SURSEE: Eine Dreierfusion soll die ideale Variante sein

Sursee, Mauensee und Oberkirch sollen fusionieren. Das empfiehlt eine Studie der Hochschule Luzern. Sie löst Erstau­nen aus.

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Die drei Präsidenten (von links): Urs Niffeler (Mauensee), Ruedi Amrein (Sursee) und Ernst Roth (Oberkirch). (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Die drei Präsidenten (von links): Urs Niffeler (Mauensee), Ruedi Amrein (Sursee) und Ernst Roth (Oberkirch). (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

In der Region Sursee würde der Zusam­menschluss von Mauensee, Oberkirch und Sursee entscheidende Vorteile bringen: Zu diesem Schluss kommt eine Analyse des Institut für Betriebs- und Regionalöko­nomie (IBR) der Hochschule Luzern.

Projektleiter Stephan Käppeli streicht neue Entwicklungspotentiale im Bahnhofgebiet (hier treffen die drei Gemeinden aufeinander) sowie die bessere Nutzung von Synergien hervor. «Die Siedlungsgebiete der drei Gemeinden sind stark zusammengewachsen. Entsprechend intensiv ist die Verflechtung», so Käppeli.

Mit Schenkon unrealistisch
Eine erweiterte Fusionsvariante mit Geuensee, Knutwil und Schenkon wäre laut Käppeli zwar sinnvoll. «Ein Einbezug von Schenkon ist aber aus finanziellen Gründen unrealistisch.» Käppeli hat ausgerechnet, dass eine Sechserfusion mit dem Steuerfuss von Schenkon (1.3 Einheiten) für die Periode 2009 bis 2012 einen kumulierten Aufwandüberschuss von 76 Millionen Franken zur Folge hätte.

Anders gesagt: Die Rechnung der neuen Gemeinde würde in den ersten vier Jahren mit einem durchschnittlichen Defizit von fast 20 Millionen abschliessen. Aus eigener Kraft könne die Region Sursee eine solche Fusion nicht verkraften und der Kanton Luzern sei kaum bereit, ein derartiges Defizit auszugleichen, so Käppeli.

Weshalb empfiehlt das IBR nicht eine Fünferfusion (Sursee, Mauensee, Oberkirch, Geuensee und Knutwil)? Käppeli: «Unsere Empfehlung geht in diese Richtung. Weil das Entwicklungspotential schon mit einer Dreierfusion weitgehend ausgeschöpft werden kann, empfehlen wir diese als Idealvariante.»

Oberkirch/Mauensee erstaunt
Erstaunlich, denn ausgerechnet für diese Variante wurden die zu erwartenden finanziellen Auswirkungen nicht eruiert. «Die Absolutheit, mit der eine Dreierfusion empfohlen wird, überrascht mich deshalb», sagt Ernst Roth, Gemeindepräsident von Oberkirch. Für ihn auch störend: «Man strebt eine starke Region Sursee an, verzichtet aber auf das starke Schenkon.» Laut Roth wird der Fusionsvorschlag in Oberkirch mit Parteien und Bevölkerung diskutiert. «Bis Ende Februar sagen wir, ob für uns eineFusion in Frage kommt.»

Nicht minder überrascht zeigt sich Urs Niffeler, Gemeindepräsident von Mauensee. «Diese eindeutige Empfehlung erstaunt mich. Die Entwicklung im Bahnhofgebiet findet auch ohne Fusion statt», relativiert er einen als Hauptvorteil gepriesenen Grund für die Dreierfusion.

Verunsichert über den Dreiervorschlag ist auch Geuensees Gemeindepräsident Othmar Sigrist. «Mir ist nicht ganz klar, wie wir das zu werten haben.» So wie es jetzt töne, bringe eine Einbezug von Geuensee in eine Fusion für die Region keine zusätzlichen Entwicklungsperspektiven.

Hans R. Wüst

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Luzerner Zeitung.