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SURSEE: Kanton will Tempo 30 prüfen

Der Stadtrat stösst mit einem Lärmsanierungsprojekt auf Widerstand. So werden Stimmen laut, die eine Tempo-30-Zone fordern. Jetzt kommen vom Kanton positive Signale für eine Gesamtlösung – doch Oberkirch hat andere Pläne.
Ernesto Piazza
Für die rot eingefärbten Abschnitte wird die Einführung von Tempo 30 gefordert. (Bild: Grafik: Martin Ludwig)

Für die rot eingefärbten Abschnitte wird die Einführung von Tempo 30 gefordert. (Bild: Grafik: Martin Ludwig)

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Die Stadt Sursee hat ein Lärmsanierungsprojekt ausgearbeitet, das derzeit hohe Wellen wirft. Aktuell ist es bei der Dienststelle Umwelt und Energie (UWE) hängig – versehen mit einem Gesuch um teilweise Befreiung von der Sanierungspflicht. Dem Projekt weht ein kritischer Wind entgegen: So sind 20 Einsprachen und eine Petition mit fast 70 Unterschriften eingegangen. Speziell im Fokus steht der Gemeindestrassen-Abschnitt Münsterstrasse – Luzernstrasse bis zur Gemeindegrenze zu Oberkirch.

«Fast alle Einwände haben denselben oder zumindest einen ähnlichen Inhalt», sagt der Surseer Bauvorsteher Bruno Bucher (FDP). Es geht um einen fehlenden Trottoirabschnitt von rund 85 Metern auf der Luzernstrasse sowie um den Einbau von Schallschutzfenstern. Gefordert wird zudem die Einführung von Tempo 30, wie dies die Sektion Luzern des Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) verlangt (Ausgabe vom 15. März). Dies hat das Bau, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement (BUWD) bisher aber abgelehnt. «Das regionale Konzept für den motorisierten Individualverkehr sieht vor, Tempo 30 primär in den Wohngebieten einzuführen», hiess es auf Anfrage.

Regierungsrat Küng will mit sich reden lassen

Jetzt scheint allerdings Bewegung in die Sache zu kommen. Kürzlich trafen sich Delegationen des Stadtrats Sursee und des Gemeinderats Oberkirch mit Regierungsrat Robert Küng (FDP) zu einem Austausch. Dabei ging es zwar primär um den Hochwasserschutz. Aus Gründen der Aktualität kam aber auch das Surseer Lärmschutzprojekt zur Sprache. Küng habe sich bereit erklärt, einen allfälligen Entscheid von Tempo 30 für Sursee – sinnvollerweise in Koordination mit Oberkirch – wohlwollend zu beurteilen, erklärt Stadtschreiber Bruno Peter. Das bestätigt auch Mirija Weber, Kommunikationsverantwortliche des BUWD.

Beim gemeinsamen Treffen sei die Idee entstanden, nebst dem erwähnten Abschnitt auf Surseer Boden (Münsterstrassse - Luzernstrasse) auch den weiteren Verlauf der Luzernstrasse auf Oberkircher Gebiet mitzuberücksichtigen und das Ganze als Gesamtprojekt zu betrachten (siehe Grafik). Wobei sich die Luzernstrasse in Oberkirch in zwei Abschnitte aufteilt. Einerseits betrifft dies das Strassenstück von der Grenze zu Sursee bis zur Kirche (Gemeindestrasse) und andererseits von der Kirche bis zum Gemeindehaus (Kantonsstrasse). «Sollten sich Sursee und Oberkirch auf ein gemeinsames Tempo-30-Konzept für ihre jeweiligen Abschnitte einigen, wäre der Kanton offen, die Einführung auf dem Kantonsabschnitt zu prüfen», so Weber.

Der Oberkircher Gemeindepräsident Ernst Roth (CVP) sagt dazu: «Für den Abschnitt von der Grenze zu Sursee bis zur Kirche möchten wir bei Tempo 50 bleiben, denn für eine Geschwindigkeitsreduktion auf diesem Abschnitt dürften wir kaum eine Mehrheit finden.» Deshalb gehen die Pläne in eine andere Richtung. Vorgesehen sind auf besagter Strecke drei Kleinkreisel. «Damit erreichen wir eine Verlangsamung des Verkehrs und die angestrebte Beruhigung», ist Roth überzeugt.

Ein Tempo-30-Abschnitt auf dem Kantonsstrassen-Teil von der Kirche – und damit auch im Bereich der Schulanlage – bis zum Gemeindehaus ist hingegen «Teil unseres Masterplans», so Roth. Basierend auf einem Studienauftrag haben vier Architekten ein Projekt zur Gestaltung des Strassenraums erarbeitet. Diese Anpassung sei mit dem Kanton besprochen, dessen grundsätzliches Einverständnis liege vor. Das bedeutete ebenfalls: Der Kanton würde die Strasse «in gutem Zustand an Oberkirch übergeben», sagt der Gemeindepräsident. Die Kommune müsste dann zwar «einige hundert Tausend Franken» auf diesem Abschnitt in Infrastrukturarbeiten investieren. «Das ist aber so oder so der Fall», erklärt Ernst Roth.

Situation «überdenken und analysieren»

Für den Surseer Bauvorsteher Bruno Bucher ist unbestritten: «Wir müssen eine nachhaltige Lösung finden.» Will auch heissen: Für den Stadtrat ist ein Tempo 30-Regime Münsterstrasse – Luzernstrasse bis zur Oberkircher Grenze ein «wichtiges Thema.» Deshalb wolle man die neue Situation «nochmals überdenken und vertieft analysieren», sagt Bucher. In dem Zusammenhang gelte es auch zu klären, welche Kosten Sursee bei dafür notwendigen Massnahmen erwachsen würden. Beim bereits erwähnten Einbau von Schallschutzfenstern beispielsweise spricht der Bauvorsteher von 85 000 Franken, womit «das nötigste gemacht wäre».

So weit, so gut. Wie geht es jetzt weiter? Roth sieht den Ball beim Stadtrat von Sursee. Weiter ist der Oberkircher Gemeindepräsident der Ansicht, «dass der Kanton, der Stadt Sursee bei einer Temporeduktion auf 30 Stundenkilometer Hand bieten würde – auch wenn wir beim erwähnten Abschnitt bei Tempo 50 bleiben».

Bauvorsteher Bucher geht davon aus, «dass wir mit Oberkirch in dieser Sache nach dem ersten Kontakt weitere Gespräche führen müssen.» Um ein aussagekräftigeres Bild zu erhalten, prüft der Stadtrat zudem die Frage, ob er allenfalls weitere Kreise in eine Vernehmlassung miteinbezieht. Eine erste Gelegenheit dazu bietet ein anstehendes Parteiengespräch vom 23. April. Parallel mit der vertieften Analyse der aktuellen Ausgangslage wird sich der Stadtrat in den kommenden Monaten mit den Einsprachen zum Lärmsanierungsprojekt befassen. Die kantonale Dienststelle Umwelt und Energie (UWE) will mit der Weiterbehandlung des von der Stadt Sursee gestellten Gesuch um Erleichterung beim Lärmsanierungsprojekt zuwarten. «Und zwar bis geklärt ist, ob – und wenn ja in welcher Form – Oberkirch und Sursee ein gemeinsames Tempo-30-Regime umsetzen wollen», schreibt das Bau- und Umweltdepartement.

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