ein grosses Portrait an verstorbenen Otto Ineichen. (Bild: Keystone)

Ein grosses Portrait erinnert in der Pfarrkirche St. Georg an den verstorbenen Otto Ineichen. (Bild: Keystone)

«Otto hatte für jeden ein offenes Ohr»

Als erster Redner zeigte Otto Ineichens ältester Sohn Mark den Anwesenden das Handy, welches seinen Vater täglich begleitet hatte: «Er hat geschafft, bei seinem Handy die Farbe wegzutelefonieren. Er hatte für jeden ein offenes Ohr.» Das Telefon wolle die Familie als symbolische Verbindung zu Otto Ineichen behalten. In seiner Ansprache machte der gefasste Mark Ineichen die Lebenseinstellung seines Vaters deutlich: Für ihn sei das Glas immer halb voll, nicht halb leer gewesen. «Du wirst uns allen fehlen.»
 
Ruedi Amrein, der Stadtpräsident von Sursee, skizzierte in seiner Ansprache kurz das Leben und Schaffen von Otto Ineichen. Besonders seinen Mut, die Firma 2001 an seinen Sohn Mark zu übergeben, habe ihn beeindruckt, so Amrein: «Otto hatte die Grösse, die Qualitäten seiner Söhne zu erkennen.» Die Stadt verliere mit dem Tod einen fröhlichen und hilfsbereiten Menschen. «Sursee ist Stolz auf einen solchen Mitbürger.»

«Ein Tag ohne Otto ist ein langweiliger Tag»

FDP-Präsident Philipp Müller, Freund und langjähriger Weggefährte Ineichens, betonte, dass Ineichen alle bewegt und niemanden kalt gelassen habe. Überall sei er ein gern gesehener Gast gewesen, so Müller. «Otto hat hinter alles und jedem immer den Menschen gesehen. Er hat sich gekümmert.» Und besonders habe Otto Ineichen nicht nur geredet, er habe auch gehandelt. Der Nationalrat beendete seine Ansprache mit den Worten: «Ein Tag ohne Otto ist ein langweiliger Tag.»
 
Zum Abschluss der Trauerfeier würdigte Bundesrat Johann Schneider-Ammannseinen Freund Otto Ineichen als Motivator und Vorbild. «Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und wo ein Otto ist, gibt es gleich mehrere Wege.» Der Bundesrat machte deutlich, wie wichtig es Otto Ineichen war, dass in einem erfolgreichen Unternehmen immer der Mitarbeiter im Zentrum steht. Der Hoffnungsträger sei von uns gegangen, die Hoffnung bleibe aber bestehen. «Hans Dampf in allen Gassen: Danke, was du für uns geleistet hast.»
 
bep

Mehr lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.

 

 

Seine erste Kinderkrippe in Beromünster wurde im April eröffnet. (Bild: Archiv/Neue LZ)
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