SURSEE: Eine Million Franken für Ausgrabungen in Sursee

Archäologen wollen beim Vierherrenplatz in Sursee weiter nach Fundstücken aus der Römerzeit suchen. Der Regierungsrat hat knapp eine Million Franken für Ausgrabungen bewilligt.

Drucken
Teilen
Grabungsleiterin Angela Bucher präsentiert am 15. August 2013 bei den Grabungen in Sursee eine «Titus»-Scherbe und dem vergrösserten Schriftzug darauf. (Bild Manuela Jans)

Grabungsleiterin Angela Bucher präsentiert am 15. August 2013 bei den Grabungen in Sursee eine «Titus»-Scherbe und dem vergrösserten Schriftzug darauf. (Bild Manuela Jans)

Der Luzerner Regierungsrat bewilligt für die zweite Etappe der archäologischen Untersuchung am Surseer Vierherrenplatz einen Beitrag von maximal 926'130 Franken. «Die Ausgrabungen im Bereich des geplanten Pfarreizentrums dienen der Dokumentation, Bergung und Sicherstellung dieser für die römische und prähistorische Zeit im Kanton Luzern äusserst bedeutenden Geschichtsquellen», schreibt die Luzerner Staatskanzlei. Das Geld stammt aus dem ordentlichen Kantonsbudget.

Bislang haben Archäologen 40 Urnen- und Brandschüttungsgräber untersucht, die in das 2. und 3. Jahrhundert n.Chr. zu datieren sind. Im August 2013 haben Archäologen erste Funde präsentiert. Entdeckt wurde unter anderem eine «Titus»-Scherbe, demnäch dürfte es die älteste namentliche Nennung eines Bewohners im ganzen Kanton Luzern handeln.

In der letztjährigen Grabungsetappe konnten im Innenhof der ehemaligen Maurerlehrhallen in Sursee rund 120 von mehr als 1000 Quadratmetern ausgegraben werden. Archäologen rechnen mit noch zahlreichen weiteren archäologischen Funden von Bestattungen.

Beim Vierherrenplatz in Sursee îst ein fünfgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus geplant. Investorin ist die Credit Suisse. Als Unternehmer tritt die Leuenberger Architekten AG auf. Für das Land löst die Stadt 2,3 Millionen, wie Ende November bekannt wurde.

rem

Auf einer Scherbe fand sich der eingeritzte Namen Titus, somit der älteste namentlich bekannte Einwohner von Sursee. (Bild: Keystone)
19 Bilder
Hermann Fetz, Resortleiter der provinzialrömischen Archäologie, stellt die Funde am Mittwoch in Sursee vor. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Zwei temporäre Mitarbeiter der Kantonsarchäologie arbeiten an der Freilegung der Gräber. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Ein komplett erhaltenes Öllämpchen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., welches als Beigabe in ein Grab mitgegeben wurde. (Bild: Kantonsarchäologie Luzern)
Bild: Manuela Jans / Neue LZ
Bild: Manuela Jans / Neue LZ
Bild: Manuela Jans / Neue LZ
Bild: Manuela Jans / Neue LZ
Bild: Manuela Jans / Neue LZ
Verschiedene Keramik- und Eisenfunde aus dem Grab mit der Titus-Inschrift. In der Bildmitte das Fragment mit der Titus-Inschrift. (Bild: Kantonsarchäologie Luzern)
Die Grab-Fundstätte in Sursee. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Ein Teil der Funde aus den bisher zehn römischen Brandgräbern. (Bild: Keystone)
Umzeichnung der Titus-Inschrift (Bild: Kantonsarchäologie Luzern)
Die Keramikscherben stammen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. (Bild: Keystone)
Archäologin und Grabungsleiterin Angela Bucher präsentiert die Funde. (Bild: Kantonsarchäologie Luzern)
Hermann Fetz, Resortleiter der provinzialrömischen Archäologie, stellt die Funde am Mittwoch in Sursee vor. (Bild: Keystone)
In den kommenden Tagen wird die Sondierungsgrabung beendet. Doch die Archäologen wollen wiederkommen. (Bild: Keystone)
Bild: Keystone
Bild: Keystone

Auf einer Scherbe fand sich der eingeritzte Namen Titus, somit der älteste namentlich bekannte Einwohner von Sursee. (Bild: Keystone)

So könnte der Vierherrenplatz in Sursee nach der Umgestaltung dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

So könnte der Vierherrenplatz in Sursee nach der Umgestaltung dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)