SURSEE/REIDEN/TRIENGEN: Sursee, Reiden, Triengen

Wilde Stiere, fauler Bär: Die Umzüge auf dem Land waren tierisch gut. Einer Figur ging es an den Kragen.

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Sportliche Fasnächtler: Veloclub und Männerriege in Sursee. (Bild André Albrecht/Neue LZ)

Sportliche Fasnächtler: Veloclub und Männerriege in Sursee. (Bild André Albrecht/Neue LZ)

Die 15 Guuggenmusigen am Surseer Fasnachtsumzug brachten Stimmung in den gedrängten Umzug. Ständig hingen Musik und Rhythmus in der Luft. Dabei war vom bereits traditionellen Fasnachtshit bis zu den aufdringlich stampfenden Rhythmen, von der Kleingruppe bis zur ausgewachsenen Brassband alles zu hören. Dazwischen gab es Tierisches, Katzen, Hunde, Kühe, einen veritablen Stierkampf und wilde Mannen vom Änzi.

Unter den zahlreichen Wagen stachen unter anderem das Sempischiff hervor, das von den Altheinivätern mit einem Bündel Luftballons über die Wellen gesteuert wurde.

Martina Hingis in Reiden
Der Umzug der Fasnachtsgesellschaft Reiden-Langnau-Richenthal wurde von der einheimischen Guuggenmusig Wegere Pflotscher angeführt. Unter dem Motto «Euro-Manie» wechselten sich einheimische und auswärtige Gruppen ab. Auf grosse und kleine Fasnachtswagen folgten Guuggenmusigen oder Kindergruppen, denen die zahlreichen Zuschauer heftig applaudierten.

«Em choche ben i no keis Ass, defür macht kokse rüüdig Spass», meinten gleich drei Gruppen zu einer Schweizer Tennisspielerin. Fehlen durfte auch jene Bundesrätin nicht, die unbedingt auf dem Rütli «laferen» wollte. Die Eiachser-Frönde Wiggertal präsentierten die grössten Schweizer Hits. Ein temperamentvoller Musiker Piero zertrümmerte ununterbrochen die Eingangstüre eines Zürcher Pressehauses.

Zumindest die Primarschüler von Langnau hielten sich an das vorgegebene Motto und zeigten als Euro-Holz-Bläch- und Tanzband eine mit viel Liebe einstudierte Darbietung.

Wehmut in Triengen
Wehmut kam auf beim Umzug der Fröschenzunft in Triengen: Das Chluri, eine Dorfpersönlichkeit, musste traurig Ade winken: Um 19.15 Uhr schlug ihm sein letztes Fasnachtsstündlein - es wurde verbrannt. Das Chluri war zumindest am Umzug dabei. Der Bär, eine der drei Urgestalten, fehlte ganz. «Die Fasnacht war zu kurz, um zu erwachen, er ist noch im Winterschlaf», sagte der Speaker. Nicht geschlafen hatten die Wagenbauer: Die Cervelat und die wurstelnde UBS, die Rütlifeier und ein Gammelfleisch-skandal waren gelungene Sujets.

Willi Bürgi, Anton Oetterli und Hannes Bucher