SURSEE: Turnverein Sursee erhält Sportpreis 2017

Der Turnverein Sursee bekommt von der Stadt den Sportpreis 2017. Bei der Verleihung der Auszeichnung spielt aber nicht nur das 150-jährige Bestehen eine Rolle.

Ernesto Piazza
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Die Recksektion des Turnvereins Sursee am Turnfest in Arth 1930. (Bild: Turnverein Sursee)

Die Recksektion des Turnvereins Sursee am Turnfest in Arth 1930. (Bild: Turnverein Sursee)

«Das ist ein perfekter Start in das Jubiläumsjahr», sagt Präsident Andy Felber. Pünktlich zum 150-jährigen Bestehen erhält der Turnverein Sursee von der Stadt Sursee den Sportpreis 2017. Es sei ein schönes Gefühl, dass das langjährige Wirken auf diese Weise wertgeschätzt werde, sagt er. Dass die Ehrung zum Jubiläum erfolgt, «ist natürlich noch umso schöner». Denn er weiss: Planen lässt sich der Gewinn eines solchen Preises nicht. Die Auszeichnung wird im Rahmen der Sportförderung der Stadt Sursee zum vierten Mal verliehen. Die Übergabe findet am 1. Januar anlässlich des «Guet Johr» im Rathaus statt.

«Der Verein hat in den vergangenen 150 Jahren das sportliche und gesellschaftliche Leben geprägt», begründet der Stadtrat die Wahl. Er habe sich den verschiedenen Trends und gesellschaftlichen Entwicklungen gestellt und sein Angebot entsprechend ausgerichtet. Der Stadtrat bestimmt den jeweiligen Preisträger aufgrund der eingegan­genen Nominationen auf Antrag der entsprechenden Jury.

Aktivriege umfasst rund 390 Mitglieder

Mit der Aktivriege, der Damenriege, der Männerriege und dem Frauenturnverein hat Sursee insgesamt vier Turnvereine. Der Sportpreis 2017 wird der Aktivriege des Turnvereins Sursee verliehen. Diese gliedert sich in die Abteilungen Gymnastik, Korbball, Fit for Fun, Geräteturnen, Trampolin und Leichtathletik. Wobei die Geräte- und Trampolinturner sowie die Leichtath­leten zusätzlich eine Jugendriege führen. Die Aktivriege des Turnvereins Sursee umfasst rund 390 Mitglieder. Davon entfallen deren 150 auf die drei Jugendriegen.

Durch die Unterzeichnung des Gründungsprotokolls von 33 Personen hatte am 20. Februar 1867 alles begonnen. Erst mit dem Namen Bürgerturnverein Sursee unterwegs, bekam er 1886 seine erste eigene Fahne. 1899 brach der Verein fast auseinander. Nach einem zweijährigen Unterbruch entschied man sich doch für eine Weiterführung. 1920 kam es zum Zusammenschluss der Sektionen Bürgerturnverein und Amicitia Sursee. So entstand der Turnverein Neue Sektion. Nur ein Jahr später erhielt der Verein seinen bis heute gültigen Namen. Immer wieder macht der Turnverein bei Besuchen von kantonalen und eidgenössischen Turnfesten mit Präsenz und guten Resultaten auf sich aufmerksam.

Der Turnverein Sursee wird auch immer wieder mit dem Poly­athlon in Verbindung gebracht. 2017 findet der Jugendsportanlass bereits zum 25. Mal statt. Im Gegensatz zu den vielen anderen Sportanlässen biete er – anstelle von leistungsorientierten Disziplinen auf Spitzensportniveau – vor allem viel Spiel und Spass, sagt Felber.

«Langjährige Förderung der Jugendriegen hilft»

Neben der «Freude an der Sache», was sich vor allem im Breitensportgedanken zeige, «legen wir ebenfalls Wert auf den gesellschaftlichen Aspekt», sagt Felber. In dem Zusammenhang will der Verein im Jubiläumsjahr auch mit der einen oder andern Überraschung aufwarten. Gemeinsam mit lokalen Unternehmen plant man, beispielsweise mit einer eigens dafür kreierten Wurst, einem Brot, einer Pizza oder gar mit einem Bier zum Turnverein eine zusätzliche Verbindung herzustellen. Zudem plant man im April einen speziellen Festakt.

Dass der Turnverein Sursee seinen Mitgliederbestand schon während Jahren halten kann, erstaunt beim heutigen, sehr vielfältigen Freizeitangebot zwar. Doch der Präsident sagt dazu: «Ich denke, die langjährige Förderung der Jugendriegen hilft uns dabei sehr. Immer wieder stossen daraus Aktivmitglieder nach. Weiter bieten wir ein breites Tätigkeitsfeld.» Das mache es sicher einfacher, sich in Sursee gegen rund 30 Sportvereine zu behaupten. Daher erstaunt nicht, wenn Felber auch erklärt: «Wir sind ein sehr gesunder Verein.»

Was man mit den 3000 Franken – so hoch ist der Preis dotiert – machen will, sei noch offen, meint Felber. Gut möglich, dass der Betrag in die Jugendarbeit investiert werde. «Die Würdigung für das viele ehrenamtliche Schaffen gewichten wir aber viel höher als den Geldbetrag.»

Ernesto Piazza

Eidgenössisches Turnfest 1930 in Arth (Bild: zvg)
7 Bilder
1942 (Bild: zvg)
1952 (Bild: zvg)
Eidgenössisches Turnfest 1959 in Basel (Bild: zvg)
Eidgenössisches Turnfest 1963 in Luzern (Bild: zvg)
Eidgenössisches Turnfest 1978 in Genf (Bild: zvg)
2013 (Bild: zvg)

Eidgenössisches Turnfest 1930 in Arth (Bild: zvg)