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SURSEE: Sie ist die treue Seele des FC Sursee

Alice Christ verkauft seit 37 Jahren Billette für den FC Sursee. Die 69-Jährige hat noch viel vor – und freut sich besonders auf den 17. August.
Ernesto Piazza
Alice Christ (69) mit Tickets für das Cupspiel des FC Sursee gegen den FC Sion vom 17. August im Stadion Schlottermilch in Sursee. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Alice Christ (69) mit Tickets für das Cupspiel des FC Sursee gegen den FC Sion vom 17. August im Stadion Schlottermilch in Sursee. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

«Irgendwo habe ich noch ein altes Programm», sagt Alice Christ. Um wenig später mit einem grünen Matchblatt aus dem Nebenzimmer zurückzukehren. «Patrick Peter heisst er», beantwortet sie die Frage nach einem ihrer Lieblingsspieler. Sie nenne ihn halt nur «Pige». Aber auch Miga Dedic weiss sie zu schätzen. Viele Spieler kämen bei ihr an der Kasse vorbei, um Hallo zu sagen.

Kasse übers Maisfeld umgangen

Wenn man Alice Christ so zuhört, ist schnell klar: Die 69-Jährige steckt viel Herzblut in ihr Hobby. Seit 37 Jahren verkauft sie Eintrittskarten für den FC Sursee. Während sie vor dem Sportplatz-Neubau die Billette noch im Neufeld an die Zuschauer abgab, macht sie dies heute im Stadion Schlottermilch. Früher sass sie in einer ausrangierten Pilatusbahn-Kabine, die später einem Gartenhäuschen weichen musste. Die neue Umgebung bietet ihr nicht nur mehr Komfort, auch andere Begebenheiten hätten sich verändert. Schwarzseher versuchen zwar noch immer unentgeltlichen Einlass zu bekommen. Doch während sie dies im Neufeld übers nahe gelegene Maisfeld taten, probieren sie auf der Schlottermilch in der Menge das Kassenhaus zu umgehen.

Allerdings: Wenn am 17. August Super-League-Vertreter Sion im Cup in Sursee antritt, dürfte eine Kasse kaum genügen. «Aber ob drei oder vier Eingangsbereiche, Roli Huber wird es richten», sagt Christ. Der frühere FC-Präsident steht bei ihr hoch im Kurs – genauso wie Sportchef Lucio Tilli, dem sie nach der Arbeit jeweils die Kasse übergibt. Gegen Sion hofft die gebürtige Freiburgerin nicht nur auf 3000 Zuschauer: «Es soll ein richtiges Cupfest werden.» Wie 1986, als der FCL mit Friedel Rausch als Trainer in Sursee spielte.

Zu ihrem Job als Platzkassiererin kam Christ über ihren jüngsten Sohn Heinz. Als er begann, Fussball zu spielen, und ihr Mann Peter (72) noch als Platzwart arbeitete, führte ihr Weg damals oft ins Neufeld. Einmal gefragt, blieb sie dem FC treu. Und während der nächsten drei Jahre soll sich daran nichts ändern. «40 Jahre möchte ich sicher machen.» Was nachher sein wird, weiss sie noch nicht. Statt ihre Blicke in die Zukunft zu werfen, blickt sie lieber zurück. Als 2.-Liga-Spiele auf dem Neufeld noch 800 Zuschauer anlockten. Als freie Plätze in der Beiz eine Rarität bedeuteten.

Mehr als 20 Trainer erlebt

Neben 5 Finanzchefs hat die 69-Jährige zirka 10 Präsidenten, über 20 Cheftrainer und noch viel mehr Spieler erlebt. Stefan Marini, mit dem das Team in dieser Saison den 1.-Liga-Aufstieg schaffte, war für sie einer der besten. «Vor allem hatte er mit den jungen Spielern einen guten Umgang.»

Während für Alice Christ die FC-Heimspiele Programm sind, versucht sie bei den Auswärtspartien wenn immer möglich auch dabei zu sein. Die Heimspiele und die Arbeit als Platzkassierin sind für Alice Christ wie eine Droge, welche sie einfach brauche. Dass sie – bedingt durch den Aufstieg in die 1. Liga – die Kasse wohl länger offenhalten muss – stört sie nicht, ebenso wenig der Standort des Kassenhäuschens. Von dort bekommt sie nämlich das Geschehen vor dem einen Tor nicht mit. Hier hilft der 51-jährige Karl Krummenacher. Der Ticketkontrolleur kommentiert, was im für Christ nicht überblickbaren Bereich passiert.

Zwei Stunden vorher im Stadion

Dass beim Cuphit gegen Sion ein Sitzplatz 40 Franken kosten soll, darauf werde sie oft angesprochen. «Dabei habe ich mit den Preisen gar nichts zu tun.» Zudem sei dies bestimmt überall so, verteidigt sie ihren Verein.

Am 10. August steigt sie mit dem Heimspiel gegen Münsingen in ihre 38. Saison beim FC Sursee. Wie immer wird sie eine Stunde vor Spielbeginn die Kasse öffnen. Meistens ist sie bereits zwei Stunden vorher im Stadion. «Um in aller Ruhe bei einem Kaffee die familiäre Atmosphäre zu geniessen.»

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