Tempo 30: Luzerner Stadt-Quartiere geben Gas

Bei einem Treffen der Luzerner Quartiervereine war man sich einig, dass die Stadt bei Tempo 30 vorwärts machen soll. Aber: Statt bestimmte Strassen vorzuziehen, wünschen sie sich eine flächendeckende Umsetzung.

Sandra Monika Ziegler
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Kreuzbuchstrasse auf der Höhe Giselihalde. Auch hier wäre  laut dem dortigen Quartierverein Tempo 30 wünschenswert.Bild: (Pius Amrein (Luzern, 2. November 2018))

Kreuzbuchstrasse auf der Höhe Giselihalde. Auch hier wäre  laut dem dortigen Quartierverein Tempo 30 wünschenswert.
Bild: (Pius Amrein (Luzern, 2. November 2018))

«Weniger Unfälle, mehr Wohngenuss, weniger Lärm» das ist der Grundtenor beim Thema Tempo 30. Der Verband der Quartiervereine der Stadt Luzern hat kürzlich zu einem Gedankenaustausch in dieser Sache eingeladen. Die versammelten Quartiervertreter waren sich einig: Luzern sollte nicht kleinräumig denken und nach Prioritäten bei einzelnen Strassenzügen agieren, sondern gleich für die ganze Stadt das Tempolimit einführen.

Bei der Einführung von Tempo 30 in Reussbühl hielt die Stadt Luzern fest: «Die Temporeduktion erhöht die Aufmerksamkeit der Fahrzeuglenkenden. Zudem fördert eine Tempo-30-Zone die Koexistenz der verschiedenen Verkehrsteilnehmenden. Mit Tempo 30 wird die Wohn- und Aufenthaltsqualität gesteigert, die Sicherheit erhöht und die Lärmbelastung reduziert.» 

Auf 106 Kilometern gilt bereits Tempo 30

Für die Stadt Luzern ist eine Reduktion ganz im Sinn ihrer Mobilitätsstrategie und eine wichtige Massnahme zur Erreichung der gesteckten Ziele.uf Gemeindestrassen in den Wohnquartieren hat sie ihr Ziel bereits annähernd flächendeckend erreicht, wie Stadtingenieur Daniel Meier Leiter Tiefbauamt Luzern an der Versammlung ausführte.Die Stadt hat die Temporeduktion bereits auf einer Länge von 106 Kilometern umgesetzt Als nächstes prüft sie die Einführung auf folgenden Strassen: Hirschmattstrasse, Unterlachen-/Geissensteinring, Rothenhalde und Eichwaldstrasse.

Prioritär will Luzern zudem Tempo 30 auf der Basel- und Bernstrasse behandeln. Dies ist auch ein politischer Auftrag, wie Meier sagt. Dazu wird ein Gutachten erstellt, das konform ist gemäss Blinden- und Sehbehindertenverband sowie der Signalisationsverordnung. Danach folgt der Antrag an den Kanton, denn es handelt sich in beiden Fällen um Kantonsstrassen. Sollte dieser Nein sagen, wäre der Rechtsweg einzuschlagen. Das Bundesgericht erklärt in seinen neusten Entscheiden, dass bei Überschreiten der Emissionswerte die Einführung von Tempo 30 verhältnismässig sei.

Der Quartierverein Seeburg-Würzenbach Büttenen will Tempo 30 auf der Kreuzbuchstrasse. Ein Wunsch, der vor allem von Bewohnern des Büttenenquartiers vorgebracht wurde. Bei der Kreuzbuchstrasse auf Megger Gemeindeboden, hatte man das Thema auch schon diskutiert. Dies auch aufgrund der Lärmvorschriften. Um die Emissionen zu reduzieren, wählte man in Meggen den Einsatz eines lärmdämmenden Belags. Daher ist die Temporeduktion hier vom Tisch.

Mehr Sicherheit besonders auf Schulwegen

Im Quartier Littauer Bärg wäre eine Reduktion auf der Bergstrasse dringend notwendig, wie Vereinspräsident Gerold Koch sagt: «Diese Strasse ist nicht ausgelegt für soviel Verkehr. Sie ist eine reine Güterstrasse.» Laut Stadt gibt’s jedoch noch keine Pläne.

Im Quartier Bellerive-Halde-Lützelmatt liegt der Brennpunkt an der Route Schlösslihalde-St.Anna-Strasse-Schulhaus Utenberg. Hier nahmen in den letzten Jahren der Verkehr und die Anzahl Fussgänger zu – letzteres, weil mehr Kinder da wohnen und die Klinik Hirslanden ihre Infrastruktur erweitert hat, wie Lars Dubach im Namen des Quartiervereins in einem Schreiben an die Stadt festhält. «Eine Reduktion auf Tempo 30 ist notwendig um die Sicherheit zu gewährleisten und den Lärm zu reduzieren.» Die Situation sei zudem mit derjenigen an der Spitalstrasse zu vergleichen und dort habe man die Temporeduktion bereits umgesetzt.

Tempo 30 hat sich in Luzern als stadtverträgliches Temporegime bewährt, deshalb unterstützt die Stadt die Initiative von LuzernPlus, das Tempolimit auch auf den Kantonsstrassen in Zentrumszonen einzuführen. Dass die Stadt punkto Mobilität auf einem guten Weg ist, zeigt auch das Ranking des liberalen Think-Tank Avenir Suisse. Hier wird Luzern im Bereich Mobilität, Energie und Infrastruktur als «Klassenprimus» qualifiziert.

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Roman Hodel