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SWISSPORARENA: FCL-Erfolg – dank Solar-Power

Auf dem Dach des Stadions Allmend entsteht ein privat finanziertes Solar­kraftwerk – zur Freude auch der Stadt.
Hugo Bischof
Bauarbeiten auf dem Stadiondach der Swissporarena in Luzern. Ein Grossteil der Fläche ist bereits mit Solarpanels ausgestattet. (Bild Jakob Ineichen)

Bauarbeiten auf dem Stadiondach der Swissporarena in Luzern. Ein Grossteil der Fläche ist bereits mit Solarpanels ausgestattet. (Bild Jakob Ineichen)

Es war ein spezieller Ort für einen Lokaltermin gestern Vormittag. Durch enge Dachräume, über zwei wacklige, fast senkrechte Leitern gelangte man in luftige Höhe auf das Dach der Swissporarena, der Spielstätte des Fussballclubs FC Luzern. Welch ein toller Ausblick aus ungewohnter Perspektive aufs vielleicht schönste Stadion der Schweiz. Und welch besondere Story.

Zurzeit entsteht hier nämlich eine gewaltige Solarenergieanlage. Wir haben in unserer Zeitung mehrfach über das Projekt berichtet.

So gross wie ein Fussballfeld

Beim letzten Besuch unserer Zeitung Anfang August war noch erst ein Testpanel auf dem Dach. Inzwischen ist die westliche Längsfläche des Stadiondachs vollständig mit Solarpanels bedeckt. Auf weiteren Flächen sind Monteure an der Arbeit. Bis Ende September wird das Swissporarena-Dach mit 4218 Solarmodulen fast vollständig bedeckt sein. Die Solaranlage wird 6862 Quadratmeter gross – etwa so gross wie das Fussballfeld rund 20 Meter darunter. Diesen Oktober soll die Anlage in Betrieb gehen.

V.l.: David Müller und Adrian Kottmann, BE-Netz; Reto Mattmann, FCL Stadionmanager und Stadtrat Adrian Borgula. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
Die Solarzellen auf dem Dach der Swissporarena in Luzern. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)
Arbeiter bei der Montage der Solarzellen auf dem Dach der Swissporarena in Luzern. (Bild: PD/FCL/Martin Meienberger)
Die Solarzellen auf dem Dach der Swissporarena in Luzern. (Bild: PD/FCL/Martin Meienberger)
Die Solarzellen auf dem Dach der Swissporarena in Luzern. (Bild: PD/FCL/Martin Meienberger)
Arbeiter bei der Montage der Solarzellen auf dem Dach der Swissporarena in Luzern. (Bild: PD/FCL/Martin Meienberger)
Die Solarzellen auf dem Dach der Swissporarena in Luzern. (Bild: PD/FCL/Martin Meienberger)
Arbeiter bei der Montage der Solarzellen auf dem Dach der Swissporarena in Luzern. (Bild: PD/FCL/Martin Meienberger)
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Solarstrom auf der Swisssporarena

Pläne für ein Solardach gab es schon beim Stadionbau vor rund sechs Jahren. Sie zerschlugen sich. Jetzt wird das Projekt doch realisiert. Die Freude darüber ist gross, sowohl bei der Stadt, beim FCL als auch bei der Firma BE Netz AG, die das Solardach produziert. Finanziert wird dieses privat, durch die Stadion Luzern AG, Eigentümerin der Swissporarena. Deren Hauptaktionärin ist die Eberli Sarnen AG; dazu kommen die FCL Holding AG und Verwaltungsratspräsident Bernhard Alpstäg.

Baukosten: 1,5 Millionen Franken

Sie profitieren davon, dass sich die Produktionsbedingungen im Fotovoltaikbereich enorm verbessert haben. Dies sind die konkreten Verbesserungen beim jetzigen Projekt gegenüber der Planung vor rund sechs Jahren:

  • Investition: Heute kostet der Bau der Anlage 1,5 Millionen Franken. Vor sechs Jahren hätte sie mehr als doppelt so viel gekostet, nämlich 4 Millionen Franken.
  • Leistung: So wie jetzt aufgegleisterreicht das Stadionsolardach eine Spitzenleistung von 1097 Kilowatt-Peak(kWp = Masseinheit für die elektrische Leistung von Solarzellen). Vorher waren es nur 700 kWp.
  • Energieertrag: Das jetzt erstellte Solardach wird jährlich 900 000 Kilowattstunden Strom produzieren. Das entspricht dem Verbrauch von 200 Haushalten. Beim ersten Projekt waren es nur 550 000 Kilowattstunden.
  • Gestehungskosten: 13 Rappen pro Kilowattstunde (vorher 35 Rappen).

Der Solardachstrom wird ins Netz des Gesamtschweizer Netzbetreibers Swissgrid eingespeist. Dennoch wird der grosse Teil davon «direkt vor Ort verbraucht für die Versorgung des Stadions, aber auch des Hallenbads und der Allmend-Hochhäuser», erläutert Adrian Kottmann, Mitinhaber der BE Netz AG. Möglich sei dies dank einer Trafostation im Stadion selber.

Grösste Solaranlage in der Stadt

155 Solaranlagen gibt es zurzeit in der Stadt Luzern mit einer Gesamtleistung von 5078 kWp; diese produzieren jährlich 4,46 Gigawattstunden Solarstrom. Mit dem Swissporarena-Solardach wird dieser Wert um 20 Prozent steigen. «Wir machen damit einen grossen Schritt vorwärts», so Stadtrat Adrian Borgula. Das Swissporarena-Solardach ist die grösste Solaranlage in der Stadt Luzern. Im Kanton Luzern wird sie übertroffen von jener auf dem Ikea-Dach in Rothenburg (1500 kWp Jahresleistung).

Ziel der Stadt Luzern ist es, den Anteil Solarenergie bis 2025 zu verdoppeln; bei der Fotovoltaik wird gar eine Verdreifachung angestrebt. Der Anteil erneuerbarer Energie an der gesamten in der Stadt Luzern verbrauchten Energie beträgt allerdings noch immer erst rund 15 Prozent. «Seewasserwärme hat das grösste Potenzial», sagt dazu Stadtrat Borgula.

Anlagen auch in anderen Stadien

Stadionsolardächer gibt es auch in anderen Schweizer Städten, etwa in Basel, Bern, Neuenburg, St. Gallen und Zürich. «Auf dem ‹Joggeli› in Basel wurde 2001 eine sehr ähnliche Anlage gebaut», sagt Adrian Kottmann. «Und schon im Jahr darauf wurde der FCB erstmals seit langem Schweizer Meister. Wenn das kein gutes Omen ist.» FCL-Erfolg also dank Solar-Power. «Das Solardach wird uns tatsächlich viel bringen», sagte FCL-Medienchef Max Fischer, «vor allem auch imagemässig.» Ob gar ein Teil der Einnahmen aus dem Stromverkauf in die FCL-Kasse fliessen wird, wird noch ausgehandelt.

Hugo Bischof

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