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Taxifahrer soll für Vergewaltigung und Entführung sieben Jahre ins Gefängnis

In seinem Taxi hat ein 45-jähriger Pakistaner mehrere Frauen sexuell genötigt. Eine Australierin hat der an HIV erkrankte Familienvater in Kriens sogar vergewaltigt. Die Anträge von Verteidigung an Anklage liegen weit auseinander.
Roger Rüegger

Im Taxi eines Pakistaner erlebten einige Frauen die Hölle. Der Vater von fünf Kindern hat laut der Staatsanwaltschaft Luzern zwischen Februar 2010 und März 2016 sechs weibliche Fahrgäste sexuell genötigt. Die Staatsanwältin beantragte für Entführung, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung und mehrfache versuchte schwere Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren.

Seine letzte Tat verübte der Mann, der sich am Mittwoch am Luzerner Kriminalgericht verantworten musste, am 27. März 2016. Eine 18-jährige Australierin bestieg sein Taxi in Luzern. Die Frau wollte nach Kriens. Der 45-jährige Beschuldigte fuhr aber an einen anderen Ort, was für die Anklage den Straftatbestand der Entführung erfüllt. Dort drückte er die Studentin in den Sitz, fasste ihr in die Jeans und drückte seine Hand auf ihren Mund. Später bugsierte er die Frau auf den Rücksitz und legte sich auf sie. Er berührte sie mit Händen und Zunge am Geschlecht und drang in sie ein.

«Es ist einfach passiert»

Bei der Befragung durch eine Richterin sagte er: «Ich habe etwas gemacht, das Scheisse war. Aber ich habe keine Gewalt angewendet, es ist einfach passiert.» Ungemütliche Fragen beantwortete er nicht. Der Dolmetscher musste mal übersetzen, dann wieder verstand der Beschuldigte die Fragen. Ob er die Frau vergewaltigt habe, fragte die Richterin. «Die Akten sagen, dass es so war, ich sage, ich tat es nicht.» Er habe keinen Sex mit ihr gehabt, er sei nur zweimal in sie eingedrungen.

Noch am selben Tag wurde die Vergewaltigung der Luzerner Polizei gemeldet. Nach umfassenden Ermittlungen konnte der Mann der Tat überführt werden. Recherchen führten auf fünf weitere Fälle mit ähnlichem Muster hin. Der Tatverdacht gegen den Pakistaner wurde bestätigt. Er handelte stets auf ähnliche Weise. Alle Frauen, die er belästigte oder nötigte, waren laut Anklageschrift alkoholisiert. In einem Fall stiegen zwei Frauen nach einem Fasnachtsball ein. Nachdem die eine das Taxi verlassen hatte, fuhr der Beschuldigte die andere vermeintlich zur Wohnadresse ihres Freundes. Auf der Fahrt griff er ihr an die Brüste. Später hielt er an und zog seinem Opfer die Hosen herunter und berührte sie an intimer Stelle mit der Zunge.

Legte Frauen die Hand auf die Oberschenkel

In weiteren Fällen ging er gezielt auf Opfersuche. Er nahm spät nachts Frauen mit, die alkoholisiert waren. In einem Fall griff er einer Passagierin an die Brüste, dann in den Slip. In zwei weiteren Fällen legte er jungen Frauen eine Hand auf die Oberschenkel und in den Ausschnitt und fragte, ob sie gratis fahren wollten. Auf die Bemerkung einer Richterin, dass die Frauen seine Berührungen bestimmt nicht gewollt hätten, sagte er, wie so oft an der Verhandlung: «Ich weiss es nicht.»

Eine weiterer Anklagepunkt war seine Krankheit. Der Mann hat seit der Hochzeit am 1. September 2005 regelmässig ungeschützten Geschlechtsverkehr mit seiner Frau – und mit ihr drei Kinder gezeugt. Er hat sie nie über seine HIV-Erkrankung informiert. «Hatten Sie beim Sex kein schlechtes Gewissen?», wollte eine Richterin wissen. «Ich weiss es nicht», seine Antwort.

Die Staatsanwältin hielt fest, dass die Vergehen des Beschuldigten äusserst schwer wiegen. «Von ehrlicher Reue kann nicht die Rede sein.» Der Mann nahm es regungslos zur Kenntnis. Sein Verteidiger betonte, die Verschulden seien erheblich. In zwei Fällen habe sein Mandant Frauen nicht sexuell genötigt, sondern belästigt. Dies sei eine Übertretung und nach drei Jahren verjährt. Er sei für Vergewaltigung, nicht aber für Entführung zu bestrafen. Drei Jahre, davon sechs Monate unbedingt unter Anrechnung von 123 Tagen Untersuchungshaft sei eine angemessene Strafe. Der Beschuldigte verzichtete auf das letzte Wort. Das Urteil wird den Parteien schriftlich zugestellt.

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