Tempo 30 auf der Hirschmattstrasse in Luzern kommt wohl noch vor Ostern

Bereits am Montag starten die Arbeiten für die Temporeduktion auf der Luzerner Hirschmattstrasse. Bei einem anderen Verkehrsprojekt geht es dagegen nicht so schnell.

Sandra Monika Ziegler
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Die Hirschmattstrasse in der Luzerner Neustadt. (Bild: Manuela Jans-Koch, 25. Oktober 2018)

Die Hirschmattstrasse in der Luzerner Neustadt. (Bild: Manuela Jans-Koch, 25. Oktober 2018)

Nachdem das Stadtluzerner Budget 2019 Ende März von den Stimmberechtigten angenommen wurde und es zu keinen Einsprachen gegen Tempo 30 kam, kann nun die Reduktion von 50 auf 30 Stundenkilometer auf der Hirschmattstrasse in Angriff genommen werden. Baustart ist am kommenden Montag, den 8. April, wie die Stadt mitteilt.

Die Hirschmattstrasse gilt als 30er-Strecke und nicht als 30er-Zone. Deshalb bleiben die fünf Fussgängerstreifen und auch die Verkehrsinsel auf dem Abschnitt Viktoriaplatz bis Bundesplatz weiter bestehen.

Rund 10'000 Fahrzeuge benutzen den Abschnitt

Die Temporeduktion wurde sowohl vom Quartierverein Hirschmatt wie auch in einem parlamentarischen Vorstoss gefordert (wir berichteten). Die Hirschmattstrasse gehört zu den meist befahrenen Strassen der Stadt. Aktuell benutzen die Strecke täglich an die 10'000 Fahrzeuge, darunter rund 1500 Busse, wie die Verkehrszahlen der Stadt zeigen. Mit Tempo 30 soll der Lärm vermindert und die Sicherheit erhöht werden.

Als erstes werden die Markierungen am Boden weggeputzt und die Schilder ersetzt. «Wenn das Wetter mitmacht und es trocken bleibt, dann sollten die Arbeiten bis Donnerstag vor Karfreitag beendet sein», sagt Christian Ferres, Projektleiter Mobilität im Tiefbauamt der Stadt Luzern. Für diese Arbeiten wird mit Kosten zwischen 8000 und 10'000 Franken gerechnet. Für den Verkehr gebe es kaum Einschränkungen, die Markierungsarbeiten werden nachts durchgeführt.

Autofreie Bahnhofstrasse: Zeitplan noch unklar

Während es mit der Hirschmattstrasse vorangeht, ist der Fahrplan für den Abschnitt der Bahnhofstrasse vom Theater bis zur Einmündung der Seidenhofstrasse unklar. Das Stadtparlament hat ein Postulat überwiesen, das fordert, dass dieser Abschnitt ebenfalls vor Ostern autofrei wird. Dazu Stadtrat Adrian Borgula (Grüne): «Fragen zum Zeitplan muss ich zurzeit unbeantwortet lassen. Sie werden nun zuerst intern im Stadtrat diskutiert. Wir werden informieren, sobald Entscheide gefallen sind. Das wird voraussichtlich noch vor Ostern geschehen.»

An der Bahnhofstrasse stockt es schon länger. Zwar hat das Volk 2013 der Umgestaltung zugestimmt, doch bisher blieb alles beim Alten. Das Projekt musste verschoben werden, weil der Luzerner Stadtrat die Komplexität der Aufgabe unterschätzt hatte (wir berichteten). Die Umgestaltung des ganzen Projektperimeters dürfte voraussichtlich 2023 abgeschlossen sein.

Ständeratskommission gegen
Einschränkungen für Tempo 30

(sda) Gemeinden sollen auf Hauptverkehrsachsen innerorts weiterhin Tempo-30-Zonen einführen dürfen, auch aus Lärmschutzgründen. Die Verkehrskommission des Ständerates (KVF) will keine Einschränkung. Mit 9 zu 2 Stimmen bei 2 Enthaltungen hat sie eine entsprechende parlamentarische Initiative des Zürcher SVP-Nationalrats Gregor Rutz abgelehnt, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten.

Die KVF hatte sich bereits früher dagegen ausgesprochen. Doch der Nationalrat hiess die Initiative gut (wir berichteten). Er möchte Tempo 30 innerorts nur noch aus Sicherheitsgründen zulassen, nicht aber zum Lärmschutz. Aus Sicht der KVF wäre das ein zu grosser Eingriff in die Kantons- und Gemeindeautonomie. Der Städteverband begrüsst den Entscheid. Ein Ja zur Initiative würde ein effizientes Instrument für den Lärmschutz verbieten, schreibt er in einer Mitteilung. Über den Vorstoss wird nun der Ständerat entscheiden.