SUVA: Suva schreibt einen Verlust von 150 Millionen

Die Finanzkrise hat 2008 auch die Suva getroffen. Trotz eines Verlus­tes von 150 Millionen Franken hat sich die Unfallver­sicherung im Urteil ihres Managements aber gut geschlagen. Die Prämien bleiben stabil.

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Das Suva-Gebäude am Löwen­platz in Luzern. (Bild Esther Michel/ Neue LZ)

Das Suva-Gebäude am Löwen­platz in Luzern. (Bild Esther Michel/ Neue LZ)

Die Suva weist für das vergangene Jahr auf ihren Kapitalanlagen eine Performance von minus 12,2 Prozent aus, verglichen mit plus 3,3 Prozent im Vorjahr.

Ulrich Fricker, der Vorsitzende der Suva-Geschäftsleitung, bezeichnete die Performance am Freitag in Luzern angesichts des schwierigen Anlagejahrs als ansprechend. Die Erträge aus Geld- und Kapitalanlagen sanken von über zwei Milliarden auf knapp 450 Millionen Franken. Insgesamt resultierte aus der Kapitalertragsrechnung ein Negativsaldo von 1,423 Milliarden Franken. Das Anlagevermögen schrumpfte von 31,6 auf 29,3 Milliarden Franken.

Über 10 Prozent wengier Neurenten
Im Gegensatz zur Kapitalertragsrechnung schloss die Risikorechnung mit einem Plus von 1,260 Milliarden Franken, wie Suva-Finanzchef Ernst Mäder weiter sagte. Er bezeichnete dies unter anderem als Folge der vorsichtigen Berechnungen der Vorjahre und des straffen Kostenmanagements.

Zudem mussten im Jahr 2008 über zehn Prozent weniger Neurenten gesprochen werden. Mit 2.210 neuen Invalidenrenten sank die Zahl auf einen historischen Tiefstand. Die Kosten sanken um 7,3 Prozent oder 50 Millionen Franken. Laut Fricker wurde das gute Resultat nicht zuletzt wegen der wirksamen Wiedereingliederungsmethode erreicht.

Stabile Prämien trotz Verlust
Die Gesamtrechnung der Suva schloss mit einem Verlust von 149,4 Millionen Franken, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 355 Millionen Franken erzielt worden war. Der finanzielle Deckungsgrad, das heisst das Verhältnis von Vermögen zu Verpflichtungen, betrug per Ende Jahr 107,8 Prozent.

Die Finanzierung und der momentan noch gute Risikoverlauf erlauben es der Suva, die Nettoprämien zum dritten Mal hintereinander zu senken. Die Prämienreduktion in der Berufsunfallversicherung beträgt durchschnittlich zwei Prozent, in der Nichtberufsversicherung durchschnittlich sechs Prozent.

Wegen der schlechten Lage auf den Kapitalmärkten reicht jedoch der Ertrag aus dem Anlagevermögen nicht aus, den gesetzlich vorgeschriebenen Teuerungsausgleich auf den Renten zu garantieren. Aus diesem Grund muss der auf der Nettoprämie erhobene Teuerungszuschlag von drei auf sieben Prozent angehoben werden. Die Massnahme ist vorerst auf drei Jahre befristet. Insgesamt bleiben die Prämien für die bei der Suva versicherten Unternehmen damit stabil.

Rezession bringt mehr Invaliditätsfälle
Für das laufende Jahr rechnete die Suva mit weiteren Auswirkungen der unsicheren wirtschaftlichen Lage. Erfahrungsgemäss steigt in Zeiten der Rezession die Zahl der Invaliditätsfälle an.

Zudem wird sich die rückläufige Beschäftigtenzahl auf die Gesamtlohnsumme auswirken, aufgrund derer die Unfallversicherungsprämie erhoben werden. Die vorausschauende Tarifierung der vergangenen Jahr macht es laut Mäder aber möglich, dass die Prämien in Zeiten der Rezession nicht erhöht werden müssen.

ap