SUVA: Weniger Unfallrenten – mehr Freizeitunfälle

Die Zahl der Suva-Unfallrenten ist im 2008 auf einen historischen Tiefstand gefallen. Mit 2210 neu gesprochenen Invalidenrenten sank die Zahl gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent.

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Der Hauptsitz der Suva in Luzern. (Bild pd)

Der Hauptsitz der Suva in Luzern. (Bild pd)

Die Suva sprach im vergangenen Jahr 2210 Mal eine unfallbedingte Invalidenrente aus, wie die Organisation am Montag mitteilte. Dies sind rund elf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Kosten sanken um 7,3 Prozent auf 631 Millionen Franken. Im Durchschnitt kam eine neu gesprochene Invalidenrente auf rund 286'000 Franken zu stehen, dies bei einem durchschnittlichen Invaliditätsgrad von 29,8 Prozent.

Gute Wirtschaftslage – im 1. Halbjahr
Als Gründe für den Rückgang ortet die Suva einerseits die 2003 eingeführte Wiedereingliederungsmethode (NCM). Und zwar wird beim NCM nicht der Fall gemanagt, sondern die aussergewöhnliche berufliche, familiäre und soziale Situation, in der sich die verunfallte Person befindet und mit der sie alleine nicht oder nur schwer zurecht käme. Weiterer Grund sei die gute Wirtschaftslage in der ersten Jahreshälfte gewesen. Arbeitgeber seien eher bereit gewesen, einem verunfallten Arbeitnehmer nach der Rehabilitation wieder einen Arbeitsplatz anzubieten, schreibt die Suva.

Verglichen mit dem Höchststand im Jahr 2003 ging die Zahl der neu gesprochenen Invalidenrenten bei der Suva um gut einen Drittel zurück, und zwar von 3357 auf 2210. Noch stärker war der Rückgang bei den Kosten. Diese sanken um knapp 40 Prozent. Ende 2008 bezogen insgesamt 99'368 Personen eine Rente der Suva, davon 77'388 wegen Invalidität. 21'980 Renten waren Hinterlassenenrenten. Für alle Renten wendete die Suva im vergangenen Jahr total 1,5 Milliarden Franken auf.

Freizeitunfälle mit deutlichem Plus
Bei den Freizeitunfällen registrierte die Suva eine deutliche Zunahme von 5,3 Prozent. Nach leichtem Rückgang im 2007 stiegen sie im vergangenen Jahr von 239'016 auf 251'803. Massiv zugenommen haben mit plus 28 Prozent die Schneesportunfälle. Die Suva führt dies auf ein schneereiches Jahr mit überdurchschnittlich guten Witterungsverhältnissen zurück. Die Zahl der gemeldeten Fussballunfälle stieg um 6,8 Prozent auf 28'957. Zugenommen haben laut Mitteilung auch die Verkehrsunfälle. So wurden der Suva im vergangenen Jahr 36.400 Verkehrsunfälle gemeldet, was einer Zunahme von 6,9 Prozent entspricht. Ein Verkehrsunfall kostet durchschnittlich 13'000 Franken, ein Sportunfall dagegen nur 4100 Franken.

Moderater verlief die Entwicklung in der Berufsunfallversicherung. Die der Suva gemeldeten Berufsunfälle und Berufskrankheiten nahmen im vergangenen Jahr nur um 0,8 Prozent auf 186.010 zu. Bei der Unfallversicherung für Arbeitslose gingen die Unfälle zurück, nämlich um 11,2 Prozent auf 11'723. Die Suva ist ein selbstständiges Unternehmen und versichert rund 1,9 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten.

ap