«Sympathieträger für Partei und Kanton»

Die Betroffenheit nach dem Tod von FDP-Nationalrat Otto Ineichen ist riesig. Der Fraktionsausflug der FDP am Mittwoch in Triengen wird zur Hommage an den Politiker.

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CVP-Nationalrat Ruedi Lustenberger (l.): «Die Horror-Nachricht kam aus dem Nichts - alle waren geschockt.» (Bild: Archiv/Neue LZ)

CVP-Nationalrat Ruedi Lustenberger (l.): «Die Horror-Nachricht kam aus dem Nichts - alle waren geschockt.» (Bild: Archiv/Neue LZ)

Nationalrat Otto Ineichen ist am Mittwochmorgen nach einem Herzversagen auf offener Strasse in Sursee verstorben. Politische Weggefährten und Kollegen zeigen sich in ersten Reaktionen bestürzt vom Verlust.

«Direktheit und Offenheit fasziniert»

Trotz der Schreckensnachricht hielt die FDP am geplanten Fraktionsausflug am Mittwochnachmittag fest. Bei ihrer Begrüssung zur Trisa-Besichtigung in Triengen sagte Fraktionspräsidenten Gaby Huber: «Unser Ausflug wird zur Hommage für Otto Ineichen.» Sie zeigte sich auf Anfrage bestürzt über Ineichens Tod. Die FDP verliere nicht nur einen engagierten Politiker, sie selber verliere auch einen guten Freund.

Den FDP-Bundesrat Johann Schneider-Ammann erreichte die Nachricht von Ineichens Tod via Radio: «Ich konnte es zuerst gar nicht glauben.» Er sei auch in letzter Zeit  immmer voller Energie unterwegs gewesen. «Wenn Otto Ineichen von einer Idee beseelt war, hat er sie mit aller Konsequenz verfolgt und umgesetzt», erinnert sich Schneider-Ammann. In diesem Sinne sei er ein grosses Beispiel für alle. Johann Schneider-Ammann zeigte sich bestürzt: «Auch für die FDP ist der Tod von Otto Ineichen ein grosser Verlust.»

Auch der Luzerner FDP-Regierungsrat Robert Küng zeigte sich bei seiner Begrüssung traurig: «Ich gäbe viel dafür, wenn er unter uns wäre und ich sie alle fröhlich empfangen könnte. Otto Ineichen war ein umtriebiger Sympathieträger für die Partei und unseren Kanton.»

FDP-Ständerat Georges Theilerdrückt seine Bewunderung aus: «Er war ein Energiebündel. Mich faszinierte seine Direktheit und Offenheit immer wieder.» Und der Zuger FDP-Ständerat Joachim Ederkonnte es nicht glauben: «Er war ein äusserst liebenswerter Mensch. Für mich ist es nicht vorstellbar, dass er nicht mehr da ist.»

CVP-Ratskollege: «Alle waren geschockt»

CVP-Präsident Christophe Darbellayerinnert an Ineichens Bedeutung für viele Leute in der Schweiz: «Er war ein Macher. Meine Mutter war sein grösster Fan. Sie kaufte fast nur bei ihm ein. Als ich ihr Otto in der Wandelhalle vorstellte, war sie sprachlos. Sie glaubte gar nicht, dass es diese Person wirklich gibt. Erst gestern sagte ich Otto, dass es Mutter noch heute bedauert damals kein Foto gemacht zu haben.»

Und Ruedi Lustenberger, CVP-Nationalrat, zeigte sich geschockt: «Ich wollte ihn gestern noch anrufen, doch er war nicht zu Hause. Heute fiel mir auf, dass er im Parlament nicht auf seinem Platz sass. Die Horror-Nachricht kam aus dem Nichts – alle waren geschockt.»

