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Synodalrat der Luzerner Reformierten schrumpft im Sommer von 7 auf 5 Mitglieder

Wie die Luzerner Regierung vor Jahren wechselt nun auch die Exekutive der Kantonalkirche der Reformierten vom Siebner- aufs Fünfergremium. Sie hat zudem den Aufbau einer Geschäftsstelle beschlossen.
Evelyne Fischer
Die Synode der reformierten Kirche des Kantons Luzern tagt jeweils im Kantonsratssaal des Regierungsgebäudes in Luzern. (Bild: Fritz Bösiger, Luzern, 14. März 2019)

Die Synode der reformierten Kirche des Kantons Luzern tagt jeweils im Kantonsratssaal des Regierungsgebäudes in Luzern. (Bild: Fritz Bösiger, Luzern, 14. März 2019)

Die wegweisende Urnenabstimmung vom Dezember 2015 liegt zwar schon eine Weile zurück – ihre Auswirkungen hallen aber weiterhin nach: Damals haben die Reformierten des Kantons Luzern die neue Kirchenverfassung abgesegnet, die seit 2017 in Kraft ist. Diese hat unter anderem vorgegeben, dass die Synode – also das Kirchenparlament – von 70 auf 60 Sitze reduziert und der Synodalrat – die Exekutive – von 7 auf 5 Sitze verkleinert wird. Während der erste Schritt bereits erfolgt ist, haben die Synodalen am Mittwoch die Umsetzung des zweiten mit der Verabschiedung des Organisationsgesetzes per Sommer 2019 zustimmend zur Kenntnis genommen.

Gemäss Synodalratspräsidentin Ursula Stämmer-Horst erachtet der Synodalrat das vorgeschlagene Organisationsgesetz «als klar und nachvollziehbar». Weiter lässt sie sich in einer Mitteilung wie folgt zitieren:

«Das Organisationsgesetz setzt den mit der neuen Verfassung vorgegebenen Auftrag der Neuorganisation der landeskirchlichen Organisation um. Dabei sollen die Kirchgemeinden weiterhin ihre Autonomie behalten.»

Mit der Aufstellung als Fünfergremium gleicht sich der Synodalrat der Grösse des Luzerner Regierungsrats an, der 2002 ebenfalls die Verkleinerung von 7 auf 5 Mitglieder beschloss. «Wir glauben, dass wir im schlanken Fünfergremium agiler unterwegs sind», sagt Synodalratspräsidentin Ursula Stämmer-Horst auf Anfrage. Sie ist froh, hat das Kirchenparlament die Umsetzung per Mitte 2020 unterstützt. «Wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Es hätte wenig Sinn gemacht, für die Verkleinerung die Übergangsfrist bis 30. Juni 2021 auszureizen.» Wie sich der Synodalrat ab Juli präsentiert, will man laut Stämmer «bis spätestens Mitte April» bekannt geben.

Verwaltung soll professionalisiert werden

Die fünf Mitglieder teilen sich künftig 150 Stellenprozente, bislang waren es 200. Das Präsidium bleibt ein 50-Prozent-Pensum. Nichts ändert sich vorläufig auch an der Besoldung, die sich bei einem Vollpensum auf 130'000 Franken belaufen würde. Mit der Umstrukturierung der Exekutive werden gewisse operative Aufgaben zur Verwaltung verschoben. So erhält die Finanzverantwortliche zusätzliche Stellenprozente. «Denn Finanzgeschäfte werden immer aufwändiger», sagt Ursula Stämmer.

«Unser Ziel ist es, das Synodalsekretariat durch eine professionelle Geschäftsstelle zu ersetzen.»

Weil sich der langjährige Sekretär zurückziehen möchte, wird die neue Stelle demnächst ausgeschrieben. «Wir suchen eine Generalistin oder einen Generalisten mit juristischer Kompetenz, ähnlich einem Gemeindeschreiber», sagt Stämmer.

Während die Besetzung der Geschäftsstelle kostenneutral erfolgen soll, wird eine andere Massnahme Mehrausgaben verursachen: In naher Zukunft will die Kantonalkirche der Reformierten ihre Kommunikation ausbauen. Das heutige 60-Prozent-Pensum soll um 20 Stellenprozente ergänzt werden. Zusammen mit anderen kleinen Anpassungen würde die Gesamtpensenzahl der landeskirchlichen Organisation damit von 555 auf 590 Stellenprozente steigen. Stämmer rechnet mit Mehrausgaben von rund 40'000 Franken – dies bei einem Gesamtbudget von zwei Millionen Franken. «Da es auch ein Wunsch der Kirchgemeinden ist, die Kommunikation auszubauen, bin ich zuversichtlich, dass das Parlament dem Ausbau im Budget fürs 2020 zustimmt», sagt Stämmer.

Soll-Bestimmung für die theologische Vertretung

Kurz debattiert wurde an der Synode ferner, ob im Organisationsgesetz festgehalten werden muss, dass dem Synodalrat mindestens ein Mitglied mit theologischer Ausbildung angehört. «Wir haben uns auf eine Soll-Bestimmung geeinigt», sagt Ursula Stämmer dazu.

«Denn es ist für alle klar: Es wäre nicht geschickt, Pfarrpersonen auszuschliessen.»

Im Grundsatz gelte es, eine «ausgewogene Zusammensetzung» anzustreben – so dass Stadt und Land sowie Frauen und Männer angemessen repräsentiert sind. Am Mittwoch hat die Synode als kirchliches Parlament neben dem Organisations- auch das Finanzhaushaltsgesetz in erster Lesung beraten. Synodalratspräsidentin Ursula Stämmer sagt dazu:

«Die erste Lesung für das Organisations- und Finanzhaushaltsgesetz mit der einstimmigen Verabschiedung war sehr konstruktiv, dank der Vernehmlassung und den sorgfältigen Vorarbeiten der vorberatenden Kommission sowie der Fraktionen.»

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