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SURSEE: Hunderte Gamer messen sich in der Stadthalle Sursee

In der Stadthalle Sursee zocken dieses Wochenende rund 500 Gamer. In Teams kämpfen sie um Ruhm, Ehre, Geld und Sachpreise. Nicht mal fürs Essen müssen sie ihren Computer verlassen.
Andreas Bättig
Die Stadthalle Sursee wurde zur Arena für rund 500 Online-Gladiatoren. (Bild: Manuela Jans-Koch (Sursee, 31. März 2018))

Die Stadthalle Sursee wurde zur Arena für rund 500 Online-Gladiatoren. (Bild: Manuela Jans-Koch (Sursee, 31. März 2018))

Andreas Bättig

redaktion@zentralschweizamsonntag.ch

Während sich draussen das Osterwetter von seiner nasskalten Seite zeigt, ist es drinnen in der Stadthalle Sursee dunkel wie in einer schummrigen Bar. Hunderte Monitore, die mitten in der Halle in Reihen aufgestellt sind, beleuchten die Gesichter der Spieler. Eines wird schnell klar: Das schlechte Wetter ist diesen rund 500 Gamern, die am diesjährigen Gameevent «Lock and Load» teilnehmen, egal. Es herrscht eine konzentrierte Atmosphäre. Ab und zu durchbrechen Jubelschreie die Stille. Manchmal hört man jemanden fluchen.

Die meisten Gamer tragen das Tenü «bequem» – sitzen also leger im Trainingsanzug vor dem Computer. Und weil der Anlass das ganze Wochenende dauert, haben manche ihre Schlafsäcke und aufblasbaren Betten mitgebracht. Wer sich stärken will, der kann auf seinem PC eine Menükarte anwählen und sich vom Catering-Service seine Pizza, die Chicken Nuggets oder den Burger gleich an seinen Platz servieren lassen. Nichts soll das Gamevergnügen unterbrechen.

Extra ein Glasfaserkabel gezogen

Rund 80 Teams kämpfen am E-Sport-Event «Lock and Load» um Ruhm und Ehre, Geld- und Sachpreise. Den Gewinnern winken beim Hauptturnier für den ersten Platz 2000 Franken in bar. Andere können sich Sachpreise wie Tastaturen und anderes Computerequipment erspielen. Die Teams messen sich in verschiedenen Spielen. Darunter auch bekannte Ego-Shooter wie «Counter Strike». Laut Fabrizio Hobi (22) aus Dagmersellen, einer der Organisatoren des Events, geht es bei diesen Wettkämpfen in der Regel fair zu.

Eine weitaus grössere Herausforderung als unfaire Spieler sei der Aufbau der ganzen Infrastruktur gewesen. So haben die Organisatoren extra ein Glasfaserkabel zur Stadthalle ziehen lassen. «Anders hätten wir das Datenvolumen gar nicht bewältigen können», sagt Hobi. Zu Beginn, als sie vor sieben Jahren den Event das erste Mal organisierten, hätten sie noch gegen viele Vorurteile kämpfen müssen. «Dabei geht es auch bei den Shootern um Teamplay und Taktik wie bei anderen Spielen», sagt Hobi. Aggressivität gäbe es an ihren Events praktisch nie.

Laut Hobi sind von den 500 Spielern gerade mal 10 weiblich. Eine von ihnen ist die 17-jährige Alina Limacher aus Neerach im Kanton Zürich. Sie ist mit ihrem Team «Silent Gaming» hier. Angefangen zu spielen habe sie mit 12. «Ich habe schnell Kontakte in der Gameszene knüpfen können», sagt sie. Am Event in Sursee sei sie nur zum Spass. An Wettkämpfen nehme sie nicht teil. «Dazu hat mir einfach die Zeit zum Trainieren gefehlt.» An den Gameevents möge sie besonders die Freundschaften. «Hier spielt es keine Rolle, ob du eine Frau, ein Mann, schwarz oder weiss bist. Die Gamer sind sehr tolerant.» Das findet auch Stephan Schneider (22) vom Team «Arctic Gaming» aus Biberist im Kanton Solothurn. «Hier findest du praktisch keinen Sexismus und Rassismus», sagt er. Schneider ist einer der Wettkampfgamer. Um hier bestehen zu können, sei vor allem mentale Stärke gefragt. «Man darf sich nicht aufregen, wenn es nicht läuft. Man muss ruhig bleiben.»

Bei den Wettkampfteams mischt auch einer aus Luzern mit. Der Ettiswiler Yannik Hodel ist für das Team «Myinsanity» am Start. Es ist eines jener Teams, die von grossen Schweizer Firmen gesponsert werden und deren Logos sie auf den Mannschaftsshirts tragen. Laut Hodel bekomme er von den Sponsoren Computerequipment zum Gamen geschenkt. Vom Gamen leben könne der gelernte Informatiker und Softwareentwickler allerdings nicht. «In der Schweiz sind die Lebenskosten einfach zu hoch. Ich müsste ein Jahr lang voll aufs Gamen setzen können, um ein Profi zu werden. Das liegt leider nicht drin.» Aber ein «Vollzeitgamer» zu sein, das wäre schon der Traum.

Die Stadthalle Sursee wurde zur Arena für rund 500 Online-Gladiatoren. (Bild: Manuela Jans-Koch (Sursee, 31. März 2018))

Die Stadthalle Sursee wurde zur Arena für rund 500 Online-Gladiatoren. (Bild: Manuela Jans-Koch (Sursee, 31. März 2018))

Eine der wenigen weiblichen Gamer ist die 17-jährige Alina Limacher. (Bild: Manuela Jans-Koch (Sursee, 31. März 2018))

Eine der wenigen weiblichen Gamer ist die 17-jährige Alina Limacher. (Bild: Manuela Jans-Koch (Sursee, 31. März 2018))

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