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Surseer Bordell «Rössli» soll früher schliessen

Da es den Anwohnern zu laut ist, soll das «Rössli» in der Surseer Altstadt nicht mehr so lange offen haben wie bisher. Doch bevor die Lärmbelastung sinkt, stehen die Zeichen auf Krach.
Kilian Küttel
Vor dem «Rössli» kam es Anfang November zu einer Schussabgabe. (Bild: Boris Bürgisser, Sursee, 12. April 2018.))

Vor dem «Rössli» kam es Anfang November zu einer Schussabgabe. (Bild: Boris Bürgisser, Sursee, 12. April 2018.))

«Entspannen und geniessen». 365 Tage im Jahr. Von 15 bis 2.30 Uhr unter der Woche. Und am Freitag und Samstag von 15 bis 4 Uhr morgens. Damit wirbt die «Rössli Night Bar» in der Surseer Oberstadt auf ihrer Website.

Wie die «Surseer Woche» berichtet, muss das Etablissement seine Öffnungszeiten aber wohl bald überdenken. Neu soll die Kontaktbar von Sonntag bis Donnerstag schon um 0.30 Uhr und am Freitag und Samstag um 2.30 Uhr schliessen. Also zwei beziehungsweise eineinhalb Stunden früher. So will es der Surseer Stadtrat, der bei der Luzerner Gastgewerbepolizei ein Gesuch eingereicht hat. Polizeisprecher Urs Wigger bestätigt den Eingang des Gesuchs. Auf Anfrage unserer Zeitung sagt der Surseer Stadtpräsident Beat Leu (CVP): «Betroffene Anwohner reklamierten immer wieder über Nachtruhestörungen und Verschmutzungen. Wir sind seit Jahren in Kontakt mit dem Bewilligungsinhaber.» Den Ausschlag für das Gesuch habe ein Vorfall vom November 2018 gegeben: An einem frühen Donnerstagmorgen betritt ein 42-Jähriger die Bar, bedroht einen anderen Gast mit einer Waffe. Wenig später schiesst er vor dem «Rössli» in die Luft, ohne dass es Verletzte gibt. Noch am gleichen Morgen stellt er sich der Polizei, die Waffe wird sichergestellt, der Serbe kommt in Untersuchungshaft.

Quartierverein argumentiert mit Fairnessprinzip

Stadtpräsident Leu sagt es selber: Der Einwand kam von der Bevölkerung. Denn 365 Tage im Jahr «entspannen und geniessen», können vielleicht die «Rössli-Kunden». Überhaupt nicht erholsam findet das Treiben der Quartierverein Altstadt. Dessen Präsident, Rainer Jacquemai, nimmt das Engagement des Stadtrats erfreut zur Kenntnis. Wer mit Jacquemai telefoniert, merkt aber schnell, dass er nichts anderes erwartet: «Es geht auch um die Fairness. Das ‹Rössli› ist das einzige Surseer Lokal, dass bisher so lange geöffnet haben konnte. Mit einer Kürzung werden alle gleich behandelt.» Hinzu komme, dass die Bar auch mit den aktuellen Öffnungszeiten teilweise zu spät schliesse.

Man muss kein Mediator sein, um die angespannte Stimmung in der Surseer Oberstadt zu bemerken. Ein Anruf bei «Rössli»-Geschäftsführer Ismailaki Ilazi stützt diesen Eindruck. Zuerst erzählt er seine Sicht der Dinge frei von der Leber weg. Wenig später sagt er, sich nicht zitierfähig äussern zu wollen. Aktuell würden «wichtige Diskussionen laufen». Man solle in einigen Wochen anrufen, dann wolle er Licht in die Sache bringen und die Fakten auf den Tisch legen.

Dass das «Rössli» in Zukunft früher schliessen muss, ist noch nicht sakrosankt. Der Entscheid der Luzerner Gastgewerbepolizei steht noch aus. Wann der Stadtrat mit einem Bescheid rechnet, konnte Beat Leu gestern nicht sagen. Klar scheint aber eines: Ganz ohne Nebengeräusche schliesst das «Rössli» in Zukunft kaum. Trotzdem sagt Rainer Jacquemai: «Mit dem Betreiber des ‹Rösslis› habe ich persönlich überhaupt kein Problem. Es geht wirklich nur um den Lärm.»

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