SURSEE: Hochhaus stösst auf Widerstand

Das Bauprojekt für den Vierherrenplatz sorgt für Diskussionen. Kritisiert werden die Höhe sowie die Zahl der Parkplätze. Neu sollen es mindestens 180 sein.

Mario Wittenwiler
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So soll der Vierherrenplatz aussehen: Das 20-Meter-Hochhaus der St. Georg Immobilien AG dominiert die Szene. (Bild: Visualisierung PD)

So soll der Vierherrenplatz aussehen: Das 20-Meter-Hochhaus der St. Georg Immobilien AG dominiert die Szene. (Bild: Visualisierung PD)

Der Vierherrenplatz verdient seinen Namen heute eigentlich nicht. Denn eher als ein Platz ist er ein eher öder Parkplatz für 60 Autos. Planungen, dies zu ändern, gehen bis ins Jahr 2007 zurück. Beim ersten Bauprojekt 2010 hagelte es jedoch Einsprachen. Vor allem die ungewisse Zukunft des Zofj, dem Zentrum für offene Jugendarbeit des Städtlis, bereitete den Bürgern Sorge. Dieses ist bis heute in einem Haus direkt neben dem Platz eingemietet, welches weichen soll. In der Zwischenzeit hat die Zofj einen neuen Standort am Kreisel Schlottermilch gefunden.

Im Sommer 2012 stellte die Stadt den Sieger eines neuen Wettbewerbs vor: Das Projekt Platanus des Zürcher Architektenteams Weber Hofer Partner. Neu ins Boot hatte man die katholische Kirchgemeinde Sursee geholt. Diese soll am Vierherrenplatz einen Ersatz für ihr Pfarreizentrum aus dem Jahr 1958 an der Dägersteinstrasse erhalten. Daher sind beim neuen Bauprojekt drei Partner mit von der Partie: Die Stadt Sursee, die katholische Kirchgemeinde sowie die St. Georg Immobilien AG von Max Renggli. Diese sucht in Sursee Platz für rund 50 neue Büroarbeitsplätze.

Saal für 400 Personen geplant

Der Neubau der St. Georg Immobilien AG ist es denn auch, der wohl am meisten zu reden gibt: Mit sechs bis sieben Stockwerken und einer Höhe von rund 20 Metern kratzt er an den 22 Metern, welche im Kanton Luzern ein offizielles Hochhaus bestimmen. Neben 50 Büroplätzen sollen darin zirka 12 Wohnungen entstehen sowie im Erdgeschoss eine Begegnungszone, etwa in Form eines Strassencafés.

Am Dienstagabend fand im Rathaus eine öffentliche Informationsveranstaltung statt. Rund 100 Personen kamen. Und es gab kritische Stimmen: «Das Projekt liegt quer zum Entwicklungskonzept der Stadt», meinte ein Votant. «Mich stört, dass überhaupt nicht von den Menschen gesprochen wurde», sagte Walter Dubach, ein Anwohner des Vierherrenplatzes.

Für das Kirchgemeindehaus haben sich die Planer einen Bau mit einer Hülle aus goldglänzendem Metall ausgedacht. Zweigeschossig soll es direkt an der Stadtmauer zu stehen kommen, wobei diese quasi die Aussenwand bildet. Durch ein transparentes Erdgeschoss aus Glas hat man Sicht auf die Stadtmauer. Darin soll ein Saal für bis zu 400 Personen Platz finden.

Wasserbecken und Kirschbäume

Unter dem neuen Kirchgemeindehaus soll ein ein- oder zweistöckiges Parkhaus entstehen. «Je nachdem gibt es darin 100 bis 180 Parkplätze», erklärte Bruno Bucher, der Bauvorsteher von Sursee. «Verkehrstechnisch ist der Vierherrenplatz der richtige Standort für einen grossen Saal», sagte Rainer Jacquemai, der Präsident des Quartiervereins Altstadt. Und: «Wir müssen unbedingt die grösstmögliche Zahl an Parkplätzen herausholen.»

Weiter soll am Vierherrenplatz als bauliche Massnahme ein Wasserbecken entstehen. Am alten Vierherrenplatz soll als einzige Massnahme der Boden neu gepflästert werden. Beim Durchgang zur Kirche sollen Kirschbäume ein natürliches, farbiges Dach simulieren.

Urnenabstimmung im November

Über die effektiven Kosten werden die Surseer Bürger erst anlässlich der Gemeindeversammlung vom 21. Oktober informiert. Die für das Projekt nötige Umzonung liegt im Moment bei der Stadt zur öffentlichen Einsicht auf. Gibt es keine Einsprachen, wird voraussichtlich im November an der Urne darüber abgestimmt.