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SVP fordert: Stadtluzerner Parkuhren sollen Restguthaben anrechnen

Wenn jemand einen Parkplatz früher als geplant verlässt, soll der Nachfolger von der restlichen Parkzeit profitieren. Das will die SVP Stadt Luzern. Doch dank der modernen Technik wird das Problem ohnehin bald obsolet.
Robert Knobel
Wenn in eine solche Parkuhr eine Münze geworfen wird, verfällt das Guthaben des Vorgängers. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 15. Dezember 2015)

Wenn in eine solche Parkuhr eine Münze geworfen wird, verfällt das Guthaben des Vorgängers. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 15. Dezember 2015)

Wer regelmässig auf gebührenpflichtigen Parkplätzen parkiert, hat es vermutlich schon erlebt: Weil der Vorgänger frühzeitig weggefahren ist oder kein passendes Kleingeld zur Hand hatte , bleibt noch ein Restguthaben in der Parkuhr. Dieses darf man «erben» – man parkiert somit gratis auf Kosten des Vorgängers. Das funktioniert allerdings nur, wenn man vor Ablauf der restlichen Parkzeit wieder wegfährt. Wer länger bleiben will, muss seine Parkgebühr regulär bezahlen. Doch sobald man die erste Münze einwirft, stellt die Parkuhr ihren Zähler wieder auf Null – die Parkzeit des Vorgängers verfällt.

Darüber ärgert sich der neue Luzerner SVP-Grossstadtrat Patrick Zibung. «Man stelle sich vor, ein Mieter zieht vor Ablauf der Kündigungsfrist aus seiner Wohnung aus, bezahlt dennoch die Miete und der Vermieter fände bereits einen Nachmieter und verlangt von diesem ebenfalls nochmals die volle Miete», schreibt Zibung in seinem Postulat, das er im Stadtparlament eingereicht hat. Darin fordert er den Stadtrat auf dafür zu sorgen, dass Restguthaben in Parkuhren künftig angerechnet werden. Wenn die Parkuhr noch eine Restzeit von einer halben Stunde anzeigt und man eine Stunde parkieren will, bräuchte man also nur noch eine halbe Stunde zu bezahlen.

Früher waren die Stadtluzerner Parkuhren «kulanter»

Damit würde die Stadt Luzern zu ihrer früheren Praxis zurück kehren. Denn bei den alten Parkuhren war es tatsächlich möglich, Parkguthaben zu «erben». Das war zwar legal, erleichterte aber gleichzeitig den Missbrauch, indem es ständiges Nachzahlen erlaubte. Aus diesem Grund sind die neuen Parkuhren so eingestellt, dass das bisherige Guthaben verfällt, sobald eine Münze eingeworfen wird. Das bestätigt Leevke Stutz, Projektleiterin Mobilität bei der Stadt Luzern. Allerdings werde sich das Problem in naher Zukunft von selbst erledigen. Künftig sollen nämlich alle Parkuhren in der Stadt Luzern die Möglichkeit bieten, die Gebühr per Handy zu bezahlen. Kehrt man zu seinem Auto zurück, checkt man sich per App wieder aus und beendet den Parkvorgang. Dies hat den Vorteil, dass man immer nur die effektive Parkdauer bezahlt. Restguthaben gibt es dadurch nicht mehr. Zurzeit läuft im Bereich Winkelriedstrasse/Hirschengraben ein Pilotversuch mit digitalen Parkuhren, bei denen man per Twint bezahlen kann (wir berichteten). Das Angebot wird sehr stark genutzt, sagt Leevke Stutz. Man wolle es deshalb «möglichst schnell auf alle Parkuhren der Stadt ausweiten.» Zurzeit warte man nur noch auf grünes Licht des kantonalen Datenschützers, «dann legen wir los», so Leevke Stutz.

Kontrolleure haben mehr Arbeit

Die Umrüstung der Parkuhren ist dabei denkbar einfach. Sie müssen lediglich mit einem QR-Code versehen werden, den die Parkplatznutzer jeweils einscannen. Der ganze Zahlvorgang läuft danach über die App. Wer lieber mit Münz bezahlen will, kann das aber weiterhin tun. Leevke Stutz betont, dass die klassischen Parkuhren keineswegs ausgedient haben. «Es gibt künftig einfach mehr Bezahl-Möglichkeiten.» Allerdings bedeutet dies für die Kontrolleure einen Mehraufwand: Sie müssen jeweils sowohl die Parkuhr als auch die App kontrollieren. Um die Kontrollen zu vereinfachen, hat die Stadt Luzern im Löwengraben ein weiteres Pilotprojekt am Laufen: Dort müssen die Parkplatznutzer ihr Nummernschild bei der Parkuhr eingeben. Für die Kontrolleure genügt dann ein Blick auf die Kontroll-App um festzustellen, ob jemand die Gebühr bezahlt hat – ganz unabhängig davon, ob dies per App oder mit Münz erfolgt ist.

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