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Interview

«Soorser Comedy Täg wollen weiter Gas geben»

Die Soorser Comedy-Täg haben sich erfolgreich in einer Nische positioniert. Gründer und Programmleiter Christian Albisser blickt auf die letzten 15 Jahre zurück und verrät, welcher Künstler ihm beinahe den letzten Nerv geraubt hat.
Ernesto Piazza
Premiere des Varietés «Perlen, Freaks & Special Guests», bei dem Ursus & Nadeschkin ihre Lieblingsacts präsentieren. (Bild: PD/Bernhard Fuchs)

Premiere des Varietés «Perlen, Freaks & Special Guests», bei dem Ursus & Nadeschkin ihre Lieblingsacts präsentieren. (Bild: PD/Bernhard Fuchs)

Christian Albisser (41) ist der Mann der ersten Stunde bei den Soorser Comedy-Täg. Mehr noch: Der Gründer zeichnet seit Beginn des Festivals als Programmleiter auch für den künstlerischen Inhalt verantwortlich.

Christian Albisser, Sie haben vor 15 Jahren die Soorser Comedy-Täg ins Leben gerufen. Wie kam es dazu?

Im Jahre 2002 betreute ich an der Expo für Canal 3 den Expo News Pool. Da habe ich unter anderem den Kabarettisten Beat Schlatter, den ich bereits kannte, angetroffen. Später lud er mich zu sich zum Nachtessen ein. Dabei ­waren auch bekannte Grössen der Schweizer Comedyszene wie Anet Corti oder Simon Enzler. Solche Begegnungen animierten mich, den Schritt zu wagen.

Das Programm wartet immer wieder mit Künstlern auf, denen wenig später der Durch­bruch gelingt. Wie kommt man zu dieser guten Nase für solche Engagements?

Ich bin immer offen für Neues und buche nie einen Künstler, dessen Programm ich vorher nicht gesehen habe. Es hilft, über eine gutes Netzwerk zu verfügen. Dass beispielsweise Hazel Brugger, nachdem sie 2016 bei uns war, im folgenden Jahr den Deutschen Kleinkunstpreis und den Salzburger Stier gewann, konnte man sicher nicht vorausahnen. Heute spielt sie nur noch bei abendfüllenden Programmen.

Der Anlass hat sich in einer Nische – Comedy auf der Landschaft – erfolgreich etabliert. Wie stellen Sie ein Programm zusammen?

Wir dürfen mittlerweile auf ein treues Stammpublikum zählen. Beim Programm achte ich darauf, dass immer ein Knaller dabei ist. Ich bin ein Verfechter von eher sarkastischem Humor, wie ihn im vergangenen Jahr beispielsweise Christoph Simon präsentierte. Die klassischen Schenkelklopfer sind nicht mein Ding.

Wie lange dauert es, bis ein Festivalprogramm steht?

Das kann man zeitlich so nicht definieren. Es ist ein Prozess, aber auch immer ein Kampf. Doch das Publikum goutiert offensichtlich unsere Ideen. Diesmal liegt die Auslastung bei gegen 90 Prozent.

Apropos Knaller: Mit Ursus & Nadeschkin dürfte das bei der Ausgabe 2017 ebenfalls gelingen ...

Mit ihnen pflegen wir eine wirklich gute Beziehung. Sie unterstützten uns bereits bei der ersten Ausgabe und waren auch bei der zehnten Austragung dabei. Für sie machen wir sogar eine Ausnahme. Normalerweise lassen wir an unserem Festival niemand zweimal spielen. Beide Vorstellungen sind übrigens bereits ausverkauft.

Eine Herausforderung dürfte ihre diesjährige Ausgabe von «Perlen, Freaks und Special Guests» sein ...

Nach einer zweijährigen Pause treten Ursus & Nadeschkin wieder auf und kommen gleich nach Sursee. Normalerweise spielen sie in Häusern mit 800 bis 1000 Besuchern. Für uns mit 450 Plätzen ist das finanziell und organisatorisch eine Herausforderung. Mit den für «Perlen, Freaks und Special Guests» engagierten Künstlern kommt eine Gruppe von 16 Leuten zusammen.

Die Soorser Comedy-Täg sind bekannt für unerwartete Programmpunkte. Gab es in all den Jahren auch für Sie neben oder hinter der Bühne kuriose Momente?

Heute erinnere ich mich gerne an das Engagement des gebürtigen Münchners Gerhard Polt zurück. Bis es aber zu Stande kam, kostete es mich einiges an Nerven. Ich bemühte mich schon lange um diesen Kabarettisten, wollte ihn unbedingt im Programm. Doch ich wusste bis kurz vor dem Auftritt nicht, ob er tatsächlich erscheint. Ich hatte ihn bei den Oltner Kabarett-Tagen live gesehen. Er sagte mir zu. Ich schickte ihm den verlangten Fax, hörte dann aber nichts mehr. Zum ersten und bisher einzigen Mal hatte ich mit einem Künstler keinen Vertrag. Zwar bestätigte er mir bei einem Telefonanruf das Engagement mit einem trockenen «Jo, das mach ma». Doch wirklich aufatmen konnte ich erst, als er zusammen mit einem Techniker kurz vor der Aufführung in Sursee erschien.

An welche anderen Programmpunkte erinnern Sie sich ebenfalls gerne zurück?

In Erinnerung bleiben mir auch Matto Kämpf oder das deutsch-/österreichische Satiriker-Duo Ster­mann & Grissemann mit dem schrägen Humor. Letzteres Engagement stiess gar bei Sponsoren nicht überall auf Gegenliebe.

Apropos Sponsoren: Welchen Stellenwert haben für Sie die Soorser Comedy-Täg?

Sie sind für uns enorm wichtig. Hier können wir aber seit Jahren auf super Partnerschaften zählen. Regelmässig kommen Sponsoren auch ans Festival, manchmal auch in grossen Gruppen.

Waren rote Zahlen in all den Jahren ein Thema?

Gott sei Dank nicht. Bei einem Budget von einigen zehntausend Franken haben wir bisher immer positiv gewirtschaftet und den Überschuss investiert – beispielsweise in ein Ticketing-System. Aber man muss ständig dranbleiben. Wir wollen auf unserem eigenen Weg weiter Gas geben.

Gibt es einen Comedian, den Sie gerne noch nach Sursee lotsen möchten?

Ich bin seit Jahren immer wieder an verschiedenen Personen dran. Der Berliner Komiker Kurt Krömer ist beispielsweise einer dieser Künstler. Wer weiss: vielleicht bei einem nächsten Programm. Wobei ich sagen darf: Der Event 2018 ist praktisch schon unter Dach. Doch erst einmal freue ich mich auf die spannende Ausgabe 2017.

Hinweis: Die Soorser Comedy-Täg finden vom 18. bis 22. Oktober im Stadttheater Sursee statt. Weitere Infos unter: www.comedysursee.ch.

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