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Swisscom führt 5G-Testnetz in Luzern ein – und möchte Grenzwerte auf das Vierfache anheben

Die Swisscom testet die nächste Generation der mobilen Datenübertragung seit dieser Woche auch in der Stadt Luzern. Mit der neuen Technologie könnten dereinst Konzerte via 3-D-Bildübertragung mitverfolgt werden.
Lucien Rahm
Adrian Bolliger (links), Chef Mobile Business Services bei Swisscom, präsentiert im KKL einen neuen Prototypen eines 5G-Handys. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, 8. November 2018)

Adrian Bolliger (links), Chef Mobile Business Services bei Swisscom, präsentiert im KKL einen neuen Prototypen eines 5G-Handys. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, 8. November 2018)

Die Kapellbrücke einmal in Vollbrand erleben, während man darauf einen Rundgang absolviert. Dies könnte in Zukunft gemäss der Swisscom möglich sein, wie das Unternehmen am Donnerstag an ihrer Medienkonferenz im KKL verlauten liess. Erleben lassen würde sich das in Flammen stehende Luzerner Wahrzeichen virtuell – mittels sogenannter «Augmented Reality», einer «erweiterten Realität», die dem Betrachter mit einer 3D-Computerbrille vermittelt wird.

Für die datenintensive Pro­jizie­rung wäre jedoch eine weitaus schnellere Übertragungsrate nötig, als sie die heutige 4G-Mobilfunktechnonlogie erlaubt. Voraussetzung ist deren nächste Generation: 5G.

Mit der neuen Technologie wären nicht nur Spielereien wie jene auf der Kapellbrücke möglich. Auch selbstfahrende Autos, Inspektionsdrohnen der Feuerwehr oder die Kommunikation per 3-D-Bildübertragung würden damit denkbar. Nicht zuletzt erhöht 5G auch schlicht die mobile Surfgeschwindigkeit: Bis im Jahr 2030 sollen damit Übertragungsraten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde möglich sein. Der heutige 4G-Standard erlaubt sekündlich bis zu 1 Gigabit. Die Ladezeiten werden damit auf einen Bruchteil der heutigen schrumpfen.

Die Testhandys wogen noch eine Tonne

An der Einführung der neuen Technologie arbeitet die Swisscom bereits seit Jahren. Zu Testzwecken betreibt sie schon heute in fünf Schweizer Städten erste 5G-Netze. Seit Donnerstag zusätzlich auch in Luzern, wo sie auch gleich erste 5G-fähige Smartphone-Prototypen präsentiert hat. Was das Unternehmen in seiner Mitteilung «handlich» nennt, kommt allerdings noch etwas klobig daher. Immerhin: Vor einem Jahr hätten die Testgeräte noch eine Tonne gewogen.

Im kommenden Sommer dürften dann auch die namhaften Hersteller erste 5G-taugliche Geräte präsentieren, sagte Patrick Weibel, der das 5G-Programm der Swisscom leitet. «Ich weiss jedoch nicht, ob die ersten Smartphones so chic sein werden wie die heutigen.»

Der 5G-fähige Prototyp des US-Herstellers Qualcomm. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, 8. November 2018)

Der 5G-fähige Prototyp des US-Herstellers Qualcomm. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, 8. November 2018)

Netzausbau erfordert Anpassung der Grenzwerte

Ungewissheit herrscht für die Swisscom nach wie vor auch hinsichtlich der Errichtung des 5G-Antennennetzes. Wenn die heute geltenden Strahlungsgrenzwerte nicht angepasst würden, wäre 5G «nur beschränkt einsetzbar», hiess es am Donnerstag an der Medienpräsentation.

Heikel würde es allerdings erst in einer zweiten Phase der geplanten Netzerrichtung. «Bei der ersten Phase planen wir anhand der heutigen Situation der Grenzwerte», sagte Netzwerkleiter Heinz Herren. Für die weitere Entwicklung setze man auf eine Anpassung der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV). «Wir hoffen, dass die von Bundesrätin Leuthard gestartete Initiative Früchte tragen wird», so Herren. Dies war bisher nicht der Fall: Im März sprach sich der Ständerat abermals gegen eine Anhebung der Grenzwerte aus, wie er dies bereits 2016 tat. Begründet wurde dies jeweils mit der bislang nicht belegten Unbedenklichkeit höherer Strahlungswerte für die menschliche Gesundheit.

Konkret fordert die Telekommunikationsbranche eine Erhöhung des Grenzwerts für Sendeanlagen auf 20 Volt pro Meter, wie Swisscom-Sprecher Armin Schädeli auf Anfrage mitteilt. Das entspricht rund dem Vierfachen der heutigen Werte. Andernfalls könnten in städtischen Gebieten etwa 90 Prozent der bestehenden Antennen nicht mit 5G-Sendern ausgerüstet werden. Dann würden neue Antennenstandorte nötig, so Schädeli. Aufgrund des oftmals vorhandenen Widerstands der Bevölkerung gegen neue Antennen dürfte dies schwierig und zeitaufwendig werden.

Der aktuelle Plan der Swisscom sieht vor, bis Ende des nächsten Jahres 60 Städte und Gemeinden mit 5G abzudecken. Auch Tourismusregionen und abgelegen Orte sollen davon profitieren.

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