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SVP-Nationalrätin Yvette Estermann will in den Krienser Stadtrat

Nach der Rücktrittsankündigung des Stadtpräsidenten Cyrill Wiget (Grüne) geben sich seine Parteikollegen noch bedeckt. Stattdessen geht eine bekannte SVP-Frau in die Offensive.
Stefan Dähler
Ist «interessiert und motiviert» für das Stadtratsamt: Die SVP-Frau Yvette Estermann. (Bild: Manuela Jans-Koch, 8. November 2018, Luzern)

Ist «interessiert und motiviert» für das Stadtratsamt: Die SVP-Frau Yvette Estermann. (Bild: Manuela Jans-Koch, 8. November 2018, Luzern)

Im Krienser Stadtrat kommt es nächstes Jahr zu Kampfwahlen. Stadtpräsident Cyrill Wiget (Grüne) hat angekündigt, Ende Legislatur Mitte 2020 abzutreten. Damit wird – im Gegensatz zu 2016, als alle Bisherigen nochmals antraten – im Krienser Stadtrat mindestens ein Sitz frei.

Das Ziel der Grünen ist, diesen zu halten, wie sie mitteilen. Doch auch die SVP will nach dem Wechsel Paul Winikers in den Regierungsrat 2015 wieder zurück in die Krienser Exekutive.

Rücktritt als Nationalrätin bei Wahl in den Stadtrat

Gerne für die SVP antreten würde Yvette Estermann (52), Nationalrätin und derzeit Präsidentin des Krienser Einwohnerrats. Auf Anfrage sagt sie:

«Die Arbeit als Präsidentin hat mir nochmals bestätigt, dass Kriens für mich Priorität hat. Ich bin interessiert und motiviert für das Stadtratsamt.»

Bei einer allfälligen Wahl würde sie sicher als Nationalrätin zurücktreten. Estermann kann sich auch das Stadtpräsidium vorstellen, betont aber, dass sie die Situation noch mit der Partei analysieren müsse. Zudem müsse diese sie noch nominieren.

Noch keine Namen nennen will Erich Tschümperlin, Präsident der Krienser Grünen. Das Ziel sei, wenn möglich mit einer jüngeren Person Cyrill Wigets Stadtratssitz zu verteidigen. «Eine frische Kraft würde dem Stadtrat guttun, da die anderen Mitglieder schon alle gegen 60 zugehen», sagt Tschümperlin. Das Stadtpräsidium dagegen werden die Grünen voraussichtlich nicht mehr anstreben, dies sei mit einem neuen Kandidaten unüblich.

Für die Stadtratskandidatur sei man «derzeit mit Personen im Gespräch, es wird aber ein paar Monate dauern, bis der Kandidat feststeht», sagt Tschümperlin. Ob es eine Frau oder ein Mann sein wird, sei noch offen.

«Leider ist es aber etwas schwierig, Frauen zu finden.»

In der Fraktion im Einwohnerrat ist keine vertreten. Tschümperlin selbst schliesst eine Kandidatur aus.

Maurus Frey. (Bild: PD)

Maurus Frey. (Bild: PD)

Ein potenzieller Kandidat wäre Maurus Frey. Der 36-jährige Leiter Entwicklung Umweltsysteme war sechs Jahre im Einwohnerrat aktiv, derzeit ist er Präsident der grünen Kantonalpartei. «Aktuell bin ich mit Job und Ämtern zufrieden, zudem stehen derzeit die kantonalen und nationalen Wahlen im Vordergrund», sagt er auf Anfrage. Eine Kandidatur als Stadtrat schliesst er per se nicht aus. Frey betont aber, dass ein Vollamt, wie es der Krienser Stadtrat vorschlägt, für ihn nicht in Frage käme.

«Dieses Modell wäre nicht zeitgemäss, ich will mich weiter auch um meine Kinder kümmern können.»

Derzeit sind die Stadträte zu 80 Prozent angestellt, die Exekutive beantragt eine Aufstockung auf 100 Prozent (wir berichteten).

Michael Töngi. (Bild: Boris Bürgisser)

Michael Töngi. (Bild: Boris Bürgisser)

Nicht mehr ganz so jung, aber in der Bevölkerung bereits bekannt wäre Nationalrat Michael Töngi (51). Er hat in früheren Jahren auch Erfahrungen als Lokalpolitiker gesammelt und 1999 den Einwohnerrat präsidiert. Für ihn ist eine Stadtratskandidatur derzeit aber kein Thema. Töngi:

«Ich bin erst ein Jahr im Nationalrat, mich noch am Einarbeiten und fühle mich dort sehr wohl.»

Er werde einen definitiven Entscheid aber noch mit der Partei besprechen.

Der neue Grünen-Fraktionschef Raoul Niederberger (28) schliesst eine Kandidatur aus: «Ich absolviere gerade das Doktorat und will noch die Anwaltsprüfung machen, diese würde gerade in diese Zeit fallen.» Daher sei es noch zu früh. Auch für Niederbergers Vorgänger als Fraktionschef, Bruno Bienz (61), sowie Pia Zeder (57), Kantonsrichterin und ehemalige Einwohnerrätin, ist das Stadtratsamt kein Thema.

Ob es bei den Krienser Stadtratswahlen im Frühjahr 2020 nur zu einem Duell der Grünen gegen die SVP kommt, ist ungewiss. Cyrill Wigets Stadtratskollegen lassen derzeit noch offen, ob sie nochmals antreten und allenfalls das Stadtpräsidium übernehmen wollen.

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