«SWEET & CAKE»: Zu schön, um gegessen zu werden

Gekonnt dekorieren: Der mehrfach ausgezeichnete Tortenkünstler Santiago Tamayo zeigt, dass das gar nicht so schwierig ist – mit der richtigen Technik.

Natalie Ehrenzweig
Drucken
Teilen
Santiago Tamayo zeigt, wie man die modellierbare Zuckermasse (Fondant) ohne Falten auf den Kuchen bringt. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 5. Mai 2017))

Santiago Tamayo zeigt, wie man die modellierbare Zuckermasse (Fondant) ohne Falten auf den Kuchen bringt. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 5. Mai 2017))

«Nein, das kann ich nicht», das sei ein Kommentar, den Santiago Tamayo von Satama Cakes oft höre, wenn er Leute animiere, eigene Kuchen so künstlerisch zu dekorieren, wie er das tut. «Ich zeige, wie einfach man den Fondant, diese elastische Zuckermasse, auf den Kuchen bringt», sagt er an seiner Präsentation bei der Sonderschau «Sweet & Cake».

Santiago Tamayo will seinen Kuchen als Blumentopf dekorieren. Dazu hat er die Blüten bereits hergestellt: Während der gebürtige Kolumbianer drei Fondantmassen ineinanderknetet, um eine Marmorierung zu erhalten, verrät er einige Tricks: Die Maisstärke hat er in einem Nylonstrumpf, so lässt sie sich besser verteilen. Für die Kuchenhülle benützt er schwarze Schokolade, weil das einen guten Kontrast zum Zucker ergibt. Mit dem Teigroller wallt er den Fondant aus, umgibt den Kuchen mit Kokosöl als Klebstoff. Mit vorsichtigem Ziehen bringt er die Dekoration faltenfrei an ihren Platz. «Jetzt schneiden wir oben ein Loch aus und füllen gemahlene Oreo-Kekse ein, die als Blumenerde fungieren», zeigt er. Dann steckt er den Zweig mit den Zuckerblüten hinein: Fertig ist der Blumentopf.

Santiago Tamayo backt und dekoriert unglaubliche Kuchen. Für den grössten ausgestellten Hochzeitskuchen hat er drei Wochen gearbeitet, Preis: zwischen 7000 und 8000 Franken. «Ich habe schon meiner Mutter beim Kuchendekorieren geholfen. Später habe ich Kurse besucht, aber vor allem viel daheim geübt. Ich bin ein Künstler, der vergängliche, essbare Kunst macht», lacht Santiago Tamayo. Für eine Hoteleröffnung wurde das Hotel als Kuchen bestellt. Doch die Kundin wollte die schöne Torte nicht essen. «Das ist ein Jahr her. Sie haben sie noch», schmunzelt er.

Neuer Trend: Hoher, schmaler Dripcake

Der Backtrend, der seit einiger Zeit bei uns zu spüren ist, kommt aus England und den USA. «In England backen und dekorieren sie schon lange. Da gibt es auch viele Wettbewerbe», erklärt Sandra Munz von Tortendecor.ch, die neben dem Onlineverkauf von Backutensilien auch Kurse anbieten. «Wir wandeln allerdings die Rezepte aus den USA ab, die sind für uns in der Schweiz viel zu schwer und süss», sagt sie. Gebacken werde immer noch vor allem von Müttern mit ihren Kindern. Der neuste Kuchentrend sei übrigens der hohe, schmale Dripcake, bei dem die Glasur am Tortenrand heruntertropft.

 

Natalie Ehrenzweig

stadt@luzernerzeitung.ch