TELE TELL/TELE 1: TV-Konzession löst Mediendebatte aus

Der Bund vergibt die Konzession für das Regionalfernsehen in der Zentralschweiz neu. Der Luzerner Regierungsrat favorisiert dabei die Bewerbung des alteingesessenen Regionalfernsehens Tele Tell.

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Erwin Bachmann, Verwaltungsratsdelegierter der LZ Medien Holding, informiert über Tele 1. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Erwin Bachmann, Verwaltungsratsdelegierter der LZ Medien Holding, informiert über Tele 1. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Dies gab Kulturdirektor Anton Schwingruber am Dienstag im Kantonsrat bekannt. Tele Tell habe einen zwölfjährigen Leistungsausweis, begründete er die Absage an das neue Tele 1, das ebenfalls ein Konzessionsgesuch eingereicht hat.

Hinter Tele Tell steht die Aargauer AZ-Gruppe, hinter Tele 1 die Luzerner LZ Medien AG, Besitzerin der Neuen Luzerner Zeitung und von Radio Pilatus. Diese Konstellation löste im Parlament eine Debatte über Meinungs- und Medienvielfalt aus.

Monopolstellung diagnostiziert
Giorgio Pardini (SP) beklagte wegen der LZ Medien AG eine Monopolisierung der Medienlandschaft. Für Nino Froelicher (Grüne) ist Medienvielfalt in Luzern ein Widerspruch in sich selbst. Auch für Josef Roos (SVP) ist das Monopol Realität.

Peter Schilliger (FDP) erklärte, Wettbewerb sei wichtig. Er stellte sich deshalb hinter die Regierung und ihr Ansinnen, das Regionalfernsehen zu favorisieren, das nicht aus dem Medienhaus stammt, das bereits in Luzern eine starke Stellung hat.

CVP spricht sich für Tele 1 aus
Anders sieht es die CVP. Patricia Schaller (CVP) sagte, es gebe keine akute Gefährdung der Meinungsvielfalt, wenn die Konzession nicht an Tele Tell gehe.

Franz Wüest (CVP) wies darauf hin, dass es in Luzern einen unerbittlichen Markt gebe, nämlich zwischen abonnierten und Gratis- Zeitungen und zwischen Print- und elektronischen Medien. Er frage sich, wieso eine TV-Konzession in den Aargau vergeben werden solle, wenn es auch einen Bewerber aus Luzern gebe.

sda