Surseer Narrenläufer stellen fest: «Sorsi esch es Poff!»

Die Verwirrung ist total. Tempo 20? Tempo 30? Rechtsvortritt? Linkvortritt? «Sorsi esch es Poff!», konstatierten die Rätschwiiber Meier und Müller am Surseer Narrenlaufen vom Donnerstagabend.

Christian Bertschi
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Narrenlauf im Restaurant «Wilden Mann» in Sursee. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Narrenlauf im Restaurant «Wilden Mann» in Sursee. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Das neue Verkehrsregime nervte die Lästermäuler derart, dass sich eine der acht teilnehmenden Gruppen flugs «Verkehrsfrei» nannte und für ihre Darbietung in den Beizen drei eher weniger Freiwillige als verkehrsberuhigende «Pföschte» aufbot. Worauf das Publikum frenetisch höhnte: «Fahred die Pföschte om!» Ein Schelm, wer Böses vermutet, dass ausgerechnet ein Mitglied der Journalistenzunft als Pfosten ausgesucht wurde ...

Lokalthemen waren durchaus im Trend. Der Wechsel im Stadtrat vom früheren fahrradfahrenden Stapi Ruedi Amrein hin zum fliegenden Piloten Beat Leu wurde von den Narrenläufern surenauf und surenab geschleift. Roli Huber absolvierte seine ganze Nummer Ruedi Amrein im Velodress und Helm. Er sprach davon, wie schwierig es sei, während der Stadtratssitzungen nicht mehr das Glöggli läuten zu dürfen. «Wenn ich schellte, hielten die Stadträtinnen Irmgard Amrein und Ruth Balmer endlich ihre Klappe!» Dafür habe er jetzt einen Migros-Kurs im Windelnwechseln besucht und probiere die neuen Rezepte eines Salat-Buchs von Betty Bossi. «Mit den Saucen beginnen wir dann im Juni, hat Käthi gesagt.» Seine Frau.

Das Malheur am letzten Gansabhauet, als ein Berner, der sich als Zürcher ausgab, die Gans gar nicht richtig vom Draht durchtrennte, ärgerte die «Blääiwörm» aus Schenkon. Sie forderten ultimativ die Einführung einer Passkontrolle, damit nur noch Luzerner den Säbel schwingen durften. Und natürlich musste auch das weinselige Heinipaar Beat und Andrea Felder-Meyer mit ihrem Fasnachtsmotto «O’zapft is» einiges über sich ergehen lassen.

Topaktuell nahm die Gruppe Bacchus eine Thematik auf, die unsere Zeitung just am Donnerstag publik gemacht hatte. Wo nur sind die Asylbewerber, die aus dem Nottwiler Bundeszentrum abgehauen sind? Etwa in der Abendmesse, wie die Gruppe vermutete? Und immer wieder bekamen der Bundespräsident mti seinem «Gripen-Virus», der Surseer Pfarreileiter Markus Heil mit seiner Pfarrei-Initiative und die elend langsamen Schweizer Skifahrer ihr Fett weg.

Musikalisch glänzte nebst der einheimischen Guuggenmusig Diebetormtöibeler und der Ladyband Sürpris Schtadel insbesondere der junge Mauenseer Sänger Marco Kunz. Mit viel Charme und grossartiger Stimme brachte er den Saal im «Wöude» zum Kochen.

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