Tanneschleipfete: Eine Original-Luthertaler Erfindung

Von weither reisen Besucher nach Luthern. Nicht zuletzt wegen eines Brauches, der hier entstanden sein soll.

Harry Tresch
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Die Schleipfgrende Luthere. (Bild: Harry Tresch)

Die Schleipfgrende Luthere. (Bild: Harry Tresch)

Luthern ist ein beschauliches Dorf. Rund 1600 Menschen leben in der Gemeinde am Rande des Napfs. Gestern suchte man die Ruhe in Luthern aber vergeblich. Das Dorf platzte aus allen Nähten. Rund 5000 Personen feierten an der 26. Tanneschleipfete eine wilde Party.

«Das ganze Dorf ist auf den Beinen. Das ist einfach toll», sagt Hanspeter Birrer, OK-Mitglied der organisierenden Schleipfgrende. Golden geschminkt steht er auf der Treppe beim Gemeindehaus und kommentiert die vorbeiziehenden Wagen, Fasnachtsgruppen und Guuggenmusigen. Unten lachen und scherzen die Besucher und spenden immer wieder spontanen Applaus. Etwa als der Samariterverein Gettnau mit seinem Streetparade-Wagen vorbeizieht. Oder als die Schleppschluchverteiler ihr Gülle-Konzept vorstellen. «Unser Umzug ist weit über die Gemeindegrenzen aus bekannt», sagt OK-Präsident Bruno Stadelmann. «Sogar Leute aus der Bodenseegegend reisen an.»

5250 Franken für eine Tanne 

Eines der Highlights ist das Tanneschleipfe am Ende des Umzugs. «Diesen Brauch haben wir erfunden», betont Stadelmann. Am Schluss wird der Stamm versteigert. Diesmal geht die 28 Meter lange Rottanne für 5250 Franken an den Viehhändler Urs Wüthrich. Auch ein Ferkel wurde auf dem Dorfplatz versteigert. Dieses ging für 2500 Franken an die Lutherer Guuggenmusig Flueh-Fäger.