SURSEE: Steht das Luzerner Kantonsspital in Sursee auf der Kippe?

Spitalratsvizepräsident Peter Schilliger hat über das Luzerner Kantonsspital in Sursee informiert. Ob der aktuelle Standort eine Zukunft hat, hängt vor allem von der Wirtschaftlichkeit ab.

Ernesto Piazza
Drucken
Teilen
Die Zukunft des Luzerner Kantonsspitals in Sursee ist offen. (Bild: Boris Bürgisser (15. Juni 2016))

Die Zukunft des Luzerner Kantonsspitals in Sursee ist offen. (Bild: Boris Bürgisser (15. Juni 2016))

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

«Spitalplanung Kanton Luzern – Zukunft Spital Sursee?»: Zu diesem für die Region brisanten Thema referierte Nationalrat und Vizepräsident des Spitalrats, Peter Schilliger (FDP), im Rathaus Sursee. Organisiert wurde der Treff von der Groupe Politique Kreis Sursee. Bei seinen Ausführungen am Montag interessierte vor allem die Frage, wie es mit dem Spital Sursee weitergeht. Weil dieser Standort mit seinen 130 Betten mittlerweile an seinen Kapazitätsgrenzen angelangt ist, erscheint dessen Zukunft unsicher (wir berichteten). Unbestritten ist aber laut Peter Schilliger, dass die Region Sursee/Sempachersee auch in Zukunft ein Spital der erweiterten Grundversorgung mit hohem Leistungsniveau braucht.

Schilliger erklärte denn auch, dass momentan sowohl eine Entwicklung vor Ort wie auch eine Alternative im Raum Sempachersee geprüft werde. Positiv für das jetzige Spital Sursee sei sicherlich die Möglichkeit, «noch in die Tiefe ausbauen zu können». Richtung Sempachersee besitzt der Kanton zusätzliche Landreserven. Dies würde allerdings bedeuten, dass das Pflegeheim Seeblick auf dem Areal anders angesiedelt werden müsste, um auch künftig aus der Zusammenarbeit profitieren zu können. «Wenn wir aber vor Ort bleiben wollen, brauchen wir diesen Platz, um uns weiter zu entwickeln», so der Spitalratsvizepräsident. Ihm ist bewusst: «Hier befinden wir uns in einem Zielkonflikt. Denn sollte der Ausbau auf diesem Areal erfolgen, stellt sich die Frage, wohin das ‹Seeblick› zu stehen kommt. Heute profitieren Spital wie auch Pflegeheim, weil in unmittelbarer Nähe gelegen, gegenseitig von Synergien.

Die besagte Landreserve ist «in der öffentlichen Zone», erklärte FDP-Stadtrat Bruno Bucher, der ebenfalls an der Veranstaltung teilnahm. In der Hinsicht dürfte die Weiterentwicklung eines Spitals Sursee wohl ohne grosse Probleme möglich sein. «Der Aspekt wird in die Gesamtbeurteilung mit einfliessen», so Schilliger. Er sagte aber auch, dass beim Entscheid neben einer möglichst optimalen medizinischen Versorgung der Patienten die betriebswirtschaftliche Seite eine tragende Rolle spiele. Bei Gefahren für den Standort Sursee sprach er vor allem den «finanziellen Druck» an. Oder anders gesagt: Es müssten genügend Mittel zur Verfügung stehen, um die notwendigen Investitionen zu tätigen. In dem Zusammenhang hat das Luzerner Kantonsspital für das Spital Sursee in seinem langfristigen Finanzplan für die Jahre 2026 bis 2028 total 250 Millionen Franken eingestellt.

«Bei den Optionen, welche einen Neubau im Raum Sempachersee betreffen, sind ursprünglich über 20 Standorte auf dem Tisch gelegen», sagte Schilliger. So vermutlich in Sempach oder beim Paraplegiker-Zentrum Nottwil. In dem Zusammenhang sprach der Spitalratsvizepräsident «bereits von einer Zusammenarbeit in gewissen Bereichen, die sehr gut funktioniert». Mittlerweile seien die Alternativen auf eine Handvoll reduziert worden. Dabei gelte es, verschiedene Aspekte wie Landpreis, mindestens 25 000 Quadratmeter benötigte Fläche, Erweiterungsmöglichkeiten oder die verkehrstechnische Anbindung zu berücksichtigen.

Sursee muss sich mit Alternative messen

Ob die zum Luzerner Kantonsspital gehörende Höhenklinik Montana – dahingehend zielte am Anlass ebenfalls eine Frage – in den Kanton zurückkehren werde, konnte Schilliger so nicht beantworten. «Kurzfristig funktioniert sie gut, auf mittlere Distanz muss jedoch investiert werden.»

Am ursprünglichen Fahrplan, die Evaluation bis im Sommer abzuschliessen, will der Spitalrat festhalten. Dabei soll dem Spital Sursee letztlich ein Alternativplatz im Raum Sempachersee gegenübergestellt werden. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass der Prozess vom Entscheid bis zum Betrieb rund sechs Jahre dauert. «Damit sind wir genügend vorausschauend unterwegs, um nicht in eine Notsituation zu geraten», so Schilliger.