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SWISSPORARENA: Bei jedem FCL-Match macht die Polizei Intimkontrollen

Besucher werden neu bei Verdacht auch im Intimbereich kontrolliert. FCL-Fans sprechen von einer «Schikane».
Robert Knobel/Luca Wolf
Eingangskontrolle vor dem Stadion Swissporarena bei der Partie FC Luzern - Grasshoppers Zürich am Sonntag, 2. Februar 2014. (Bild Philipp Schmidli)

Eingangskontrolle vor dem Stadion Swissporarena bei der Partie FC Luzern - Grasshoppers Zürich am Sonntag, 2. Februar 2014. (Bild Philipp Schmidli)

Am 2. Februar, beim Spiel FC Luzern - Grasshoppers, war das revidierte Hooligan-Konkordat erstmals im Kanton Luzern «scharf». Die Polizei darf seither all diejenigen Massnahmen anwenden, die im Konkordat vorgesehen sind. Zum Beispiel Intimkontrollen am Stadioneingang. Im Schnitt würden solche Kontrollen bei ein bis zwei Personen pro Match durchgeführt, sagt Kurt Graf, Sprecher der Luzerner Polizei.

Darf man Kontrolle verweigern?

Über das genaue Prozedere im Falle von Intimkontrollen herrschen allerdings unterschiedliche Ansichten zwischen Fans und Polizei. In Mails, welche FCL-Fans austauschen, wird unter anderem festgehalten, dass es jedem Besucher freistehe, im Falle einer drohenden Intimkontrolle auf den Matchbesuch zu verzichten oder das Spiel etwa in der Stadionbeiz zu verfolgen. «Wir raten dazu, diese Möglichkeit zu nutzen und sich nicht durch eine entwürdigende Intimkontrolle schikanieren zu lassen», heisst es unter anderem.

Doch laut der Luzerner Polizei ist die Sache nicht so einfach. Ein Besucher kann es sich am Stadioneingang zwar anders überlegen – allerdings nur solange kein konkreter Verdacht besteht. Kurt Graf erklärt: «Sobald eine Person abgetastet wird und die Sicherheitsleute einen konkreten Verdacht auf Pyro oder andere verbotene Gegenstände haben, ist es zu spät. Dann kann die Person die Kontrolle nicht mehr verweigern.» Die Polizei könne dann eine Intimkontrolle verlangen, «und dieser muss Folge geleistet werden», so Graf. Kommt es zur Intimkontrolle, muss sich der Besucher in einem separaten Raum ausziehen. Die Kontrolle wird von einer Polizeiperson gleichen Geschlechts durchgeführt. Graf betont, dass dabei nicht in Körperöffnungen hineingegriffen, sondern nur «visuell» kontrolliert werde.

Noch nie etwas gefunden

Wer mit verbotenen Gegenständen wie verbotenen Pyros erwischt wird, dem blüht eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen. Zudem können mehrjährige Rayon- und Stadionverbote ausgesprochen werden. Fündig geworden ist die Polizei bei Intimkontrollen aber noch nie. Es wurden also bisher keine verbotenen Gegenstände auf diese Weise entdeckt. Das bedeute aber nicht, dass es keine schwarzen Schafe gebe, betont Graf. Angesichts mehrerer tausend Besucher pro Match komme dies einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleich.

Fraglich ist, ob die verschärften Massnahmen zu einer abschreckenden Wirkung betreffend Feuerwerk geführt haben (Ausschreitungen gabs im Stadion noch nie). So wurden erst vorletzten Sonntag, beim Spiel gegen den FC Zürich, von FCL-Supportern ein paar Fackeln abgebrannt. Ist es in der Swissporarena insgesamt ruhiger geworden? FCL-Sprecher René Baumann bestätigt jedenfalls, von keinen «besonderen Vorfällen» gehört zu haben. Das sei aber auch vor dem 2. Februar so gewesen. Deshalb glaube er nicht, dass schärfere Massnahmen die erhoffte Wirkung erzielt hätten.

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