SURSEE: Gemeinsame Klärung der Lohndumping-Vorwürfe

Auf Vorwürfe wegen Dumpinglöhnen für polnische Arbeiter auf einer Baustelle in Sursee hat die Ramseier Suisse AG als Bauherrin zu einem runden Tisch eingeladen. Der Generalunternehmer Krones und die Gewerkschaft Unia haben sich in den Gesprächen darauf geeinigt, den Sachverhalt lückenlos aufzuklären.

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Ein Kontrolleur prüft auf einer Baustelle in Bern die Arbeitsbewilligung eines Arbeiters auf einer Baustelle. (Bild: Keystone / Gaetan Bally)

Ein Kontrolleur prüft auf einer Baustelle in Bern die Arbeitsbewilligung eines Arbeiters auf einer Baustelle. (Bild: Keystone / Gaetan Bally)

Die Gewerkschaft Unia hatte letzte Woche den Vorwurf erhoben, dass ein polnisches Subunternehmen des Generalunternehmers Krones AG, Schweiz auf einer Baustelle in Sursee nicht gesetzeskonforme Löhne gezahlt haben soll. Krones installiert zurzeit in Sursee im Auftrag des Getränkeherstellers Ramseier Suisse AG eine neue Abfüllanlage.

Die Baustelle für eine neue Abfüllanlage in Sursee war gemäss Ramseier mehrmals von kantonalen Arbeitsinspektoren geprüft worden, zuletzt am 9. Februar 2016. Verstösse seien bis dato keine festgestellt worden, heisst es in der Mitteilung.

Nach einer Aussprache, die von der Ramseier Suisse AG an ihrem Firmensitz in Sursee zur Klärung des Sachverhalts einberufen worden war, haben sich nun die Krones Schweiz AG, Ramseier Suisse AG und die Unia auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Die Parteien wollen schnellstmöglich das mit dem Vorwurf von Lohndumping konfrontierte polnische Subunternehmen zu einem klärenden Gespräch einladen.

Bekannt geworden war der der Verdacht des Lohndumpings durch eine Meldung von Radio Pilatus. Gemäss dem Radiosender liegen ihm Dokumente vor, die belegen, dass mindestens einem polnischen Arbeiter für eine Arbeitszeit von 84 Stunden umgerechnet einen Lohn von 294 Franken erhalten hat. Dies entspreche 3.50 Franken pro Stunde und somit dem Mindestlohn in Polen. Gemäss den flankierenden Massnahmen hätte er laut Unia total 2856 Franken oder umgerechnet einen Stundenlohn von 34 Franken erhalten müssen. Insgesamt seien auf der Baustelle mindestens zehn Arbeiter von Dumpinglöhnen betroffen, hielt Unia fest.

pd/cv/sda