Seine erste Kinderkrippe in Beromünster wurde im April eröffnet. (Bild: Archiv/Neue LZ)
22 Bilder
25. Luzerner Kantonalschützenfest 2007. (Bild: Archiv/Neue LZ)
Zentralschweizer Velohelmtag in Baar 2008 (Bild: Archiv/neue ZZ)
Ineichen setzte sich auch für Kinderkrippen ein. (Bild: Archiv/Neue LZ)
Otto Ineichen, Unternehmer und FDP-Nationalrat aus Sursee. (Bild: Keystone)
Ineichen mit FDP-Nationalrat Albert Vitali nach der Wahl 2011. (Bild: Archiv/Neue LZ)
Mit dem Lama beim Wahlkampf 2011 in Luzern. (Bild: Keystone)
Ineichen der «Macher». (Bild: Archiv/Neue LZ)
Otto Ineichen gewinnt den Swiss Award in der Kategorie Politik 2010. (Bild: Keystone)
Auch Beni Turnheer gratuliert. (Bild: Archiv/Neue LZ)
Ineichen mit Sohn und Nachfolger Mark 2001. (Bild: Keystone)
Vor einer neuen Otto's-Filiale 2003 in Baar. (Bild: Archiv/Neue ZZ)
Vereidigung 2003. (Bild: Archiv/Neue LZ)
Nach der Wahl in den Nationalrat 2003. (Bild: Archiv/Neue LZ)
Symposium in St. Gallen 2005: Ineichen mit dem damaligen Bundesrat Moritz Leuenberger. (Bild: Archiv/Neue LZ)
Hansjörg Schneider und Otto Ineichen am Sechseläuten 2005. (Bild: Archiv/Neue LZ)
Schwester Gabriela, eine Touristin, scheint sich am 27. September 2006 in Pontresina am Rande der Parlamentsrundreise ausgezeichnet mit Nationalrat Otto Ineichen und Ständerat Rolf Schweiger zu unterhalten, (Bild: Keystone)
Sechseläuten Zürich. Männer und Hüte: Otto Ineichen und Beat Villiger zu Gast bei der Zunft zur Zimmerleuten 2007. (Bild: Archiv/Neue LZ)
Ineichen und CVP-Nationalrat Ruedi Lustenberger. (Bild: Archiv/Neue LZ)
Otto Ineichen mit seiner Ehefrau Hilde. Am 100-Jahr-Jubiläum des Hotels Montana in Luzern 2010. (Bild: Archiv/Neue LZ)
An der Eröffnung des Lucerne Festivals 2010 im KKL in Luzern. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Seine erste Kinderkrippe in Beromünster wurde im April eröffnet. (Bild: Archiv/Neue LZ)

«Querdenker und Förderer der Jungen»

So lobt dieFDP Schweiz in einer Stellungnahme den Luzerner als jemanden, der sich in den vergangen Jahren mit riesigem persönlichem Einsatz für die Menschen in unserem Land eingesetzt habe. «Insbesondere für jene, die besondere Unterstützung bedürfen.» Die Partei werde sich mit grossem Dank und Respekt an diesen liebenswerten Menschen erinnern.

Auch die Jungfreisinnigen haben mit grosser Trauer und Bestürzung vom Tod des Nationalrats erfahren. «Otto Ineichen war ein kreativer Querdenker, ein ambitionierter und engagierter Politiker und Förderer der Jungen.» Mit seinen Projekten habe er sich stets für alle Bevölkerungsschichten eingesetzt und auf eigenverantwortliche und unternehmerische Lösungen gesetzt.

Wie die Geschäftsleitung der Otto's AG mitteilt, verliere sie eine charismatische und liebenswürdige Persönlichkeit, die sich als Unternehmer und Politiker sein Leben lang mit Herzblut für sozial schwächere Mitmenschen eingesetzt habe.

pd/bep/adm

Schilliger könnte im Nationalrat nachrutschen

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Luzerner FDP- Politiker Peter Schilliger die Nachfolge des am Mittwoch verstorbenen FDP-Nationalrats Otto Ineichen antreten. Schilliger hatte bei den letzten Nationalratswahlen hinter Ineichen sowie Albert Vitali auf dem ersten Ersatzplatz abgeschnitten.

Er werde mit grosser Wahrscheinlichkeit das Amt antreten, sagte Schilliger am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Er wolle sich im Moment aber zu dem Thema nicht weiter äussern.

Klar ist bereits, dass Schilliger die Nachfolge von Otto Ineichen erst in der Herbstsession antreten kann. Entscheidet sich Schilliger nämlich für den Nationalratssitz, muss zuerst die Luzerner Kantonsregierung die Rechtmässigkeit seiner Wahl feststellen und dies den eidgenössischen Räten mitteilen. Auch müssen die Parlamentsdienste prüfen, ob bei Schilliger keine Unvereinbarkeit mit einem anderen Amt besteht.

Der 52-jährige Peter Schilliger ist wie Ineichen Unternehmer. Der gelernte Sanitärzeichner ist Mitinhaber und CEO einer Haustechnik- Firma mit rund 100 Angestellten. Seit 2003 ist Schilliger Mitglied des Luzerner Kantonsparlaments. Seit 2008 präsidiert er zudem die FDP-Kantonalsektion Luzern.

sda