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Für mehr Sicherheit auf den Luzerner Strassen sind mehrere Projekte geplant

Nach mehrmaliger Sperrung der Axenstrasse stellt sich die Frage, wie sicher die Luzerner Strassen sind. Fakt ist: Es gibt Handlungsbedarf.
Roseline Troxler

Wochenlang war sie in der Folge eines Steinschlags gesperrt und kaum geöffnet, ging sie bereits wieder für mehrere Tage zu: Die Rede ist von der Axenstrasse. Diese führt am Vierwaldstättersee entlang und verbindet die Kantone Schwyz und Uri miteinander. Weitere Steinschläge und Murgänge sind auf der Strasse nicht ausgeschlossen.

Wie sieht es eigentlich mit der Sicherheit der Luzerner Kantonsstrassen aus? Eine Anfrage beim Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement zeigt: Die grössten Risiken für Kantonsstrassen sind Steinschlag, Felssturz und in geringerem Masse auch Rutschungen und Hangmuren. Auch im Kanton Luzern gibt es Strassenabschnitte mit einem höheren Naturgefahrenrisiko. Er weist insgesamt deren zehn aus (siehe Karte).

Schutzbauten werden jedes Jahr kontrolliert

Judith Setz, Fachspezialistin Kommunikation beim Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement, sagt dazu: «Die Abschnitte mit einem höheren Naturgefahrenrisiko im Kanton Luzern sind bekannt und werden entsprechend beobachtet und bewirtschaftet.» Dazu gehört unter anderem, dass alle in den letzten Jahren erstellten Schutzbauten wie Steinschlagnetze, Dämme oder Palisaden jährlich kontrolliert und bei Bedarf geleert oder erneuert werden.

Ausserdem gibt es jährlich Felsreinigungen zwischen Weggis und der Schwyzer Kantonsgrenze sowie zwischen Kriens und Malters auf dem Abschnitt Ränggloch bis Oberrengg. «Im Gebiet Gafel in Vitznau ist eine permanente Überwachungsanlage in Betrieb», sagt Judith Setz. «Bei einem Felssturz wird die Strasse automatisch gesperrt. In den letzten Jahren wurde die Überwachungsanlage einmal infolge Sturmschaden ausgelöst.»

Schutz bei der Lammschlucht soll erhöht werden

Um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und Anwohner weiter zu erhöhen, sind in den nächsten Jahren an mehreren Orten Massnahmen geplant. «Bei der Lammschlucht ist ein Ausbauprojekt in Planung, welches auch umfangreiche Massnahmen zum Schutz vor Naturgefahrenprozessen umfasst», sagt Judith Setz. Das Projekt umfasst drei Hauptbereiche. Dabei geht es um eine Verbesserung des Normalprofils, um Massnahmen gegen gravitative Naturgefahren wie Steinschlag, Rutschungen und Gehölz sowie um einen Ersatz der Kunstbauten. Im kantonalen Bauprogramm sind im Topf A – jenem mit der höchsten Priorität – für den ersten Abschnitt 27 Millionen Franken vorgesehen.

Hans Lipp, CVP-Kantonsrat und Gemeindeammann von Flühli, hat eine Anfrage über Standards und Sicherheit von Kantonsstrassen eingereicht. Vergangene Woche sagte er zur Antwort des Regierungsrats, mit der er nur teilweise zufrieden war:

«Die Lammschlucht ist sicherlich ein Strassenabschnitt mit einem grossen Risiko und einer nicht zu unterschätzenden Gefahr. Täglich liegen Steine auf der Fahrbahn.»

Car-Unternehmen würden die Strecke meiden. «Sie gehen lieber nach Andermatt und Engelberg statt nach Sörenberg. Das gibt mir persönlich immer wieder zu denken.»

Online-Messungen bei grösseren Felspartien

Auch auf der Kantonsstrasse K2b zwischen Weggis, Vitznau und der Grenze zum Kanton Schwyz soll der Schutz erhöht werden. Judith Setz sagt: «Es wird in diesem Abschnitt eine umfassende Risikobeurteilung vorgenommen, aus der mögliche Massnahmen abgeleitet werden können.» Sie verweist hierbei vor allem auf den Abschnitt Sparen zwischen Weggis und Vitznau. «In diesem Gebiet werden zurzeit einige grössere Felspartien mittels Online-Messungen überwacht.»

In den letzten Jahren wurden mehrere Bauprojekte zum Schutz vor Naturgefahren umgesetzt. «Im Jahr 2018 wurden drei grössere Felsblöcke im Gebiet Horlaui abgebaut.» Ein Jahr zuvor wurde die Rängglochstrasse gesichert. «Die Strasse zwischen Kriens und Littau drohte abzurutschen. Mit einer Stützmauer wurde die Fahrbahn wieder in den festen und stabilen Felsen verankert.» Weiter wurde in Vitznau Ober-Nas vor sechs Jahren «eine grosse labile Felspartie» wieder verankert. Diese befindet sich direkt über der Strasse und drohte abzurutschen, wie es beim Kanton heisst.

Permafrost ist im Kanton Luzern keine Gefahr

In den letzten Monaten gab es in der Schweiz mehrere Vorfälle aufgrund einer Abnahme der Stabilität des Permafrosts. Diese wird durch den Klimawandel beeinflusst. In der Folge muss häufiger mit Murgängen und Steinschlägen gerechnet werden. Eine Gefahr besteht diesbezüglich vor allem in den Kantonen Wallis und Graubünden, wie eine Karte des Bundes zeigt. Anders im Kanton Luzern. Judith Setz sagt: «Im Kanton Luzern sind keine Siedlungsgebiete und Infrastrukturanlagen durch auftauenden Permafrost bedroht.»

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