Anhänger von Feyenoord
Sachbeschädigungen in Pub und Schlägereien nach dem Spiel – sechs Personen festgenommen

Am Donnerstagabend spielten in der Swisspor-Arena der FC Luzern gegen Feyenoord Rotterdam. In und um das Stadion blieb es ruhig. In der Innenstadt kam es jedoch zu Sachbeschädigungen, Schlägereien sowie Festnahmen durch die Polizei, die von holländischen Kollegen unterstützt wurde.

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Einige Feyenoord-Fans am Luzerner Rathausquai am Donnerstagnachmittag.

Einige Feyenoord-Fans am Luzerner Rathausquai am Donnerstagnachmittag.

Bild: Janick Wetterwald (5. August 2021)

Während auf der Allmend die Mannschaft von Feyenoord Rotterdam gegen den FCL 3:0 gewann, geriet in der Innenstadt der Torjubel einiger Gäste-Fans ausser Kontrolle. Im Pickwick-Pub am Rathausquai kam es beim 0:1 für Feyenoord Rotterdam zu Sachbeschädigungen, worauf die Verantwortlichen das Pub schlossen. Dies schreibt die Luzerner Polizei in einer Mitteilung. Insbesondere einige Lampen gingen beim Jubel zu Bruch, in der Folge kam es auch zu einem kurzfristigen Stromausfall, wie eine Pickwick-Mitarbeiterin auf Anfrage erklärte. Am Freitag konnte das Pub aber wieder wie geplant öffnen.

Die niederländischen Anhänger begaben sich danach gruppenweise in andere Restaurants, um das Spiel weiterzuverfolgen. Auch dort kam es in einem Fall zu Beschädigungen. Der entstandene Schaden könne derzeit nicht beziffert werden.

Nach dem Spiel kam es in der Luzerner Altstadt zu zwei tätlichen Auseinandersetzungen. Eine Person wurde leicht verletzt. Die entsprechenden Ermittlungen zur Täterschaft sind am Laufen. Auch versuchten alkoholisierte holländische Anhänger nach 1 Uhr morgens beim Roadhouse in Luzern einen Streit anzuzetteln. Sechs Personen wurden zur Ausnüchterung festgenommen, teilt die Polizei mit. Es handelt sich um sechs Männer aus Holland, im Alter von 17 bis 28 Jahren. Sie werden an die zuständige Staatsanwaltschaft verzeigt.

Holländische Szenekenner unterstützten Luzerner Polizei

Insgesamt waren seit Dienstag rund 300 bis 400 Anhänger der holländischen Mannschaft in Luzern und Umgebung. «Die Polizei markierte an den Brennpunkten starke Präsenz und konnte so aufkommende Pöbeleien und Streitigkeiten im Keim ersticken», so die Polizei weiter. Unterstützt wurde die Luzerner Polizei von Kollegen aus Rotterdam. Diese Szenekenner, sogenannte «Spotter», kennen «ihre» Fans und unterstützten die Luzerner Polizei bei der Einschätzung der Lage. Die Luzerner Polizei hatte im Vorfeld ein entsprechendes Rechtshilfegesuch an ihre holländischen Kollegen geschickt. Es wurden mehrere Dutzend Personenkontrollen durchgeführt. Dabei wurden Vermummungsmaterial und pyrotechnische Gegenstände sichergestellt. «Eigentlich ist der Donnerstagabend aber ganz gut verlaufen», sagt Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei. Dies auch im Hinblick darauf, dass Feyenoord-Fans in der Vergangenheit bei europäischen Gastspielen öfters in heftige Ausschreitungen verwickelt waren.

Ob am kommenden Donnerstag auch die Luzerner Polizei Spotter nach Rotterdam entsendet, ist laut Mediensprecher Urs Wigger noch nicht klar. Ob ein Rechtshilfegesuch aus Rotterdam eingetroffen ist, lässt er offen. (zfo/ca)

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