SURSEE: Trabanten «gfürchiger» denn je

Jetzt kann die Fasnacht kommen: Die 200-jährigen Holzmasken der sechs Surseer Trabanten sind restauriert worden.

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Der Surseer Künstler Hanspeter Stalder hat für sechs Trabanten der Zunft Heini von Uri neue Masken gestaltet. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Der Surseer Künstler Hanspeter Stalder hat für sechs Trabanten der Zunft Heini von Uri neue Masken gestaltet. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Mit lautem Gebimmel kommen sie angesaust, die sechs so genannten Trabanten der Surseer Heini-Zunft. Einer freut sich darüber ganz besonders: «Man darf als Pfarreileiter ganz selten einen Teufel taufen», scherzt Markus Heil, bevor er den «Tüfel» und die anderen fünf mit Brunnenwasser bespritzt. Rund 40 Personen sind am Donnerstagabend zur Taufe der neuen Trabanten-Masken beim Heinibrunnen gekommen. Der Surseer Künstler Hanspeter Stalder hat die 200-jährigen Holzmasken restauriert. «Sie wurden im Lauf der Zeit immer wieder beschädigt und mit gerade verfügbaren Farben repariert», sagt Stalder. «Ich habe sie durch eine Farbuntersuchung so rekonstruiert, wie sie ursprünglich einmal waren.» Heinimutter Petra Weber ist begeistert: «Genial schön sind sie geworden.»

Sie symbolisieren Untugenden
«Die Trabanten haben in Sursee eine ähnliche Bedeutung und Tradition wie in Luzern der Bruder Fritschi und die Fritschene», sagt Beat Felder, Ausrufer der Zunft Heini von Uri. Es heisst, der Hofnarr Heini von Uri habe einst einen Traum gehabt, in dem er drei Figuren sah, die menschliche Untugenden symbolisierten: das Böse, die Redseligkeit und den Stolz, so Felder. «Das sind die Trabanten.» Die drei Kindermasken – Vögelistruss, Cheletürmler und Grobian – seien vermutlich «die Pendants zu den Erwachsenenmasken», erklärt alt Stadtarchivar Stefan Röllin. Pfarreileiter Heil hat ihnen je eine eigene Bedeutung zugeteilt.

Mirjam Weiss-Gast/Neue LZ