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SURSEE: Vier Schläge führen zum Gansabhauet

In Sursee ist am Mittwoch am traditionellen Gansabhauet zwei toten Gänsen der Kopf vom Rumpf geschlagen worden. Im ersten Durchgang waren 13 Hiebe nötig, beim zweiten Tier nur vier Schläge. Unter den Gewinnern ist einer, der den Wettbewerb bereits zum vierten Mal gewann.
Ein Gansschläger mit der Sonnenmaske versucht, der (toten) Gans den Kopf abzuschlagen. Sein Handicap: Ihm sind die Augen verbunden. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Ein Gansschläger mit der Sonnenmaske versucht, der (toten) Gans den Kopf abzuschlagen. Sein Handicap: Ihm sind die Augen verbunden. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Gansabhauet in Sursse: Zwei Gänse und insgesamt 17 Gansschläger hatten Ihren Auftritt. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)Gansabhauet in Sursse: Zwei Gänse und insgesamt 17 Gansschläger hatten Ihren Auftritt. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Zuerst wird die – bereits tote – Gans herbeigetragen. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)Zuerst wird die – bereits tote – Gans herbeigetragen. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Dann wird der Anwärter – hinter der Sonnenmaske sieht er nichts – herangeführt. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)Dann wird der Anwärter – hinter der Sonnenmaske sieht er nichts – herangeführt. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Ein Schlag – doch dieser Versuch misslingt. Wird es dem nächsten Anwärter gelingen? (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)Ein Schlag – doch dieser Versuch misslingt. Wird es dem nächsten Anwärter gelingen? (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Nein, aber der Nächste hat Erfolg ... (Bild: ALEXANDRA WEY)Nein, aber der Nächste hat Erfolg ... (Bild: ALEXANDRA WEY)
… und zack, … (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)… und zack, … (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
... die Gans ist ab. Wer steckt hinter der Sonnenmaske? (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)... die Gans ist ab. Wer steckt hinter der Sonnenmaske? (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Es ist Christian Fries. Er gewinnt bereits zum vierten Mal und darf die Gans mit nach Hause nehmen. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)Es ist Christian Fries. Er gewinnt bereits zum vierten Mal und darf die Gans mit nach Hause nehmen. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey)
Derweil das Programm für Kinder: Ariane Arnold ergattert sich beim Stangenklettern ein Geschenk. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)Derweil das Programm für Kinder: Ariane Arnold ergattert sich beim Stangenklettern ein Geschenk. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Chäszänne: Christoph Rupp verdient sich mit einer Grimasse ein Stück Käse. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)Chäszänne: Christoph Rupp verdient sich mit einer Grimasse ein Stück Käse. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
In der Chäszänne-Konkurrenz: Alissia Röösli … (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)In der Chäszänne-Konkurrenz: Alissia Röösli … (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
… oder Timo Huber. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)… oder Timo Huber. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Ein zkünftiger Gansschläger posiert schon mal. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)Ein zkünftiger Gansschläger posiert schon mal. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
13 Bilder

Die Gansabhauet

Rund 5000 Personen verfolgten in der Altstadt bei schönstem Wetter das Spektakel. Neben überdurchschnittlich vielen Zuschauern hatten sich dieses Jahr auch viele Teilnehmer angemeldet, nämlich 95 Männer und 11 Frauen, wie Stadtarchivar Michael Blatter erklärte.

Bei der ersten Gans gelang dem 13. Schläger, Christian Fries aus Triengen, der entscheidende Hieb. Der 31-Jährige war bereits zum fünften Mal am Gansabhauet dabei und gewann zum vierten Mal ein Tier.

Weit weniger lang dauerte es in der zweiten Runde. Die Gans fiel bereits beim vierten Schlag. Dieser gelang dem 49-jährigen Franz Amrein aus Oberkirch.

Beim Gansabhauet geht es darum, mit einem Säbelhieb den Hals einer leblosen, am Hinterkopf aufgehängten Gans mit einem einzigen Hieb zu durchtrennen. Dies ist schwieriger, als es auf den ersten Blick erscheint.

Mit stumpfem Säbel und einem Glas Wein

Die Wettstreiter in ihren roten Umhängen sehen hinter ihrer Sonnenmaske nichts. Zudem ist ihr Dragonersäbel stumpf. Vor dem Schlag trinken sie ein Glas Wein und drehen sich um die eigene Achse.

Die Reihenfolge der Schläger für die zwei Gänse wird durch das Los bestimmt. Dem Erfolgreichen – der entscheidende Schlag ist bislang noch nie einer Frau geglückt - winkt neben Ruhm und Ehre auch ein Festmahl. Natürlich darf er auch die Gans mit nach Hause nehmen.

Die Ursprünge des Gansabhauet liegen im Dunkeln. Sicher ist einzig, dass Bräuche um das wertvolle Federvieh früher in ganz Europa verbreitet waren. 1820 verschwand der Brauch aus Sursee, vier Jahrzehnte später wurde er wieder zu neuem Leben erweckt.

Das Martinifest beschränkt sich in Sursee nicht auf den Gansabhauet. In den Pausen zwischen den Schlägen können Kinder beim «Stängechlädere» Geschenke ergattern oder beim «Chäszänne» mit einer verrückten Grimasse ein Stück Käse verdienen. Auch ein «Räbeliechtli»-Umzug fehlt nicht. (sda)

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